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Mit neuen Ideen die Herausforderungen der Zukunft meistern.

Ein Erziehungssystem, das die Revitalisierung der Vergangenheit zum Ziel hat, wird nie in der Lage sein, auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Die Waldorfschule ist eine positive Antwort auf diese Herausforderungen. Sie begann als Schule für Arbeiterkinder im Süden Deutschlands und ist heute überall dort zu finden, wo Eltern und Lehrer gemeinsam Schulen begründen wollen, in denen Kinder so erzogen werden, daß sie gesund, unabhängig und verantwortungsfähig werden können. In der Waldorfschule werden weder soziale, noch religiöse oder nationale Unterscheidungen gemacht. Waldorfpädagogen arbeiten in den Flüchtlings-Camps im Gaza Streifen wie in Uptown Manhattan, in den Favelas von São Paulo wie in Helsinki, in den südafrikanischen Townships wie in den jungen Demokratien Osteuropas, um Kinder so zu erziehen, daß sie sich die Fähigkeiten erwerben können, die sie brauchen, um in der Welt eine aktive Rolle zu spielen.

Heute [1994] werden – 75 Jahre nach Begründung der ersten Waldorfschule 1919 in Stuttgart – weltweit in über 600 Waldorfschulen, in mehr als 1.000 Waldorfkindergärten und hunderten heilpädagogischer Heime Zehntausende von Kindern in über 50 Staaten auf Grundlage der Waldorfpädagogik unterrichtet.

In Südafrika gibt es seit vielen Jahren Waldorfschulen und -kindergärten. In jüngster Zeit wurde dieser pädagogische Impuls auch in Townships und in traditionellen Stammeskulturen aufgegriffen. In Namibia und Kenia gibt es waldorfpädagogische Einrichtungen, in Ägypten wird auf der Sekem-Farm ein Erwachsenenbildungszentrum, ein Kindergarten und eine Schule betrieben. Hunderte Fellachenkinder erhalten hier ihre Schulausbildung. Auch in Israel gibt es Kindergärten, Schulen und Behinderteneinrichtungen.

Auf dem indischen Subkontinent arbeiten derzeit etwa 14 Schulen der Nanhi-Dunja Bewegung im dortigen sozialen und kulturellen Spannungsfeld mit Elementen der Waldorfpädagogik. Seit einigen Jahren unterrichten Waldorflehrer auch in Japan. In Manila wird ein Kindergarten aufgebaut.

In Mittel- und Südamerika bestehen Waldorfschulen und -kindergärten in Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Mexiko und Uruguay. Darüber hinaus werden in den Schmelztiegeln der Großstädte São Paulo, Santiago de Chile und Bogotá Straßenkinderprojekte betrieben.

Die Waldorfschulbewegung Nordamerikas umfasst etwa einhundert Schulen und ebenso viele Kindergärten in den USA und Kanada. In Süddakota bemühen sich z.B. Lakota-Indianer um die Errichtung einer Reservats-Waldorfschule.

In fast allen Staaten Ost- und Südosteuropas sind in den letzten Jahren waldorfpädagogische Einrichtungen entstanden: in Estland, Lettland, Kroatien, Slowenien, Polen, Rußland, Slowakien und Tschechien, in Ungarn und der Ukraine. Allein in Rußland arbeiten über 40 Initiativen auf die Gründung von Schulen und Kindergärten hin. In Rumänien werden in über 80 Waldorf-Experimentalklassen und 50 Experimental-Kindergartengruppen gegenwärtig etwa 2.800 Kinder an staatlichen Schulen unterrichtet. In Bischkek, Kirgisein, wurde unter dem Ehrenvorsitz des Schriftstellers Tschingis Aitmatow das integrative Zentrum "Nadjeschda" eröffnet. Auch in Georgien arbeitet man am Aufbau waldorfpädagogischer Einrichtungen.

Die meisten Einrichtungen, die nach der Pädagogik Rudolf Steiners arbeiten, gibt es in Mitteleuropa (Belgien, Deutschland, Niederlande, Schweiz, Österreich, Lichtenstein, Luxemburg), aber auch in Skandinavien (Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland) sowie in Italien, Spanien, Portugal und Frankreich. Seit langem wirken Waldorfpädagogen schon in Großbritannien und Irland, wie auch in anderen englischsprachigen Ländern wie Australien und Neuseeland.

Bei der weltweiten Ausbreitung der Pädagogik Rudolf Steiners handelt es sich nicht um einen europäischen Missionsimpuls oder um Kulturimperialismus. Der Lehrplan der Waldorfschule kann nicht einfach rezeptartig in einen anderen Kulturraum verpflanzt werden, sondern bedarf der sozialen und kulturellen Integration in die entsprechende Kulturregion. Waldorfpädagogik hat sich immer an den konkreten Kindern und den Gesetzen ihrer Entwicklung zu orientieren. Eine Waldorfschule im Umfeld einer südamerikanischen Favela wird sich daher von einer in Manhattan sehr unterscheiden. Die Konkretisierung der Waldorfpädagogik in den vielfältigen Lebensbedingungen der unterschiedlichsten Kulturen dieser Erde ist immer auch eine Frage der Lehrerbildung. Daher gibt es in vielen Ländern eigene Waldorflehrerseminare.

Bernd Ruf

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