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Waldorfpädagogik ist Teil einer weltweiten Bewegung.

Die Waldorfpädagogik ist ein Teil einer weltweiten Bewegung. Das anthroposophische Verständnis des Menschen und seiner Beziehung zum Kosmos hat auf verschiedensten Arbeitsgebieten praktische Anwendung gefunden. In Medizin und Landwirtschaft, Kunst und Wirtschaft, Natur- und Geisteswissenschaften versuchen Einzelne, menschliche Lösungen für die dringendsten Probleme der Moderne zu finden. Interdisziplinäre Forschung hat zu integrierten Einrichtungen geführt. Waldorfschulen und Kindergärten, Heime für behinderte Kinder, Kliniken, wissenschaftliche Institute für Medizin, Botanik, Landwirtschaft, Physik etc., therapeutische Gemeinschaften für Drogenabhängige, ungefähr 200 Einrichtungen weltweit für Berufsausbildung - alle sind unabhängig voneinander und stützen sich doch auf ein gemeinsames Verständnis des menschlichen Wesens.

Jede einzelne Waldorfschule ist vollkommen autonom und doch gleichzeitig auf ideelle Art in eine weitverzweigte Bewegung für kulturelle Erneuerung integriert. Diese ist weltumspannend und umfaßt Initiativen in den verschiedensten Lebens- und Arbeitsbereichen. Für Rudolf Steiner, der in den letzten Jahren seines Lebens eine intensive Tätigkeit im politischen und kulturellen Leben Europas entfaltete, war es selbstverständlich, daß die von ihm entwickelte Anthroposophie nur dann fruchtbar werden konnte, wenn aus ihr konkrete Impulse für eine Neugestaltung unterschiedlicher Arbeitsfelder fließen würden. Fast kein Aspekt des gesellschaftlichen Lebens blieb unbeachtet.

Auf den im Herbst 1919 gehaltenen Einführungskurs in die Pädagogik folgten Kurse zur Erweiterung der Medizin (1920-23), der Physik (1919-21), allgemeiner Naturwissenschaft (1920/21), der Landwirtschaft (1924), der Nationalökonomie (1922), des religiösen Lebens (1921-24), der dramatischen Kunst (1921,1924), der Eurythmie (1922-24), der Heilpädagogik (1924).

Die dort dargestellten Anregungen sind im Laufe der letzten 70 Jahre auf vielfältige Art aufgegriffen worden. Neben der Pädagogik haben vor allem die biologisch-dynamische Landwirtschaft, die anthroposophisch erweiterte Medizin und die Heilpädagogik eine große Ausbreitung erfahren. Angeregt durch den Nationalökonomischen Kurs und durch entsprechende Hinweise in den Darstellungen Rudolf Steiners zur sozialen Erneuerung sind sowohl in Europa als auch in den USA Banken entstanden, die das Wohl des anderen und nicht dessen Ausbeutung in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit stellen, die in Verantwortung für die Natur und den Menschen neue Umgangsformen mit Geld und Kapital pflegen.

In Zusammenhang mit der Gründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 1923 wurde auch die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft mit Sitz in Dornach, Schweiz, ins Leben gerufen. Diese ist eine internationale Forschungsgemeinschaft, welche durch die Arbeit an dem anthroposophischen Weg einer inneren Schulung verbunden ist. Im Zentrum dieses Weges steht die individuell vollzogene Selbsterziehung, die zu einer Steigerung der Erkenntnisfähigkeit führen kann; zugleich kann dieser Weg die Grundlage für eine zeitgemäße interdisziplinäre Zusammenarbeit bilden.

Neben Schulen, Höfen, Heilpädagogischen und Sozialtherapeutischen Heimen, Kliniken und anderen Einrichtungen sind z.B. auch Forschungsinstitute und Ausbildungsstätten errichtet worden. Letztere haben in vielen Ländern inzwischen eine staatliche Anerkennung erhalten. Die Ausbreitung hat in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen, so daß heute zwischen 12.000 und 15.000 Einrichtungen auf der Grundlage der Anthroposophie betrieben werden. Jede einzelne ist autonom und doch durch ein gemeinsames Verständnis des Menschen und seines Verhältnisses zu Erde und Kosmos ideell verbunden.

Jon McAlice