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Bericht aus Krakau

Neben Warschau und Bielsko-Biala gibt es Waldorfpädagogik seit 2004 auch in Krakau – hier entstanden sogar zwei Initiativen unabhängig voneinander. Die kleine Janusz-Korczak-Schule hat keinen leichten Weg: Sie hat bereits zwei Renovierungen hinter sich und einen weiteren Umzug vor sich. Aber dafür fanden zwei Waldorflehrerinnen zu ihr, die nach neun Jahren Staatsdienst endlich dort ankamen, wo sie schon immer hinwollten.

Kann man sich Krakau, diese außergewöhnliche Stadt, ohne Waldorfschule vorstellen? Wir nicht mehr - seit nunmehr drei Jahren wird bei uns an der Janusz-Korczak-Schule unterrichtet. Glücklich und mit Stolz blicken wir auf die schwere Anfangszeit zurück, in der es viele Hürden zu überwinden gab (bei der uns aber viele Freunde und Helfer aus Polen und Deutschland unterstützt haben): Mittlerweile haben wir einen Umzug und zwei Gebäuderenovierungen hinter uns...

Die Schule ist mit ihren Monatsfeiern und den festlichen Schultagen zu Schulbeginn und Schuljahresende zu einer Art Seelenwiege für alle Beteiligten geworden: Die mit Liebe ausgeschmückten Klassenzimmer, die festlich gestalteten Vorführungsräume und vor allem die Aufführungen der Kinder erfreuen Herz und Seele gleichermaßen, und man kehrt, trotz - oder eben wegen – viel geleisteten Einsatzes erfüllt nach Hause zurück.

Polnische Besonderheiten

Nicht alles lässt sich 1:1 aus der deutschen Organisation einer deutschen Waldorfschule übertragen. So ist etwa das Kollegium bei uns in erster Linie mit dem pädagogischen Teil betraut und wird – staatlich vorgeschrieben – von einer Direktorin geleitet. Das Organisatorische, wie z.B. Gebäudesuche, Lehrersuche, Kontakt mit dem Kuratorium und der Kurie, wird ganz vom Vorstand getragen. Unterstützt werden Kollegium und Vorstand vom Elternbeirat. Wenn die Schule ihren Ort gefunden hat und die sechs Grundschulklassen unter einem Dach sind - dann wird sich das sicherlich ändern.

Auch der Schulhort, der bislang bis 17 Uhr geöffnet war (und ab Herbst sogar bis 17.30 Uhr), spiegelt die polnische Realität wieder: Zu 99% arbeiten in den Familien beide Eltern. Wir wollen versuchen, den Kindern im neuen Schuljahr mehr Abwechslung im Hort zu bieten und zusätzlich zum Musikkreis noch einen Holzarbeitskurs einzurichten.

Typisch polnisch ist auch die Einschulungsweihe am ersten Schultag: Die Schüler werden feierlich von der Direktorin zum „Schüler geschlagen“, indem sie ihnen mit einem Willkommensspruch einen Federkiel auf die Schultern legt.

In der Hausbau-Epoche in der dritten Klasse wurden die Kinder mit der traditionellen Holzbauweise der „Goralen“ (der Tatrabewohner) vertraut gemacht und bauten ein Holzhäuschen auf dem Schulgelände.

Der Weihnachtsbasar ist jedes Jahr ein die Schulgemeinschaft besonders stärkendes Ereignis, zu dem aber auch öffentlich eingeladen wird zu Vorführungen und Arbeiten der Kinder sowie zu den typisch polnischen Leckereien wie Bigos (Jägereintopf), Grzaniec (Kinderglühwein) und Lebkuchen.

Kleine Steuerspenden und noch ein großer Umzug

Besonders freut uns, dass wir mit Frau Cichon und Frau Biel zwei erfahrene Lehrerinnen für die 2. und 3. Klasse fanden – beide absolvierten das Waldorflehrerseminar schon vor neun Jahren und arbeiteten seither in staatlichen Grundschulen. Sie sind sozusagen nach langer Zeit pädagogisch endlich dort angekommen, wo sie schon immer hinwollten, und bereichern die Schule mit ihrem Erfahrungsschatz.

Bislang haben wir es geschafft, dass unsere Lehrergehälter (auch wegen der „Mehrarbeit“ eines Waldorfslehrers) etwa 10% über dem Durchschnitt eines staatlichen Grundschullehrers liegen. Und wir freuen uns sehr, dass unser Schulträger, die Stiftung „Sub Alis“, den Gemeinnützigkeitsstatus erhalten konnte. Seitdem können wir mit Steuerspenden Freiplätze und Stipendien für Kinder aus ärmeren Familien ermöglichen (in Polen kann man 1% seiner Steuern für solche und ähnliche gemeinnützige Zwecke spenden). Das Schulgeld beträgt monatlich 135 Euro und macht meist 20-25% eines Monatseinkommens (durchschnittlich ca. 600 Euro) aus.

Nächstes Jahr steht uns der dritte und mit Glück letzte Umzug bevor. Derzeit nutzen wir eng gedrängt eine Hälfte eines Krippengebäudes, doch die inoffizielle Zusage für die andere Hälfte durch Menschen im Stadtrat wurde nun einfach zurückgenommen. Wir mussten mit den Versprechungen und Hinhaltungen der Behörden schon leidvolle Erfahrungen machen... Nun brauchen wir für unseren Umzug weiter Unterstützung, denn die notwendigen Renovierungen der Gebäude verschlingen seit der Einführung der neuen EU-Normen enorme Summen.

Wir laden Sie herzlich ein, unsere Internetseite anzuschauen: www.waldorfskaszkola.krakow.pl. Die Texte sind zwar auf polnisch, aber die Bilder sprechen weltweit eine universelle Sprache. Herzlich Willkommen, witamy!

Katrin Sobik

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