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Olympeace – „Frieden liegt in unseren Händen“

Kinder aus Konfliktgebieten entdecken gemeinsam die alte Idee von Olympia – und einander. Wesentlicher Initiator dieser Friedensinitiative ist der Jerusalemer Waldorflehrer Eyal Bloch. Die zweite „Olympeace“ brachte 2003 wieder 250 Kinder u.a. aus Nordirland, Serbien, Kosovo, Zypern, Bethlehem und Jerusalem zusammen.

Frieden ist einfacher...

Als wir ankamen, war jeder sehr freundlich. Ich war neugierig zu erfahren, was sie denken. Taten sie nur so oder kannten sie sich tatsächlich gegenseitig? Wir verstanden nichts. Obwohl sie so freundlich waren, waren sie anders. Wir hatten nicht solchen Sport in der Schule.

Ich mochte dennoch den Speer – er sah so nobel aus – und wollte unbedingt erfolgreich sein. Dann, beim Ringen, traf ich arabische Mädchen. Es war schwer zu akzeptieren, daß es kein Wettkampf war – bei Soccer ist der einzige Zweck, zu gewinnen, und wenn Du es nicht tust, fühlt sich die ganze Klasse mies. Dann aber begriff ich die Idee...

Die Leiter stellten das Projekt sehr gut vor und machten es uns leicht, auf die großen Augenblicke zu warten. Ihre eigene Freude verwandelte uns und führte zu einer großen Erwartung auf die wundervollen Tage vor uns. Und auch wenn es später manchmal sehr anstrengend wurde, gab niemand auf. Warum? Niemand fühlte sich in all den Tagen jemals allein. – Es gab keine Konflikte zwischen den Erwachsenen und Kindern. Selbst der größte Troublemaker wurde zu jemandem, der anderen half. Die Kinder fühlten die Liebe, und dies war nichts, was sie von ihren Lehrern in der Schule gewohnt waren.

Wir Älteren mußten auch Vorbilder für die jüngeren Kinder sein. Wenn wir Lust hatten, spät aufzustehen, wollten die Jüngeren dasselbe. Wir mußten schnell reif werden... Doch bei aller Anstrengung – wenn Du Deine Aufgabe verstehst, wird sie wundervoll. Ich fühlte mich verantwortlich, erwachsen und glücklich. Ich mußte zum Beispiel ein kleines Mädchen irgendwohin bringen und war besorgt um jeden kleinen Dorn, der ihren unbekleideten Fuß verletzen könnte.

Das Großartigste des ganzen Projektes war Freundschaft. Sie entstand von selbst aus dem Wunsch, von den anderen Kulturen zu lernen. Und wir wußten, wir hatten wenig Zeit – wenn wir es nicht jetzt täten, würde es keine andere Gelegenheit geben. Normalerweise brauchen Freundschaften Jahre, um zu wachsen, doch hier, in dieser Intensität des Zusammenseins, hatte ich das Gefühl, neue, enge Freunde in einer Weise zu haben, wie ich es nie zuvor erlebte.

Ich glaube, die jüngeren Kinder dachten nicht darüber nach, wer von wo gekommen war. Es spielt keine Rolle, woher Du kommst. Bei Olympeace bist Du ganz genauso wie jedes andere Kind. Ich war sicher, ich würde nur bei den israelischen Kindern sein, aber das verging schnell. Das Ganze war ein Paradies für Kinder.

Es braucht für Erwachsene eine schrecklich lange Zeit, bis sie ihre Weltanschauung ändern – der Kopf und das Herz der Kinder sind noch offen. Und so gibt es die Chance, wenn viele Kinder an Olympeace teilnehmen können, daß diese Kinder verstehen werden, daß Frieden in unseren Händen liegt, den Händen der nächsten Generation. Wenn Du etwas wirklich Großartiges erlebst, ist es schwierig, es in Worte zu fassen. Ich verlor mein Zeitgefühl und fragte nicht mehr, welcher Tag es war. Und plötzlich war es vorbei. Ich konnte es nicht glauben. Es gab keinen einzigen Moment, in dem ich meinen Kopf in mein Zelt hatte stecken wollen.

Zuhause leben wir unter schrecklichem Druck. Als ich zurückkehrte, wollte ich niemanden sehen. Frieden ist einfacher, und es macht viel mehr Spaß. Da gibt es kein „erlaubt“ oder „verboten“. Das einzige, was die Erwachsenen uns bei Olympeace nahebrachten, waren Möglichkeiten. Es war an uns, zu wählen. Kein Druck. Du bist akzeptiert wie Du bist.

Die ganze Idee ist zu hören. Selbst wenn ich nicht immer einverstanden bin, werde ich zuhören. Vielleicht gibt es etwas für mich zu lernen...

Amalia (13)(übersetzt hn)

... in unser aller Herz eingegraben

Auch ich durfte am Olympeace Projekt teilnehmen. Es war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Ich sah viele Kinder, die zum ersten Mal fern von zuhause waren und sich mit unerwarteter Leichtigkeit in einer schwierigen Situation bewegten: Neun heiße Tage in einem Zelt, keine Privatsphäre, ungewohntes Essen, viele Stunden am Tag mit neuen Kindern und Erwachsenen aus verschiedenen Ländern, fremde Sprachen.

Wie sich herausstellte, bildeten alle diese befremdlichen Bedingungen den fruchtbarsten Boden, den ich mir vorstellen kann, um einander zu verbinden, anderen zu helfen und gemeinsam Sport, Kunst und Musik zu machen – und all dies enthusiastisch und glücklich. Ich traf wundervolle Erwachsene aus aller Welt, die auf eigene Kosten einen Teil ihrer Sommerferien hier verbrachten, um sich und ihre Fähigkeiten einbringen zu können.

In Delphi, diesem symbolischen und kraftvollen Ort, entstand so ein einmaliges Bild – um die 300 Menschen verschiedenen Alters, aus verschiedenen Ländern und Gebieten voller Konflikte, Kulturen, Meinungen und Geschmäckern, sie alle überschritten Landes-, Religions- und Volksgrenzen. Wir teilten und praktizierten die alte, universelle Liebe für Sport und Kunst. Indem wir auch nur für kurze Zeit zusammenlebten, bildeten wir eine Gemeinschaft, eine große internationale Familie.

Dieses Bild ist nun in unser aller Herzen eingegraben. Diese Art von Gemeinschaft für diese neun Tage erlebt zu haben, ist der Beweis, daß die Möglichkeit zu Veränderungen in der Zukunft nicht länger ein Traum ist – es ist Realität geworden.

Elia Reznik, Kunstlehrerin an der Adam Waldorf School Jerusalem (übersetzt hn)

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