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Auf dem Weg zum Kauf eines neuen Schulgebäudes in Kitale

Aktuelles ,  Waldorf weltweit

Im Herbst letzten Jahres baten wir in unserem Spendenaufruf um Spenden für Schulen im ländlichen Afrika. Eine der Schulen, die wir dort vorstellen, ist die Humane School in Kenia. Die Schule braucht dringend ein Grundstück, auf dem sie in Zukunft verlässlich betrieben werden kann. Der Kauf des Grundstücks steht kurz bevor.

In Sirende, einem unweit von Kitale gelegenen Dorf im Osten Kenias, gibt es eine ungewöhnliche kleine Waldorfschule: eine afrikanische Landschule (The Humane School). Sie wird in der Hauptsache von Kindern der Landarbeiter besucht, die auf den großen Plantagen in dieser so fruchtbaren Gegend arbeiten, und sich von den kleinen Gehältern und Subsistenzwirtschaft ernähren. Sie verfügen nicht über die Mittel, ihre Kinder in die großen Schulen zu schicken.

Die Gründungslehrerin Juliet Mia ist eine derjenigen Mütter, die ihre Kinder in dieser ländlichen Gegend hinterlassen, um in Nairobi das Geld für den Lebensunterhalt der Familie zu verdienen. Als Mitarbeiterin bei Nani Croze, der Initiatorin der Rudolf Steiner Schule in Mbagathi, lernte sie die Waldorfpädagogik kennen, begeisterte sich und holte ihre Tochter, um sie auf die Rudolf Steiner Schule zu schicken. Nani Croze ermunterte und ermutigte sie, selbst eine Lehrerausbildung zu beginnen und eine Initiative in ihrer Heimat aufzubauen. Sie nahm also an den Kursen in der Rudolf Steiner Schule teil und kehrte zurück.

Die Schule begann in gemieteten Räumlichkeiten nicht weit weg von Sirende, zog mehrere Male um, konnte sich aber keine eigenen Gebäude leisten. Der Unterricht findet in zwei Lehmhäusern statt mit Klassenzimmern von gerade einmal zehn Quadratmetern, in denen sich 14 Kinder drängeln. Es gibt keine Elektrizität, das Wasser stammt aus einem Brunnen, und auf einem kleinen Stückchen Land kann Gemüse angebaut werden. Inzwischen führt die Humane School einen Kindergarten und die Klassen 1 bis 8. Da eine Schule eigene, solide Gebäude nachweisen muss, um eine Anerkennung zu bekommen, wird sie zur Zeit als Selbsthilfegruppe betrieben. Der nächste Schritt sind also der Kauf eines eigenen Grundstückes und der Bau eigener Gebäude. Erst dann kann eine Registrierung als offizielle Schule erfolgen.

Juliet Mia und ihre Kollegen fanden in der Zwischenzeit ein neun Acre großes Grundstück mit einer Kaffee-Plantage in nicht allzu großer Entfernung vom bisherigen Standort, das sie vor allem mit Hilfe der Spender der Freunde der Erziehungskunst in Kürze erwerben werden. Auf diesem Grundstück werden einerseits die künftigen Gebäude für die beiden geplanten Kindergartengruppen als auch für die geplante Grundschule von der ersten bis zur achten Klasse errichtet. Andererseits soll ein Teil des Landes für eine organische Landwirtschaft eingesetzt werden, aus der die Mahlzeiten der Schule stammen sollen. Der Rest, also die Kaffeeplantage, soll fortgeführt und der organisch gewachsene Kaffee dann in Europa verkauft und aus dem Erlös die Schule mitfinanziert werden.

Für die 9 Acre sind etwa 150.000 Euro zu zahlen, die zu einem Teil aus dem Aufruf der Freunde der Erziehungskunst stammen, zum Teil von anderen Spendern der Freunde der Erziehungskunst, zum Teil aus schwedischen Spenden. Damit das Land langfristig gesichert wird, werden wir den Kauf nicht über den Schulverein abwickeln, sondern über die Trägerstiftung der Rudolf Steiner Schule in Nairobi-Mbagathi. Auf diese Weise wird das Land vor Zugriffen Einzelner geschützt. Die Humane School wird dann einen Nutzungsvertrag mit der Trägerstiftung der Rudolf Steiner Schule in Mbagathi abschließen und die volle Verantwortlichkeit für die Nutzung des Landes erhalten. Eigentum und Nutzung werden damit unabhängig voneinander gestaltet.

Mit diesem Schritt wird der weitere Ausbau der afrikanischen Landschule (The Humane School) in Siebenmeilen-Stiefeln vorankommen und hoffentlich eine Pionierschule für die hochgelegene fruchtbare Region im östlichen Bergland Kenias werden.

Nana Göbel

Die Humane School konnte unter anderem mit Spenden aus unserem Spendenaufruf „Schulen im ländlichen Afrika“ vom Herbst 2018 unterstützt werden. Wir danken Ihnen von Herzen für Ihre Spende! Weitere Informationen finden Sie unter freunde-waldorf.de/spendenaufrufe.