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Aus der Arbeit der Freunde der Erziehungskunst

An dieser Stelle möchten wir Ihnen wieder einen Einblick in unsere konkrete Arbeit geben. Wir berichten von Reisen nach Polen, Pakistan und Indien und werfen einen kurzen Blick auf Kroatien, Ungarn und unsere Zusammenarbeit mit dem BMZ.

Reise nach Polen

Am Beginn des letzten Schuljahres stand eine Reise nach Polen. In Krakau,im Zentrum der berühmten südpolnischen Jagellonenstadt, hatten einige Eltern kurz zuvor drei kleine Räume mieten und sorgfältig herrichten können, um mit sieben Kindern die dritte Waldorfschule in Polen zu beginnen.

Viele Jahre lang gab es bereits drei bis zur Mittelstufe ausgebaute Waldorfschulen im Norden, in der Mitte und im Süden Polens. Nachdem dann aber 2001 die Waldorfschule in Olsztyn ihre Türen schließen musste, sah es lange so aus, als ob – ganz im Unterschied zu den benachbarten Ländern – keine neuen Schulen mehr hinzu kämen.

Doch florieren in Polen einige Kindergärten, allein drei in Krakau. Hier war bereits zweimal versucht worden, eine Waldorfschule zu eröffnen, was allerdings jeweils an unüberwindlichen Schwierigkeiten mit den Räumen, der Anerkennung usw. scheitere. Der dritte Versuch durfte nicht misslingen! Einige sehr engagierte Eltern - darunter auch eine ehemalige Waldorfschülerin aus Köln, die jetzt mir ihrer Familie in Krakau lebt - setzten alles daran und schafften es.

Anfang März lernten wir diese kleine Schule in Krakau kennen und das Engagement der beteiligten Menschen bewundern. Wir (Freunde der Erziehungskunst und IAO) waren nach Polen gereist, um mit den polnischen Freunden über die Konzeption der Ausbildung, deren Finanzierung und mögliche Dozenten für die Blockkurse zu sprechen. Wir unterstützen diese Waldorf-Ausbildung seit Anfang der 90er Jahre, als Joop van den Heuvel aus Holland mit den Kursen begann. In den letzten sechs Jahren wurden diese auf drei Ausbildungsjahre angelegten Blockkurse durch Maria Swierczek von der Waldorfschule in Bielsko-Biała koordiniert. Da im Herbst 2005 ein neuer Ausbildungskurs beginnt, war es eine gute Gelegenheit, die Arbeit anzuschauen und einen neuen Griff zu versuchen. Dabei wird Johannes Kiersch vom Institut für Waldorfpädagogik in Witten-Annen helfen, der seit Jahren sehr mit Polen verbunden ist und die dortigen Einrichtungen gut kennt.

Beim Besuch in Krakau haben wir dann sogar eine zweite Neugründung kennen gelernt. Diese zweite Schule will in Zusammenarbeit mit örtlichen Sozialarbeitern solchen Kindern eine Schulbildung ermöglichen, deren Eltern kein Interesse an der Erziehung ihrer Kinder haben. Auch hier arbeitet ein junges, hoch motiviertes Kollegium. Man erreicht die Schule erst, nachdem man an einem Schrottplatz und einigen Baracken von Autowerkstätten vorbeigegangen ist. Der vom Schrottplatz geprägte Erwartungsblick wird vollständig umgedreht, wenn man in diesen schön renovierten, hellen Räumen steht, welche die ebenfalls sieben oder acht Kinder am frühen Nachmittag nur ungern verlassen.

Schulbesuche sind für die Arbeit der Freunde der Erziehungskunst sehr wichtig, da nur im Gespräch herauszufinden ist, wie viel Kraft in einem solchen Keim steckt. Erst nachdem wir gesehen haben, wie die Menschen arbeiten, wie sie die Räume pflegen, wie Erwachsene und Kinder miteinander umgehen, wie die Schulhefte geführt werden, wie die Bilder gemalt und die Wände geschmückt werden, wie Kollegen miteinander sprechen, wie Eltern und Lehrer miteinander umgehen, können wir ein Gefühl für die Tragfähigkeit einer Schulgemeinschaft entwickeln. Und ohne daß wir uns nicht von der Tragfähigkeit überzeugt haben, sollten wir keine Förderung vornehmen. Es sind, wie wir in einem der letzten Spendenaufrufe geschrieben haben, neue Herausforderungen zu erkennen, zu bewältigen und dafür die notwendigen Fähigkeiten zu bilden.

