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Ein Blick nach Ex-Jugoslawien

Jugoslawien – heute Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Jugoslawien. Fast alles tief leidgeprüfte Länder. Es gibt hier nicht viele waldorfpädagogische Initiativen, aber doch immerhin einige.

Im Frühjahr berichteten wir über die Phoenix-Initiative in Sarajevo – den Kindergarten von Leila Kostic und die u.a. von Alma Begić gegründete Freizeitschule. Hier nun wollen wir Ihnen einen kleinen Überblick über die anderen Initiativen im ehemaligen Jugoslawien geben. Da gibt es 

  • die Waldorfschulen in Ljubljana (Slowenien, ab Herbst eine zweite in Maribor), Zagreb und Rijeka (Kroatien),
  • die Waldorfkindergärten in Zagreb und Split (Kroatien),
  • die heilpädagogische Tagesstätte „Ozana“ in Zagreb,
  • eine Kulturinitiative in Dubrovnik (Kroatien),
  • ein Waisenkinderprojekt im Dorf Oprtalj auf der kroatischen Halbinsel Istrien und
  • eine kleine Lebensgemeinschaft mit wenigen seelenpflegebedürftigen Kindern südwestlich von Belgrad (Jugoslawien).

Im Herbst 1990 trafen sich an Waldorfpädagogik interessierte Menschen aus Osteuropa und Jugoslawien zu einem Symposium in der Rudolf-Steiner-Schule in Wien. Damals wurde unter anderem eine dreijährige periodische Ausbildung für die jugoslawischen Pädagogen beschlossen, auf deren Grundlage die Waldorfschulen in Ljubljana und Zagreb ihre Arbeit beginnen konnten.

Die Schule in Zagreb begann ihre Arbeit im September 1993 mitten im Bürgerkrieg. Sie wurde zunächst vollständig vom Staat unterstützt, später nur noch teilweise. 1997 wurden der Experimentalstatus vorzeitig beendet und die Zuschüsse eingestellt. Als die Schließung drohte, intervenierte der Haager Kreis, ein internationales Gremium der Waldorfbewegung. Neue Räume entstanden ohne Baugenehmigung. Erst im Jahr 2000 erhielt die Schule nach einjähriger Kontrolle und Evaluation die offizielle Genehmigung und erneut Zuschüsse (25%). Aufgrund des gestiegenen Schulgeldes (heute über 100 €) verlor die Schule mehrere Kinder, doch großzügige Spenden sicherten in all den Jahren immer wieder den Fortbestand. Heute hat die Schule rund 150 Kinder, und viele Eltern wollen endlich den Aufbau einer Oberstufe in Angriff nehmen.

Der Kindergarten in Split arbeitet seit 1999 in einem ehemaligen Kirchenraum, der zuvor lange eine Grundschule beherbergte. Mit Hilfe der Freunde der Erziehungskunst verwandelte man den großen Raum in zwei Räume, Bad, Küche und eine kleine Halle. Der Kindergarten hat heute zwei Gruppen mit je 25 Kindern. Es gibt einen schönen Hof mit einigen Bäumen, vielen Blumen, Sandkasten, Holzeisenbahn, Rutsche und einer Holzhütte. Die Kindergärtnerin Gina Vukojević und ihre Kolleginnen bemühen sich, von der Stadt auch benachbarte Räume zu erhalten, wo eine Spielgruppe untergebracht sein und Eurythmie, Seminare, Basare usw. stattfinden könnten.

Eine ähnliche kleine Kulturinitiative wie „Phoenix“ in Sarajevo ist „Aster“ in Dubrovnik, deren Gründung auf eine erste Veranstaltung der Hamburger Märchenkünstlerin Micaela Sauber und ihrer Kollegin Jasna Held im Jahre 1993 zurückgeht. Letztere besucht die verschiedenen Grundschulen in Dubrovnik, erzählt Geschichten, macht Kasperletheater, Schattenspiele, veranstaltet Puppenkurse für Eltern und anderes mehr.

Holger Niederhausen

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