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Sozialtherapeutische Einrichtungen

Sozialtherapeutische Werkstätten,  -Wohn- und Lebensgemeinschaften

Viele Freiwilligenplätze sind in sozialtherapeutischen Lebensgemeinschaften. Dort leben Menschen mit Behinderung in jedem Lebensalter (ab 17 Jahre) zusammen.
In diesen Lebensgemeinschaften ist die soziale Gemeinschaft und die Arbeit eine wichtige Grundlage. Den Menschen mit Behinderung werden vielfältige Möglichkeiten gegeben, ihr Leben durch Arbeit sinnerfüllt zu gestalten.

Die Lebensgemeinschaften haben ein breites Angebot an Werkstätten, in denen gemeinsam gearbeitet wird. Die Werkstätten sind je nach Einrichtung unterschiedlich. Am häufigsten sind Bäckerei, Weberei, Schreinerei, Töpferei, Kerzen- und Papierwerkstätten. Viele Produkte werden zum Verkauf angeboten und der Gewinn kommt der Gemeinschaft zu Gute.

Als Freiwillige/r kann man neben der Mitarbeit bei der Pflege, Betreuung und Haushaltsführung auch in den Werkstätten oder der biologisch-dynamischen Landwirtschaft eingesetzt werden.
Die Gemeinschaften bemühen sich auch außerhalb der Jahresfeste um ein vielseitiges künstlerisches und kulturelles Leben, etwa mit Theater, Konzerten und anderen Veranstaltungen. Im Wohnbereich übernehmen die Freiwilligen oft die Betreuung einzelner Erwachsener mit Behinderung, sie begleiten die Betreuten im Alltag, bei der Arbeit und unterstützen sie zum
Beispiel bei täglichen Aufgaben, wie dem Aufstehen, der Körperpflege, dem Gang zur Toilette oder beim Essen. Die Freizeitgestaltung mit den Betreuten ist ein weiteres Aufgabenfeld. Außerdem sind die Freiwilligen für die Verrichtung diverser Aufgaben im Haushalt mitverantwortlich.


Camphill

Camphill ist eine heilpädagogische Bewegung auf der Grundlage der Anthroposophie. Begründet wurde die erste Camphill Community 1939 von dem aus Wien emigrierten Kinderarzt Karl König in Kirkton House bei Aberdeen. 1940 zog sie ins nahe gelegene Camphill Estate um. Heute existieren weltweit mehr als 100 Gemeinschaften in über 20 Ländern.
In den dorfähnlichen Camphill-Gemeinschaften leben Menschen mit – häufig mehrfachen – schweren geistigen, seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen zumeist gemeinsam mit den Familien ihrer Betreuer. Sie finden Beschäftigung in Betrieben mit biologisch-dynamischer Landwirtschaft, in Küche und Bäckerei oder in kunstgewerblichen Werkstätten. Die Betreuten sollen so ein ihren Fähigkeiten gemäßes, möglichst selbstständiges Leben führen können. Das Leben in Camphill-Einrichtungen hat sich aus dem anthroposophischen Menschenbild entwickelt, nach dem alle Menschen mit oder ohne Behinderung gleichwertige Individuen sind und ein Recht auf ein erfülltes Leben in Freiheit und Würde haben.
Im Gegensatz zur Pflege im Schichtbetrieb in Heimen entwickeln sich hier familiäre Verhältnisse. Der Tages-, Wochen- und Jahreslauf ist gegliedert, so dass auch weitgehend hilfebedürftige Menschen Orientierung finden. Dazu gehören gemeinsame Mahlzeiten, Andachten und jahreszeitliche Feste mit Musik und anderen künstlerischen Beiträgen. Anthroposophische Heilmittel und Anwendungen wie Heileurythmie, Musiktherapie oder Rhythmische Massage kommen zu Therapiezwecken zum Einsatz. Neben den Dorfgemeinschaften gibt es auch schulische Förderzentren und Tagestherapieeinrichtungen.
Kinder werden hauptsächlich in heilpädagogischen Heimsonderschulen unterrichtet und betreut. Jugendlichen stehen neben der schulischen Weiterbildung die Möglichkeit der Aneignung praktischer Fähigkeiten in Werkstätten, in Landwirtschaft und Gartenbau zur Verfügung. Hierbei steht nicht das Produzieren im Vordergrund, sondern das Entdecken eigener Interessen und Möglichkeiten. Die Erwachsenen haben in den Camphill-Gemeinschaften die Chance eines sinnerfüllten Berufslebens in Bäckerei, Weberei, Töpferei und anderen Werkstätten.
Neben den Bereichen Wohnen und Arbeiten ist das kulturelle Leben mit Theater, Musik und Kunst das dritte wichtige Element in der Gemeinschaft. Man ist bemüht, den Betreuten auch im Alter einen Platz zu geben und sie würdevoll bis zum Tod zu begleiten.

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Häufiggestellte Fragen über den Freiwilligendienst