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Kenia 2017

Wenn Flüchtlingslager zu Städten werden

Notfallpädagogik in Kenia

Nur 100 km von der Grenze zum Südsudan entfernt liegt das Flüchtlingslager Kakuma, knapp 180.000 Menschen leben hier. Es ist heiß, die Temperatur liegt fast das ganze Jahr bei über 30 Grad. Die letzte Regenperiode brachte viel zu wenig Wasser, Nahrungsmittel werden knapper. Die bestehenden Konflikte - bewaffnete Kämpfe mit den Nachbarländern und Spannungen zwischen den Menschen unterschiedlicher Religion, Sprache und Ethnie - verschärfen sich weiter.

Die Menschen fliehen vor Krieg, Gewalt, Hunger und Dürre und meist ist es in Lagern wie Kakuma immer noch besser als in ihrem ehemaligen Zuhause. Ein Ende des Flüchtlingsstroms nach Kenia ist nicht Sicht, über eine halbe Million Menschen leben hier in Flüchtlingslagern. Seit über 25 Jahren ist das Flüchtlingslager Kakuma  die Endstation für viele von ihnen. Sie kommen von überall her, vor allem aus dem Südsudan und aus Somalia, aber auch aus Burundi, Äthiopien, Kongo und weiteren Ländern Afrikas. An eine Rückkehr ist für die meisten nicht zu denken. Diejenigen, die vor vielen Jahren als Kinder ins Camp kamen, bringen heute ihre eigenen Kinder dort zur Welt.

2012 fand der erste Einsatz der Notfallpädagogik im Flüchtlingslager Kakuma statt, weitere folgten. Zwei Jahre später entstand hieraus eine lokale Initiative, das Waldorf Kakuma Project. Viele der Mitarbeiter sind selbst als Flüchtlinge hier angekommen und nun in die Arbeit eingebunden. Täglich arbeiten sie an sechs Orten im Flüchtlingslager notfallpädagogisch mit Kindern, häufig unter einfachsten Bedingungen und unter freiem Himmel. Ziel ist es, die Kinder, die häufig nicht einmal an einem Schulangebot teilnehmen können, durch gezielte Pädagogik bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse zu unterstützen und durch künstlerische und soziale Aktivitäten psychosozial zu stärken. Immer wieder kooperiert Waldorf Kakuma mit bekannten Organisationen wie dem Kinderhilfswerk der UN, Unicef oder dem UN Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

Nur 30 km entfernt vom Camp Kakuma liegt die neu errichtete Flüchtlingssiedlung Kalobeyei. Sie existiert nun seit einem Jahr und ist eines der ersten „neuen“ Lager: Geplant als dauerhafte Siedlung mit Verwaltung, Handel und Lebensmittelanbau. Auch hier gibt es das so genannte Reception Center, das Auffangbecken, in dem alle Angekommenen zunächst stranden. In dieser Aufnahmestelle müssen die Menschen während ihrer Registrierung bis zu drei Monate verbringen, bis sie eine Unterkunft zugewiesen bekommen. Die Geflüchteten halten sich hier über Wochen auf, sie dürfen sich nicht frei bewegen, nicht ihr eigenes Essen kochen – nicht leben. In diesem Zustand zwischen Flucht und Ankommen haben sie kaum eine Möglichkeit, ihre Erlebnisse zu verarbeiten. Besonders die Kinder leiden unter dem Erfahrenen, viele sind in einem physisch und psychisch besorgniserregenden Zustand. Und ihre Eltern, meist selbst traumatisiert und überfordert, sind oft nicht in der Lage, sie ausreichend zu versorgen und zu stärken.

Um diesen Kindern zu helfen, finden nun täglich notfallpädagogische Angebote im Reception Center von Kalobeyei statt. Sechs Mitarbeiter des Waldorf Kakuma Project werden mit ihnen singen, malen und tanzen – ihnen einen sicheren Raum bieten und Momente der Entspannung und der Freude schenken. Zudem findet Ende Juni ein notfallpädagogischer Einsatz eines internationalen Teams statt. Neben der Arbeit mit den Kindern im Lager steht hier vor allem die Ausbildung der lokalen Mitarbeiter im Fokus. Ein weiterer, zweiter Einsatz ist voraussichtlich für Herbst dieses Jahres geplant.

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