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Brand in der Waldorfschule Fishhoek!

An einem heißen Januartag des Jahres 1997 stiegen 20 kleine Kinder die hölzerne Treppe zu ihrem Klassenzimmer hinauf, das inmitten von bewaldetem Gelände einer alten Farm in der Kapregion liegt. Die Imhoff Waldorfschule, von Eltern erbaut, hatte ihre Arbeit begonnen... Eltern und Lehrer teilten dieselbe Vision von einer Erziehung, die auf den Einsichten Rudolf Steiners gründete. Schnell wuchs die Schule auf 140 Kinder und hatte bald sieben Klassen, zwei Kindergartengruppen und eine Spielgruppe.

Wachstum verlangt unvermeidlich Energie und Kampf - und wir hatten beides genug. Mehrere Klassenzimmer aus Holz ergänzten den ersten Raum, doch festere Gebäude blieben Ideen für die Zukunft, während wir unsere Suche nach einem Stück Land fortsetzten, auf dem die Schule dauerhaft Wurzeln schlagen könnte.

Das Geld war sehr knapp, weil die Schulgemeinschaft sich bemühte, eine Brücke zwischen den vielen Kulturen der Kap-Halbinsel zu schlagen. Die Vielzahl der Fahrzeuge, die jeden Tag die Schule erreichen, zeigt die sozialen Unterschiede: von 20 Jahre alten Autos, die die Meeresbrise schon ganz mit Rost bedeckt hat, bis hin zu glänzenden Mercedessen, von alten Taxis der schwarzen Townships bis hin zu „Schusters Rappen“.

Besucher starren uns an, wenn sie hören, daß wir keinen Strom haben, aber sie fühlen auch jene anderen Energien, die diese Schule am Leben erhalten. Wo sonst kann ein Vater seine Kinder bringen und sich in einem Ballspiel mit den Klassen 1 und 2 verlieren, bevor diese ihren Unterricht beginnen? Wieviel städtische Kinder schauen aus ihren Klassenzimmern und sehen in der Nähe eine Ziege oder ein Kamel grasen? Wo sonst können Kinder jede Woche an die Küste wandern und an einem weißen Strand das Spiel der Wellen zu beobachten?

Aber es gibt leider auch „Besucher“, die etwas ganz anderes sehen. Sie kamen die Jahre hindurch immer wieder, rissen gelegentlich die Toiletten oder die Rohrleitungen hinaus, stiegen aber vor allem immer wieder durch die Fenster, um Schulmaterial zu stehlen.

Das Feuer: Schock und Neubeginn

Am frühen Freitagmorgen des 28. Januar 2005 zerstörte dann ein an drei Orten absichtlich gelegtes Feuer das Büro, zwei der ältesten Klassenzimmer und zwei Räume der Spielgruppe und des Kindergartens. Vandalismus raubte uns immer wieder Energie – und war doch nicht so schockierend wie der Anblick verbogener Metalldächer, verkohlter Hölzer, geschmolzener Plastikstühle oder der Verlust des von Lehrern und Kindern gefilzte Spielzeug und der wertvollen importierten Bienenwachsstifte, mit denen die Kinder die Farbenlandschaften ihrer Phantasie erschufen.

Dennoch kann ein solcher Schock merkwürdig motivieren. Bis zum Sonntag hatten alle Eltern das Gelände aufgeräumt und einen neuen Spielbereich für die Kindergartenkinder geschaffen. Am Montag kamen bereits Spenden aller Art. Am Mittwoch gab es große Aufregung, als ein großes Fahrzeug die schmutzige Straße herabkam und einen weißen Metallcontainer ablieferte – das neue Büro. Am Donnerstag begleiten unsere viel jüngeren Teenager begeistert die 10. Klasse der Michael Oak Waldorfschule und die 11. Klasse der Constantia Waldorfschule, die gekommen waren, um die Klassenzimmer neu zu streichen und ausländische Bäume zu fällen, die die lokale Flora verfremden und eine weitere Brandgefahr bilden. Samstag – Eltern, Kinder und Freunde treffen sich bei einem Fundraising-Konzert. Am Ende helfen 10.000 Rand, um zwei neue Klassenzimmer teilweise bezahlen zu können, die inzwischen errichtet wurden.

Aber die Lehrer sind erschöpft. Wie stark auch das Engagement der Eltern ist – die Lehrer haben so viel zu überschauen, und müssen auch noch der schützende Wächter ihrer Klasse sein, der außerdem seinen Unterricht plant und sich für jeden neuen Tag vorbereitet...

Die Klasse 7 hat ihre Tische auf Stroh unter einem großen Zelt. Kapstadts Winde sind wild – die Zeltwände flattern wütend, und die Stützen mühen sich, um im Boden zu bleiben. Aber diese Klasse erstaunt uns alle. Die Kinder arbeiten ruhig an ihren Aufgaben – unter fast denselben Bedingungen wie die arabischen Zeltbewohnern, über die sie vor kurzem etwas lernten.

Die Kapregion Südafrikas hat eine einzigartige Vielzahl wilder Pflanzen. Einige von ihnen benötigen Feuer, damit ihre Samen zu keimen beginnen. Aus der Asche und der geschwärzten Erde sprießt dann neues Grün hervor. Es ist ein wenig wie mit unserer Schule. Vom Schock, der Traurigkeit und dem Schmerz gehen eine Energie und ein Sinn für Gemeinschaft aus, die uns weit tragen werden. Jede weitere Hilfe auf dieser Reise werden wir mit großer Dankbarkeit empfangen.

Yvette Worrall (übersetzt hn)

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