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Namibia und Südafrika - ein Reisebericht

Unser Mitarbeiter Friedwart Fahlbusch reiste im Oktober 2004 für zwei Wochen nach Afrika – mit einem dicht gedrängten Programm.

Windhoek: Waldorfschule...

Nach langem Warten und vielen Verhandlungen konnte die Waldorfschule Windhoek vor einem Jahr endlich ein eigenes Gelände auf einer ehemaligen Farm am Stadtrand beziehen (wir berichteten). Inzwischen hat sie sich hier sehr gut eingelebt, und es war erstaunlich zu sehen, was alles innerhalb von zwei Jahren entstanden ist.

Mein Besuch war auf Anfrage der Schule sozusagen eingeschoben worden. Und so begann meine Afrikareise zwei Stunden nach der Landung an einem Freitagmorgen mit einem Rundgang durch die neue Schule, die sich auf den Tag vorbereitenden Klassen und der Teilnahme an einer Trimester-Feier der Schule.

Alle Klassen zeigten im Saal – einem umgebauten Stall – sehr schöne und runde Darbietungen. Ganz besonders beeindruckte mich dabei die Aufführung eines kleines Spieles „Der Feuersalamander“, bei dem die Drittklässler eine wunderschöne Gemeinschaft demonstrierten: Sie hatten ein spastisch behindertes Kind zum Feuersalamander gemacht und trugen diesen auf Händen, als ihren Feuersalamander.

Die Klassen selber zeugten von intensiver Arbeit mit den Kindern, und ich sah sehr engagierte Lehrer in den neuen bzw. umgebauten und neu erstellten Räumen. Diese Bauarbeiten erfolgten mit Hilfe von sehr viel Eigenleistung und Spenden der Software AG Stiftung sowie vieler Freunde aus Deutschland. Die Schule hat jetzt acht Klassen mit 92 Schülern, davon ein Drittel schwarze oder farbige Kinder. Alle Jahrgänge werden in Doppelklassen geführt, nur die 1. und 2. Klasse einzeln.

Die folgenden Gespräche dienten natürlich der großen Frage, wie es weitergehen kann, denn die gerade bezogenen Räume sind bereits zu klein, aber mehr war im ersten Schritt des Umzuges und Neuaufbaues nicht möglich. Der Zuspruch, den die Schule erfährt, ist groß. Man braucht dringend zwei neue Klassenräume und ein zusätzliches Schülerheim, da aufgrund der riesigen Entfernungen und dünnen Besiedlung des Landes viele Kinder, die gerne in die Schule kommen möchten, weit entfernt wohnen und daher auf Übernachtungsmöglichkeiten angewiesen sind. Die Kosten für zwei neue Klassenräume und ein weiteres Internatsgebäude belaufen sich auf rund 64.000 bzw. 115.000 Euro.

...und Waldorfkindergarten

Vielleicht erinnert sich mancher Leser noch, daß Corinna Schauenburg vor zwei Jahren über ein Sommerfest und ihre Arbeit im Kindergarten Soutere in Windhoeks größtem Township Katatura berichtete. Ich selbst kenne den Kindergarten seit 2001 und hatte nun wieder Gelegenheit zu einem herzlichen Wiedersehen.

Ausgerechnet am Tag vor meiner Ankunft erhielt der Kindergarten ein ca. 3500 qm großes Nachbargrundstück von der Stadt zum Kauf zugesprochen, für welches der Vertrag inzwischen unterzeichnet worden ist. Ich konnte das neue Grundstück besichtigen und für eine Weile im Kindergarten zu Gast sein. Franziska, die Damara Kindergärtnerin, leistet dort eine wundervolle Arbeit.

Während meines Besuches kam der „Großvater“ des Kindergartens zu Besuch und brachte den Kindern eine in einfachster Weise selbst gefertigte Holzeisenbahn. Ich habe noch nie eine so große und unterschiedliche Kindergartengruppe so harmonisch miteinander spielen sehen, niemand wurde ausgelassen und alle spielten miteinander mit der neuen Bahn.

Corinna Schauenburg will auf dem neuen Grundstück eine Sozialarbeit mit den Bewohnern des Townships beginnen. Ich dachte dabei sofort an die Impulse von Ute Craemer in der Favela Monte Azul (Sao Paulo). Das ist in und für Windhoek und Katutura ein wichtiger Ansatz und - wie ich deutlich empfinden konnte - von den Bewohnern gesucht und erwünscht.

Wenn diese Arbeit sich ein wenig entwickelt hat, könnte ich mir hier ein zukunftsträchtiges BMZ-Projekt mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit vorstellen. Dafür müßten sich allerdings Mitstreiter/innen finden, die die dann anfallende Arbeit mittragen, denn eine solche Aufgabe wäre zu groß für die wenigen Mitarbeiter des Kindergartens. Es ist Katutura dringend zu wünschen, dass diese neue Arbeit auch von der öffentlichen Hand unterstützt wird.