Ungarn und Kroatien

Anders als in Polen wächst die Waldorfschulbewegung insbesondere in Ungarn. Mittlerweile kann Ungarn auf die 22. Schule stolz sein, die zum Schuljahr 2004/2005 ihre Tore geöffnet hat. Damit gehört Ungarn zu den Ländern mit der größten Dichte an Waldorfschulen. Die recht freiheitlichen Gesetze, die nicht nur den eigenen Lehrplan der Waldorfschule erlauben, sondern z.B. auch, daß Eurythmie als Abiturfach gewählt werden kann, bilden ein weit besseres Milieu als die immer noch sehr bürokratischen und verfilzten Strukturen etwa in Rumänien, wo die Entwicklung ins Stocken geraten ist und die Friedenstaube noch landen muß. Dies gilt auch für Kroatien.

Mit Kroatien sind wir sehr verbunden und insofern auch Zeuge einer höchst komplizierten Situation, die ungefähr der eines Posttraumatisierten entspricht. In der Öffentlichkeit von Printmedien und im Fernsehen werden dort Kämpfe um die Waldorfschule Zagreb und ihre Führung ausgetragen. Dies hat das Ministerium auf den Plan gerufen und leider dazu geführt, daß Vertreter des Ministeriums nicht nur regelmäßig im Unterricht sitzen, sondern auch im Schulvorstand über die Geschicke der Schule, die Anstellung der Lehrerinnen und Lehrer und das Profil mitberaten. Hoffen wir, daß auch in diesem Land eine bessere Zukunft wächst.

Aus diesen wenigen Beschreibungen mag deutlich werden, daß die Länder Mittel- und Osteuropas immer noch unsere hohe Aufmerksamkeit und unser fortgesetztes Engagement fordern. Es wird eine viel längere Zeit dauern als wir ursprünglich gerechnet haben, bis wir uns hier mehr zurückziehen können.

Asien: Pakistan...

Eine andere Region, in der Aufbau stattfindet, neue Entwicklungen angestossen werden und Zukunftshoffnungen liegen, bilden die Länder Asiens. Auf dem Weg zu der Anfang November 2004 wieder einmal mit unserer Vorbereitung durchgeführten Round Table Sitzung „Waldorf in Asien“ gab es Gelegenheit, die drei jungen Initiativen in Pakistan sowie die Waldorfschulen in Hyderabad (Indien) zu besuchen.

An drei Orten Pakistans sind in den letzten ein bis vier Jahren kleine pädagogische Initiativen entstanden. Im Jahr 2001 begannen Shahida und Helmut Hannesen in Lahore gemeinsam mit den beiden Heilpädagogen Graham Simpson und Lars Jamke, Werkstätten für behinderte Jugendliche aufzubauen. Heute wird jeden Tag bis in den frühen Nachmittag in verschiedenen kleinen Gruppen in den Werkstätten gearbeitet, gemeinsam musiziert und anderes mehr. Bald soll der Umzug in ein neu gebautes Haus am Stadtrand erfolgen, wo auch einige Menschen stationär aufgenommen werden können. Für die Zukunft ist an eine Erweiterung gedacht, bei deren Realisierung wir um Mithilfe gefragt sind. Da inzwischen weitere ehrenamtliche Mitarbeiter hinzugekommen sind, können wir die Möglichkeiten untersuchen.

Ebenfalls in Lahore haben Shahid und Barbara Alam seit dem vergangenen Herbst mit der Einrichtung eines kleinen Kindergartens begonnen und dafür ein Haus gemietet, in welchem Shahid Alam auch künstlerische Kurse für Erwachsene hält. Es ist in einem auf intellektuellen Erfolg eingestellten Land mit einer überschaubaren Elite nicht so leicht, Eltern zu finden, die ihre Kinder einer Einrichtung anvertrauen, welche nicht – wie sonst üblich – schon mit dem 3. Lebensjahr das Lesen und Schreiben einführt, sondern Raum für Phantasieentfaltung schafft. Einige engagierte Eltern haben es gewagt, oft Eltern, die im Ausland studiert und andere Kriterien mitgebracht haben.

