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Mexiko 2017

„Meine Kopfschmerzen hören nicht auf seit dem Erdbeben“

„Mein Sohn ist sehr intelligent. Das weiß ich. Aber seit dem Erdbeben kann er sich nicht mehr konzentrieren und hat Schmerzen. Er ist zwar eigentlich schon in der 5.Klasse, kann aber nun nicht mal mehr die einfachen Übungen aus der 3. Klassen verstehen. Ihn interessiert nur noch, ob es seinen Freunden gut geht.“

Die Beben der Stärke 7,1 und 8,2 sowie die vielen starken Nachbeben haben in Mexiko zahlreiche Menschen getroffen. Genau 32 Jahre nach dem schweren Erdbeben von 1985 haben sie Städte wie Juchitán, Jujutla, Comitancillo  und Unión Hildago fast völlig  zerstört. Nicht nur die Wohnhäuser, sondern auch viele Schulen und Krankenhäuser sind unbenutzbar geworden. Eine große Anzahl Kinder sind in andere Städte geschickt worden, damit sie nicht mit ansehen müssen wie das, was von ihrem Zuhause noch übrig ist, vollends abgerissen wird.

Von 08.-21. Oktober war ein zwölfköpfiges Team der Notfallpädagogik, um die Menschen nach den Erdbeben zu unterstützen. Einsatzleiter Reinaldo Nascimento berichtet von den Begegnungen und der Arbeit vor Ort.

„Unser internationales Notfallpädagogik-Team führte Seminare an der Universität Ibero Americano (mit Unterstützung des Erziehungsministeriums in Mexiko City), in der Staatlichen Schule in San Andres de la Cal und in vielen kleinen Orten wie Juchitán und Unión Heraldo durch. So konnten wir 750 Lehrer und Erzieher sowie über 200 Eltern durch Gesprächsgruppen und Workshops erreichen. Mit zahlreichen Aktivitäten und Spielen auf den Straßen konnten wir 500 Kinder an unserem Angebot teilhaben lassen.

Viele Familien leben derzeit in provisorischen Camps. Die Schulen sind nicht in der Lage, die Kinder aufzunehmen und viele Kinder wollen ohnehin nicht dorthin gehen. Die Eltern sind oft überfordert mit den Verhaltensänderungen ihrer Kinder: „Sie sind anders als sonst. Ich erkenne sie manchmal nicht mehr wieder,“ sagt eine Mutter von drei Kindern. „Durch eure Arbeit haben meine Kinder ihr Lachen wieder gefunden - heute nach vier Wochen sehe ich endlich ihre Augen wieder strahlen. Ich hatte das so vermisst.“

Ich freue mich und bin sehr beeindruckt von den vielen engagierten Menschen, die wir auf dem Weg getroffen haben. Menschen, die unsere Arbeit ermöglicht haben und die sich Gedanken um unser Wohl gemacht haben, obwohl sie selbst fast alles verloren haben.

Es gibt noch viel zu tun hier in Mexiko. Im Moment herrscht Verzweiflung auf den Straßen– und doch wissen alle, dass sie zusammen arbeiten müssen, trotz aller sozialer Spannungen und Probleme. Viele Mexikaner sagen, dass jetzt die Chance da ist, über alles zu sprechen und ihr Land gemeinsam zu gestalten.“

Dramatische Szenen in Mexiko

Notfallpädagogischer Einsatz im Erdbebengebiet

Ausnahmezustand in Mexiko: 20 Tage ist es her, dass das Land von einem Erdbeben der Stärke 8,1 erschüttert wurde. Das Epizentrum lag ca. 700 km von Mexiko Stadt entfernt. Noch während die Menschen versuchten, sich von dem Schock zu erholen, trifft sie das zweite Starkbeben nur knapp zwei Wochen später. Mehrere Nachbeben folgen und lassen den Betroffenen kaum Zeit, Luft zu holen. Zudem müssen die Rettungsarbeiten immer wieder unterbrochen werden. Obwohl in der Vergangenheit die Bauvorschriften und die Katastrophenpläne stetig verbessert wurden, sind dutzende Gebäude der südamerikanischen Großstadt eingestürzt. Wie viele Verschüttete in den Trümmern liegen, weiß zunächst keiner.
Inzwischen geht man von 320 Toten aus, das Zeitfenster, in dem Verschüttete überleben können, ist längst abgelaufen. Trotzdem setzten Rettungsmannschaften ihre Suche fort und hoffen auf Wunder, während gleichzeitig die ersten Trauerfeiern für die Todesopfer abgehalten werden.

Unter den beschädigten Gebäuden befinden sich auch viele Schulen, beim Einsturz einer Schule starben 32 Schüler und Lehrer. Viele Kinder sind traumatisiert, sie mussten den Verlust von Angehörigen, den Zusammenbruch des Zuhauses und der Schule miterleben. Ihre Welt stürzte wortwörtlich in sich zusammen, der Boden wankt und bietet ihnen keinen Halt. Sie brauchen dringend psychosoziale Unterstützung.
Da momentan sämtliche Schulen geschlossen sind, nicht nur die beschädigten, fehlt den Kindern zudem ein Stück Alltag, das ihren Tagen einen Rhythmus gibt. Im Moment werden sie von ehrenamtlichen PädagogInnen notfallpädagogisch betreut, doch auch diese brauchen Hilfe. Viele von ihnen haben selbst Schlimmes erlebt und nahestehende Menschen verloren.

Um den Betroffenen zu helfen, wird am 08. Oktober ein internationales Team der Notfallpädagogik zu einem zweiwöchigen Einsatz nach Mexiko reisen. Die erfahrenen Fachkräfte führen einen rhythmisierten Tagesablauf ein und gestalteten Spielphasen mit Angeboten aus der Kunst-, Erlebnis- und Waldorfpädagogik und verwandten Therapieformen. So werden die Selbstheilungskräfte wieder freigesetzt und aktiviert.  Für LehrerInnen und Eltern werden zudem Seminare angeboten, die ihnen zum einen helfen, mit den traumabedingten Verhaltensänderungen der Kinder umzugehen. Zum anderen unterstützt das Wissen zu Traumata und den Methoden der Notfallpädagogik sie auch in ihrer eigenen Traumabewältigung und Selbstfürsorge.


Unsere Hilfe in Mexiko ist nur möglich durch Spenden – Jeder Beitrag hilft.

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    Fan werden und einen Spielplatz ermöglichen

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    Mit dem Spielcontainer werden traumatisierte Kinder zur Bewegung und zum Spielen angeregt und ihnen Momente der Freude geschenkt.

    HIER FAN WERDEN!

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