Hermanus Waldorfschule – großes BMZ Projekt

Vor zwei Jahren berichtete ich auch zuletzt von unserem, vom BMZ zu 75 Prozent kofinanzierten Projekt in Hermanus, das nun in seine Endphase geht. Der neue Kindergarten ist seit einem Jahr in Betrieb und hat heute zwei volle Gruppen mit vielen lebhaften Kindern. Der Klassentrakt mit vier neuen Klassenräumen und einem etwas größeren Raum für Musik, Eurythmie, Vorträge, Veranstaltungen und Trimesterfeiern ist trotz einiger Restarbeiten bereits von den Klassen bezogen. Die Schulgemeinschaft ist kräftig gewachsen!

Nun wird noch ein kombiniertes Häuschen für Küche, Speiseraum und Büro gebaut, und die sechs Teilnehmer der Waldorflehrerausbildung beenden ihre letzten Wochen und Monate.

Während meines Besuches hatten wir intensive Diskussionen zu den Projektkosten zu absolvieren, aber das war mir vorher bekannt und ich war recht gut darauf vorbereitet. Das Problem ist, dass der Rand-Kurs seit dem Antragszeitpunkt um ca. 15% gestiegen ist und dadurch nach dem Umtausch ca. 260.000 Rand weniger als geplant zur Verfügung standen. Außerdem gab es Kostensteigerungen wegen der boomenden Konjunktur in der Kap-Region.

Nicht zuletzt fehlt das Geld für die Einzäunung des Nachbargrundstücks. Der Bürgermeister hat dieses der Schule zur Einweihung des neuen Kindergartens für eine 99-jährige Pacht zugesprochen! Ohne Zaun würden sich dort allerdings sehr bald Squatter aus dem benachbarten Zwelihle ansiedeln.

Direkt nach meiner Rückkehr stellte ich in Bonn einen Aufstockungsantrag für die allernotwendigsten zusätzlichen Gelder und kann heute berichten, dass das BMZ einer Aufstockung des Projektvolumens in Höhe von ca. 68.000 Euro zugestimmt hat. Wir sind sehr froh darüber, müssen aber nun zusammen mit der Schule auch hierfür 25 Prozent Eigenanteil finden (ca. 17.000 Euro).

McGregor Waldorfschule – große Pläne

Die McGregor Waldorf School hat uns einen großen Antrag auf Förderung geschickt und um einen Besuch gebeten, weil sie plant, ihr Schulangebot wesentlich zu erweitern. Es geht um den Ausbau der Oberstufe und den Aufbau einer daran anschließenden Berufsausbildung, dies auch für junge Erwachse aus den umliegenden Orten.

Ich kannte die Schule in McGregor bereits von einem kurzen Besuch im Jahr 2003. Sie ist die einzige Waldorfschule mit einer Oberstufe im Umkreis von rund 200 km (in Kapstadt gibt es zwei weitere) und 50 km von der nächsten öffentlichen Schule mit Oberstufe entfernt.

Unsere Gespräche ergaben, dass vom BMZ nur Schule im Primarbereich gefördert wird und Berufsausbildung im Rahmen einer Umwandlung der bestehenden Oberstufe auch nicht Gegenstand eines Entwicklungshilfeprojektes sein kann. Es kommt hinzu, dass McGregor nur ca. 2000 Einwohner hat und schon heute sehr viele Schüler mit einem Kleinbus aus dem weiteren Umkreis zur Schule gebracht werden müssen. Diesen hatten wir vor längerer Zeit über ein Kleinprojekt mit dem Land Baden-Württemberg finanziert.

Ein weiterer Umstand hat uns die Beurteilung sehr schwer gemacht. Wir müssen bei jeder Förderung durch die deutsche Entwicklungshilfe strengstens auf die Nachhaltigkeit einer Maßnahme achten. Bei dem Planungen der Schule mussten wir feststellen, dass die laufenden Kosten derzeit zu 75 Prozent aus Spenden und Patenschaften gedeckt werden und gerade bei einer Erweiterung der Schule die Finanzierung leider nicht als gesichert gelten kann.

So blieb uns nichts anderes übrig, als den Freunden in McGregor eine vorläufige Absage für das große Projekt zu erteilen. Wir sind weiter im Gespräch miteinander, wie man in kleinen Schritten vielleicht später doch einmal helfen kann.

Dassenberg Waldorfschule – klein, aber wachsend

Diese kleine Schule hat sich in den letzten Jahren gut weiterentwickelt und hat heute in drei Klassenräumen und einem Kindergarten rund 100 Kinder. Die Registrierung der Schule ist beantragt, und man kann davon ausgehen, daß die öffentliche Hand ab 2006 einen kleinen Zuschuß zu den laufenden Kosten geben wird – leider nicht mehr als 10-15 Prozent.

