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Brüssel 2016

Wenn das Unfassbare passiert

Auch Tage nach den Anschlägen in Brüssel steckt den Menschen vor Ort der Schock über die Ereignisse noch in den Gliedern. Am Mittwoch, den 19. April bricht ein 4-köpfiges Team zu einem Kurzeinsatz nach Brüssel auf. Er richtet sich vornehmlich an Lehrer und andere Interessierte. Viele Pädagogen haben in ihren Schulen mit sogenannten sekundär traumatisierten Schülern zu tun. Das heißt, dass auch Kinder und Jugendliche, die nicht direkt von den Anschlägen betroffen waren, durch die Berichterstattung in den Medien, Erzählungen in der Schule und Ähnlichem traumatisiert werden können.

Im ABC-Haus (Art Basics for Children), einem  öffentlichen Kulturzentrum im Norden von Brüssel, werden wir bereits erwartet. Unser notfallpädagogisches Seminar stößt auf großes Interesse, Waldorflehrer aus der gesamten Region reisen zum Teil über 2 Stunden an, um teilnehmen zu können.
Die Innenstadt von Brüssel ist nach wie vor abgeriegelt, überall ist Polizei. Immer wieder müssen wir uns einen neuen Weg vom ABC-Haus zum Hotel und zurück suchen, da Straßen gesperrt sind.

Den Auftakt des Seminars bildet nach einem Anfangskreis ein Vortrag von Bernd Ruf, der auch ins Flämische übersetzt wurde. Anschließend verteilen sich die Anwesenden auf zwei Arbeitsgruppen, um das Gehörte praktisch zu erfahren. Im Fokus stand hier die Vermittlung der Methoden durch das eigene Erleben dieser. Im einen Workshop wurde künstlerisch und gestalterisch mit Knetwachs modelliert. Im Laufe dessen kam es zu intensiven Gesprächen über das Erlebte, Aspekte der Traumapsychologie und was mit uns seelisch geschieht, wenn wir etwas Traumatisches erleben. Der andere Workshop war mit Vertrauens- und Wahrnehmungsübungen mehr erlebnispädagogisch orientiert.
Was nach diesem kurzen, aber intensiven Seminar alle einte, war die Erkenntnis, dass man mit dem entsprechenden Bewusstsein mit so wenig so viel machen und erreichen kann, um den betroffenen Kindern zu helfen.