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Eine Township-Schule überzeugt die Eltern

In der Township Khayelitsha leben geschätzt eine Million Menschen. Die meisten Eltern suchen für ihre Kinder eine gute Erziehung – außerhalb der Township. Doch sie können auch direkt vor Ort fündig werden. 1999 wurde die Zenzeleni Waldorfschule gegründet.

„Sind wir Missionare für die Waldorferziehung?“ – diese Frage stelle ich mir manchmal, wenn ich über unsere Arbeit an der Zenzeleni Schule in der Township Khayelitsha in Kapstadt nachdenke. Dort versuchen wir Menschen für Waldorfpädagogik zu interessieren. In Township-Gemeinden wie dieser weiß kaum jemand, daß eine alternative Erziehung existiert, und noch weniger von deren Bedeutung für die Kinder. In diesem Umfeld stehen wir und präsentieren unsere Ideen und empfehlen den Eltern, diesen großen Schritt zu tun: anders zu handeln als ihre Nachbarn – und dafür auch noch Geld zu bezahlen...

Viele Township-Einwohner schauen sich immerhin um und vergleichen die Schulen miteinander, in der sie ihr Kind registrieren möchten. Die meisten wollen eine Schule, in der die Kinder gut lernen, vor allem Englisch. Weil die regulären Township-Schulen oft nicht sehr geschätzt werden, geben die Eltern, die die Mittel dazu haben, ihre Kinder in englisch-sprachige Schulen „wohlhabenderer“ Viertel.

Qualität spricht sich herum

Die Zenzeleni Schule jedoch weckt das Interesse von Eltern, die ihre Kinder sonst in eine Schule außerhalb der Township schicken würden. Unsere hohe Unterrichtsqualität spricht sich herum. Die Menschen sind oft von den Vorführungen bei den Elterntreffen oder bei Besuchen im normalen Unterricht beeindruckt. Manchmal müssen wir ihnen erklären, warum es für die Kinder wichtig ist, zunächst in ihrer Muttersprache unterrichtet zu werden. Die Zenzeleni-Eltern – einige davon sind Lehrerinnen an staatlichen Schulen – sind froh, eine Schule mit Qualität in ihrer Township gefunden zu haben.

Was ist nun die Waldorfpädagogik? Bei allen Elterntreffen vermitteln wir, was die Qualität dieser kreativen Methodik ausmacht, den Wert des Geschichtenerzählens, der Tages-, Wochen- und Jahresrythmen und vieles mehr. Es ist nicht immer leicht, die Eltern zusammen zu bekommen. Vor allem in den Townships sehen die Eltern die Schule oft nur bei der Anmeldung und wenigen anderen Anlässen. Wir ermuntern die Eltern jedoch immer wieder, den Kontakt mit den Lehrern zu pflegen, sich über die Fortschritte und Schwierigkeiten ihrer Kinder zu informieren und an den vielen Aktivitäten teilzunehmen. Denn nur in der Begegnung können wir den Eltern das Wesentliche vermitteln.

Es gibt natürlich noch weitere Aspekte der Waldorfpädagogik. Die Atmosphäre an der Schule, der liebevolle und respektvolle Umgang zwischen Lehrern und Schülern und idealerweise auch unter diesen. Dies bemerken viele Eltern, und sie anerkennen das Interesse an den Kindern und deren freundschaftliche Beziehung zu den Lehrern. Doch bei Verhaltensproblemen verlangen die Eltern Strenge und werfen uns vor, wir würden die Kinder verwöhnen. In den Townships gehören Prügel zum Alltag. Diesen Eltern müssen wir klarmachen, daß wir keineswegs eine Wischi-Waschi-Einstellung gegenüber den Kindern haben, sondern die Vorfälle mit ihnen zusammen reflektieren – ohne ihnen Angst zu machen.

Waldorfpädagogik - heilend inmitten der Township

Wir sind überzeugt, daß die Kinder aus der Township von der Waldorfpädagogik profitieren. Diese Kinder und ihre Eltern haben mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen: Die allgegenwärtige Kriminalität und Gewalt gegen Menschen und Eigentum, Arbeitslosigkeit, Aids, Armut, Alkohol. All dies wirkt sich in vielen Familien zerstörerisch aus. Dazu kommt das Fehlen von Schönheit, von Kontakt mit der Natur, aber auch fehlende Initiative und fehlendes Bewußtsein.

Die Zenzeleni-Kinder wachsen in einer Umgebung auf, in der sie täglich den Respekt gegenüber anderen Menschen und der Welt erfahren. Zurück zum Ausgangspunkt: Sind wir Missionare? Ein wenig vielleicht schon. Doch nicht mehr als irgendwer sonst, der denkt, daß seine Arbeit wertvoll ist. Wir schauen nicht nach Gläubigen, wir laden die Menschen ein, um zu sehen und selbst zu urteilen. Waldorfpädagogik hat in Khayelitsha Erfolg und unsere Schulgemeinschaft schätzt ihren Wert. Ich glaube, dies ist Grund genug, um weiterzumachen!

Willem van der Velden

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Wir schauen nach vorne!

Bleibt optimistisch und macht mit.

Sicher fragen sich gerade viele von euch, wie ein Freiwilligendienst ab Herbst 2020 möglich sein wird. Wir bleiben zuversichtlich und arbeiten intensiv an Lösungen. Deshalb gilt: Bewerbt euch weiter und denkt positiv! Alle, die sich weltweit sozial engagieren wollen und optimistisch nach vorne schauen, werden gerade jetzt besonders gebraucht. Unsere Einsatzstellen freuen sich auf euch. Gemeinsam werden wir es schaffen, den Weg in euren Freiwilligendienst zu ermöglichen.

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Unsere Plätze sind für das Jahr 2021 belegt.

Unter bestimmten Bedingungen ist jedoch eine Platzierung für Bewerbungen aus der EU möglich. Fragen Sie bei Interesse bei uns an.


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