Mit einer dritten Initiative hat Fida Hussain am Stadtrand von Islamabad begonnen; er möchte eine Schule insbesondere für Mädchen schaffen, die sonst keinen Bildungszugang haben und Analphabeten bleiben würden. Auf einem gekauften Grundstück ließ er ein einfaches Haus bauen, in dem zur Zeit einige Mädchen einer 7./8. Klasse sowie eines Kindergarten-Ausbildungskurses wohnen. Auf ihnen liegt die Hoffnung. Sie sollen eines Tages Kindergartengruppen übernehmen können, die zunächst in Islamabad, später aber auch an anderen Orten eröffnet werden könnten.

Schon für die erste Gruppe strömten immer mehr Kinder in den Raum; sie kamen angelaufen aus der Umgebung. Ich habe sicher fünfzig Kinder getroffen, die – auf das Gerücht hin, daß es eine kostenfreie Schule gebe – angelaufen kamen und alle gerne mitmachen würden. Der einzige Mangel, der hier nicht besteht, ist der Mangel an Kindern. Diese Initiative braucht noch sehr viel Hilfe und Einsatz, um tragfähig aufgebaut zu werden.

... und Indien

Ganz anders ist die Situation in Hyderabad mit mittlerweile vier Waldorfschulen bzw. an Waldorfpädagogik orientierten Schulen. Hyderabad ist ja nach Bangalore die Software-Hauptstadt Indiens, beherbergt die nach Mumbai größte Filmindustrie und kann daher als eine der modernsten Städte Indiens gelten. Hier gibt es genügend Eltern, die nach einer Alternative im Bildungssystem suchen und bereit sind, sich für die Schule ihrer Kinder einzusetzen. Es ist bewundernswert, was in den einzelnen Schulen von Eltern und Lehrern geleistet wird. Gerade in der Pionierschule „Sloka“ ist dieser Geist des Aufbruchs und dieses Streben nach guter Bildungsqualität, verbunden mit warmherziger und humorvoller Aufmerksamkeit für jeden einzelnen, spürbar. Wir hatten viel Gelegenheit, diese Stimmung wahrzunehmen, weil der von den Freunden der Erziehungskunst mitorganisierte Round Table „Waldorf in Asien“ dankenswerterweise dort stattfinden konnte.

Während der Round Table Gespräche hatten wir, wie in den vorausgegangenen Treffen auch, einen intensiven Austausch der asiatischen Waldorf-Initiativen, deren Vertreter von ihren Schulen und Kindergärten erzählten und wieder an gemeinsamen Fragen arbeiteten. Ein wichtiges Anliegen war dabei die Vorbereitung der ersten Waldorflehrertagung in Asien, die im Mai auf Taiwan stattfinden wird. Wir hoffen, daß diese intensive Arbeitswoche zum Zusammenwachsen der Schul- und Kindergartenbewegung in dieser Region beitragen wird.

Unsere vermehrte Aufmerksamkeit für die asiatische Region hindert uns nicht daran, auch mit vielen anderen Ländern und Regionen in ständigem Austausch und in enger Zusammenarbeit zu stehen.

Weitere Aufgaben

Einen Schwerpunkt bei den BMZ-kofinanzierten Projekten bilden nach wie vor afrikanische Länder. Wir haben derzeit einige BMZ-Projekte in Südafrika (siehe S. 11-14) und gerade auch einen Antrag für einen Erweiterungsbau für die Mbagathi Schule in Nairobi (Kenia) eingereicht.

Dieser gesamte Bereich wird koordiniert und betreut von einigen ehrenamtlichen Mitarbeitern. Als neue ehrenamtliche Mitarbeiter begrüssen wir bei dieser Gelegenheit Herrn Ricke (Stuttgart) und Herrn Langhammer (Darmstadt), die das Team um Herrn Fahlbusch, Herrn Klemenc und Herrn Bartzsch ergänzen. Ohne diese ehrenamtlichen Mitarbeiter könnten die Freunde der Erziehungskunst kein einziges solcher Projekte durchführen. An dieser Stelle möchte ich ihnen auch im Namen der davon profitierenden Schulen auf’s Herzlichste danken.

Wir sind gespannt, welchen neuen Aufgaben und welchen spannenden Herausforderungen wir in der nächsten Zeit begegnen werden. Dafür, daß wir mit so vielen Freunden, Förderern und Mitgliedern der Freunde der Erziehungskunst gemeinsam an dieser Aufgabe arbeiten können, sind wir dankbar.

Nana Göbel

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