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Arbeitsbereiche

Die Freunde der Erziehungskunst bieten 12-monatige Freiwilligendienste in vornehmlich anthroposophisch und waldorfpädagogisch orientierten Einrichtungen an.

Heilpädagogik und Sozialtherapie

Als Freiwillige/r in einer anthroposophischen Lebensgemeinschaft mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung (Heilpädagogik) und/oder Erwachsenen mit Behinderung (Sozialtherapie) erwarten Dich vielseitige Aufgaben von der Betreuung über hausmeisterliche Aufgaben bis hin zur Mitarbeit in den Werkstätten.

Die oftmals internationalen, ländlichen gelegenen Lebensgemeinschaften bieten Lebenserfahrungen einer ganz besonderen Art. Das Leben in den Gemeinschaften bedeutet, dass Betreuer und Betreute den Tag zusammen beginnen und auch beenden. Es gibt keine festen Arbeitszeiten, da die Aufgaben in den Gemeinschaften nicht vordergründig als Arbeit, sondern als Lebensweise betrachtet werden. Doch gerade diese Lebensweise macht die Gemeinschaft zu so einem einzigartigen Ort. Die Arbeit in diesen Einrichtungen ist eine positive Herausforderung, die auch mit der Übernahme von Verantwortung verbunden sein kann und oft auch körperlich anstrengend ist.

In der von Rudolf Steiner begründeten Anthroposophie steht die ganzheitliche Betrachtung des Menschen im Vordergrund. Die Einzigartigkeit des Individuums findet in anthroposophischen Einrichtungen für Heilpädagogik und Sozialtherapie besondere Berücksichtigung. Die Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf  werden in ihren Möglichkeiten und individuellen Fähigkeiten gefördert und so ein sinnvolles und erfülltes Leben ermöglicht. Die Mitarbeiter in den Einrichtungen verstehen sich als partnerschaftliche Begleiter.  Wichtig ist, einen Lebensrhythmus zu schaffen, der den Betreuten Halt bietet. Auch die Jahresfeste haben eine wichtige Bedeutung für die Gemeinschaft. Sie werden zusammen vorbereitet und gefeiert.

Oft verfügen die Einrichtungen über ein breit gefächertes Angebot von Werkstätten, in denen gemeinschaftlich gearbeitet wird und bei denen das Erlernen praktischer Fähigkeiten große Bedeutung hat. Die Betreuten sollen durch die vielseitigen Angebote ihre eigenen Fähigkeiten und Interessen entdecken und in die Selbständigkeit finden. Die Werkstätten sind von Gemeinschaft zu Gemeinschaft unterschiedlich. Am häufigsten gibt es: Bäckerei, Weberei, Holzwerkstatt, Töpferei, Kerzen- und Papierwerkstatt und auch Landwirtschaft. Viele der in den Werkstätten hergestellten Produkte werden zum Verkauf angeboten, der Ertrag kommt der ganzen Gemeinschaft zu gute. Darüber hinaus bieten die Gemeinschaften ein vielseitiges künstlerisches und kulturelles Leben mit Theater, Konzerte und Festen.

Das therapeutische Angebot für die Betreuten erstreckt sich von Bewegungs- und Reittherapie, Schauspiel, Musik-, Mal- und Sprachtherapie bis hin zu individuell entwickelte Therapien.

Waldorfkindergärten

Die Freiwilligen begleiten und unterstützen die PädagogInnen bei der Gestaltung des Tagesablaufs. Spielen, hausmeisterliche Hilfstätigkeiten, Hilfe bei Küchenarbeiten und bei der Instandhaltung der Gebäude sind die häufigsten Arbeitsmöglichkeiten. Nach Bedarf ist es sehr gerne gesehen, wenn Freiwillige ihre musischen, künstlerischen und sportlichen Fähigkeiten einbringen.

Meistens sind die Freiwilligen in Gastfamilien untergebracht.

In Waldorfkindergärten steht die eigenständige Entwicklung des Kindes im Mittelpunkt. Die Umgebung und das Spielzeug sollten dem Kind viel Raum für die eigene Phantasie lassen, um das zu entfalten, was in ihm steckt. Die Waldorfpädagogik geht davon aus, dass Kinder ein tiefgreifendes Interesse an den Vorgängen der Welt und eine große Freude oder Befriedigung daran haben, diese Vorgänge nachzuahmen. Nicht nur äußere, sondern auch zwischenmenschliche Handlungen nimmt das Kind über die Nachahmung auf. Die Rolle des/der  Pädagogen/in als Vorbild erhält damit besondere Bedeutung. Die rhythmische Gestaltung und Einteilung von Tages-, Wochen- und Jahresabläufen vermittelt Kindern Struktur und Sicherheit.

Waldorfschulen

Zu den vielfältigen Aufgaben der Freiwilligen gehört zum Beispiel die Arbeit als KlassenhelferIn. Die Begleitung der Kinder und Jugendlichen in den Pausen- und Nachmittagszeiten sowie auf Klassenfahrten und Ausflügen sind ebenfalls häufige Aufgaben. Außerdem können Freiwillige diverse Tätigkeiten in der Pflege und Instandhaltung von Gebäude und Schulgelände übernehmen. Gerne wird es gesehen, wenn sich Freiwillige mit ihren Fähigkeiten (Musik, Sport, Kunst) kreativ einbringen. Bitte achte bei Deiner Auswahl daher genau auf die Aufgabenbeschreibung.