Das Unterrichtsgeschehen unter der Führung von Tina Bohm und Jenny Holman, der Frau des Pfarrers der Christengemeinschaft, macht einen guten und zielstrebigen Eindruck. Mehr und mehr schwarze und farbige Kinder aus dem nahen Squatter-Camp und dem Städtchen Atlantis besuchen die Schule, man erwartet eine volle erste Klasse und hat auch für den Kindergarten Wartelisten.

Das dritte Klassenzimmer hat Wilfried Bohm mit den Eltern und einem Zuschuss der deutschen Botschaft eigenhändig errichtet, nun baut er bereits einen weiteren Rondavel für die neue erste Klasse. Das Grundstück der Schule gehört der benachbarten Gärtnerei, deren Eigentümerin es der Schule kostenlos für 99 Jahre zur Verfügung stellte.

Wie überall sind auch in Dassenberg die laufenden Kosten das große Problem. Diese sind aber doch so weit ausgeglichen, dass den Lehrern immerhin vergleichbare Gehälter wie in Hermanus gezahlt werden können.

Auch diese Schule hatte schon vor einer Weile einen Antrag auf ein vom BMZ kofinanziertes Projekt gestellt. Nun konnte ich mir ein Bild von der Situation und Finanzlage der Schule machen und auch die Eigenmittelfrage so weit klären, dass wir einem kleinen Projektantrag zustimmen konnten. Demnächst werden wir beim BMZ einen Antrag über rund 70.000 Euro einreichen. Wenn alles gut geht, können dann zwei neue Kindergartenräume entstehen, mit deren Hilfe die Schule weiter wachsen kann.

Zenzeleni Waldorfschule – neue Räume

Die Zenzeleni Waldorfschule in Kapstadts Township Khayelitsha konnte ich nur kurz besuchen. Nachdem ich den lebhaften und guten Schulbetrieb erlebt habe, führte ich lange Gespräche mit Helen Stotko vom Centre for Creative Education, dem Schulträger. Das Centre ist nicht nur verantwortlich für die Ausbildung von Kindergärtnerinnen für die Townships, sondern steht auch nach wie vor zu seiner Verantwortung für die Zenzeleni Waldorfschule. Es ist ja leider eine Tatsache, dass die Eltern aus Khayelitsha wirtschaftlich nicht in der Lage sind, das Überleben der Schule zu sichern, obwohl viele Eltern sich - dank intensiver „Elternarbeit“ der Lehrer - persönlich sehr mit der Schule verbunden haben.

Unsere Gespräche führten dazu, dass wir auch hier nun bereit sind, dem BMZ ein kleines Projekt in Höhe von ca. 65.000 Euro für zwei Klassenräume mit Nebenraum vorzuschlagen. Hilfen für die erforderlichen Eigenmittel sind von drei holländischen Stiftungen und von uns zugesagt worden.

Inkanyezi Waldorfschule – vielen Dank!

Über die Johannesburger Inkanyezi Waldorfschule in der Township Alexandra kann ich nur den Bericht von Jules Ackermanns (ACACIA, Basel) bestätigen, der einiger Zeit vor mir dort war. Daher möchte ich hier einen Auszug seines Berichts geben und so auch unsere Zusammenarbeit unterstreichen:

„Schon bei der Einfahrt in das Schulgelände machte die Schule von aussen einen sehr guten Eindruck, auch wenn durch die Erweiterung der London Road eine Seite nur mit einem provisorischen Zaun versehen war!

In den Gesprächen mit den LehrerInnen und bei den Besuchen der Klassen (sie haben etwa 200 SchülerInnen, davon 42 in der ersten Klasse) zeigte sich, dass auch von innen ein guter Eindruck entstand. Die Lehrerinnen wirkten stark, freudig, motiviert und organisiert. Hierzu hat Wiebke Holtz ganz wesentlich beigetragen, ja sie ist die stützende Kraft der Schule.

Es gibt noch ein Lehrerproblem für das nächstes Jahr, da eine Lehrerin nach McGregor geht und Lauraine (sie hat AIDS) Hilfe für ihre 42 Kinder braucht!

Aus der jetzigen 7. Klasse werden zwei Kinder nach Michael Mount und vier nach Mc Gregor gehen. Die Lehrerinnen sind glücklich, dass wieder die Möglichkeit besteht, SchülerInnen in die Oberstufe zu schicken!“

Anfügen möchte ich noch unseren großen Dank für rund 17.500 Euro Spenden von Einzelpersonen für eine neue Mauer um das Schulgelände mit zwei angrenzenden Wohnungen (für einen Hausmeister und eine Lehrerin mit sehr langem Anfahrtsweg). Im August 2004 hatten wir frühere Spender für Inkanyezi gebeten, der Schule hierbei zu helfen. Der alte Zaun war entfernt worden, weil er auf Gelände stand, das offiziell zum Bürgersteig gehört. Inzwischen ist unklar, ob die Straße nicht sogar noch erweitert wird. Sobald aber diese Frage geklärt ist, wird man mit dem Bau beginnen können.

Friedwart Fahlbusch

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