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+++ 23.02.2018 +++

Besuch in Kenia

Weil die im vergangenen Oktober geplanten Präsidentschaftswahlen wieder einmal gewalttätig zu werden schienen, verzichteten wir auf eine Reise nach Nairobi und holten sie im Januar 2018 nach. Notwendig war die Reise geworden, weil in der sehr weitgehend von Spenden aus Deutschland abhängigen Rudolf Steiner Schule am Stadtrand von Nairobi aufgrund der verschlechterten Wechselkurse 2016 und zurückgegangener Patenschaftsspenden in Bochum ein finanzieller Engpass aufgetreten war. Und dafür musste eine Lösung gesucht werden. Eine Zwischenlösung ergab sich bereits durch den im Dezember veröffentlichten Schulessen-Aufruf. Er trug stark dazu bei, dass das Jahr 2017 ohne Defizit abgeschlossen werden konnte und die Kinder trotz verheerender Dürre mit Essen versorgt werden konnten. Inzwischen ist die Rudolf Steiner Schule Mbagathi 28 Jahre alt, mit vier Kindergartengruppen und den Klassen Eins bis Neun voll ausgebaut und sie funktioniert pädagogisch so zufriedenstellend wie nie zuvor. Es war gut, die Schule in all ihren Entwicklungsetappen und mit einem langen Atem zu begleiten. Heute leben etwa 120 Schülerinnen und Schüler in den schuleigenen Heimen auf dem Gelände, werden dort regelmäßig versorgt und 200 Schüler kommen aus den umliegenden Städten, vor allem aus Ongata Rongai. Wir nutzten die Gelegenheit dieser gemeinsamen Gespräche auch dafür, uns über die Notwendigkeit einer beruflichen Ausbildung in der Oberstufe auszutauschen, denn diejenigen Schüler, die entweder nicht begabt genug sind oder deren Eltern den Besuch einer gymnasialen Oberstufe nicht bezahlen können, stehen zur Zeit ziemlich perspektivlos da. Hier liegt eine Aufgabe für die nächsten Jahre.

Während des Besuches luden wir alle Kolleginnen und Kollegen der mittlerweile drei Waldorfschulen in und um Nairobi sowie die Kindergärtnerinnen aller Waldorfkleinkind-Einrichtungen zu einem Nachmittag an die Rudolf Steiner Schule ein. Ich berichtete über die Vorbereitungen für das 100-jährige Jubiläum der Waldorfbewegung, über die inneren Motive im Blick auf das folgende Jahrhundert und wir tauschten uns gemeinsam über den Beitrag der ostafrikanischen Waldorfbewegung aus. Zum ersten Mal saßen alle Kollegen zusammen, auch wenn einige gerade nicht so ermunternde Erlebnisse durchlitten und daher Abstand gehalten hatten. Wie heilsam die Ideen und vor allem die Ideale der Waldorfpädagogik wirken, konnten wir alle unmittelbar erleben. Ein Keim für die weitere gute Zusammenarbeit wurde gelegt.

Nana Göbel

Tags: kenia waldorfschule nairobi

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