Die Unterkunft während des Freiwilligendienstes ist häufig in Gastfamilien.

Die von Rudolf Steiner 1919 begründete Waldorfpädagogik ist an der Individualität des Kindes orientiert. Als „Erziehung zur Freiheit“ ist es ihre Intention, die Entwicklung des Kindes in seiner Gesamtheit zu fördern: Weltinteresse, eigenständiges Denken und Handeln, Kreativität, künstlerisches Empfinden, handwerkliche Fertigkeiten, soziale Fähigkeiten und Willenskraft. Waldorfpädagogik will das zur Entfaltung bringen, was im Einzelnen als Individualität vorhanden ist. Dementsprechend gibt es ein großes Angebot an handwerklich-künstlerischen Fächern, und in der Mittel- und Oberstufe tragen meist Land- und Forstwirtschaftspraktika sowie Betriebs- und Sozialpraktika zur lebenspraktischen Orientierung bei.

Als "Freie Schule" werden Waldorfschulen durch einen eigens von Eltern und Lehrern gegründeten Verein verwaltet. Das bedeutet, dass jede Schule für sich autonom agiert und individuelle Schwerpunkte im Lehrplan setzen kann. 

Alle Schüler und Schülerinnen durchlaufen gemeinsam als Klassenverband 12 Schuljahre. Außerdem wird auf eine förderliche und spezifische Ausgestaltung der Lernumgebung Wert gelegt. Hierzu gehört z. B. die Farbgestaltung der Klassen oder eine Dekoration entsprechend der Jahreszeit.

Sozialarbeit

Ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Kreativität ist eine wichtige Voraussetzung für Projekte der Sozialarbeit. Die Anforderungen sind hoch. Der Alltag bei der Arbeit und in der Freizeit verlangt ein besonders hohes Maß an Reflexionsvermögen, was das eigene Handeln betrifft. Außerdem ist die Bereitschaft, sich auf bestimmte Einschränkungen einzulassen, unabdingbar. Dies betrifft z.B. „Ausgangssperren“ oder andere Sicherheitsmaßnahmen. Voraussetzung ist außerdem die Bereitschaft und Fähigkeit, auf engem Raum mit anderen Menschen leben zu können und einen einfachen Lebensstandard zu teilen.

Die Sozialarbeit fasst sehr unterschiedliche Projekte zusammen.
Die meisten Einrichtungen beschäftigen sich mit verhaltensauffälligen Kindern und/oder Jugendlichen, die zeitweise oder dauerhaft betreut werden. Es kann sich dabei bspw. um ein Internat handeln oder um einen Bauernhof in einer sehr ländlichen Gegend. Auch kulturelle und künstlerische Freizeitbeschäftigung für Kinder in ärmeren Stadtvierteln und die medizinische Versorgung für HIV-Patienten sind mögliche Einsatzbereiche.

Alle Projekte arbeiten auf waldorfpädagogischer Grundlage. Oft sind (ehemalige) Waldorflehrer beteiligt bzw. leiten oder initiieren die Projekte.

Die Plätze für Freiwillige in diesem Arbeitsfeld sind sehr begrenzt. Die Anforderungen an die Freiwilligen sind recht unterschiedlich, je nachdem, wie und wie eng sie in dem betreffenden Projekt mit den Jugendlichen zusammenarbeiten.

Biologisch-dynamische Landwirtschaft

Freiwillige, die sich für diesen Bereich interessieren, sollten Spaß an der Arbeit im Freien mitbringen, körperlich belastbar sein und zupacken können.
Ein typischer Arbeitstag beginnt sehr früh mit der Versorgung der Tiere und endet meistens recht spät.

Es gibt wenige Einsatzstellen für Freiwillige rein in der Landwirtschaft. Häufiger ist die Kombination aus zwei Arbeitsbereichen. Das bedeutet meist, dass die Freiwilligen nicht nur die landwirtschaftlichen Arbeiten verrichten, sondern gleichzeitig z.B. mit den Betreuten zusammen arbeiten.

Junge Menschen mit erfolgreich abgeschlossener Ausbildung in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft können sich auch als biologisch-dynamischer Botschafter bewerben und in ausgewählten Pionierbetrieben auf der ganzen Welt mitarbeiten. Die Botschafter werden dabei in Projekten eingesetzt, in denen die biologisch-dynamische Idee gerade erst beginnt Wurzeln zu schlagen. Dieses Programm soll den weltweiten Austausch und Wissenstransfer im Feld der biodynamischen Landwirtschaft fördern. Die Freunde der Erziehungskunst kooperieren hierfür mit der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum.

Die biologisch-dynamische Landwirtschaft wurde 1924 durch den „Landwirtschaftlichen Kurs“ Rudolf Steiners begründet. Landwirte, die nach der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise arbeiten, betrachten ihren Hof als einen lebendigen Kreislauf. Das bedeutet, dass nicht nur Ertrag und Produktion im Vordergrund stehen. Der verantwortungsbewusste Umgang mit der Erde und den Tieren spielt eine wesentliche Rolle. Eine gesunde und nachhaltige Landwirtschaft kann nur bestehen, wenn der Erde nicht nur Kräfte in Form von Früchten entzogen, sondern ihr auch Ruhepausen und Energie (in Form von Präparaten) zugeführt werden.

News

Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.

Abteilung Freiwilligendienste
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