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Waldorfpädagogik in Patagonien

Patagonien, bräunlich graue Ebene, unendliche Einöde, Geröll, Staub und Wind... Weit, weit weg von den fünf Waldorfschulen in Buenos Aires liegen die kleinen Initiativen, die hier einmal vorgestellt werden sollen.

Weder Baum noch Strauch, keine Strassen, Wege oder Ansiedlungen, nur hie und da eine einsame Erdölanlage. In grossem Bogen darüber der Himmel mit einem ständig wechselnden, zarten Licht- und Farbenspiel.

Die Naturkräfte hier erfordern Stärke: Die Temperaturen erreichen im Sommer bis zu 40º C und im Winter -10ºC. Der Wind ist ständiger Gast in Patagonien und reißt oft mit, was nicht niet- und nagelfest ist.

Neuquén

Inmitten der Ödnis liegt in einem grünen Tal die Provinzhauptstadt Neuquén – 1200 km südwestlich von Buenos Aires. Rechtwinklige Strassen, Pappelreihen als Windbarrieren, und rings um den Stadtkern Apfel- und Birnbaumplantagen, deren Früchte ehemals in alle Welt exportiert wurden.

Die Mapuches, die indianische Urbevölkerung, leben zurückgezogen in kleinen Dorfgemeinschaften und kämpfen ergebnislos um ihren Grund und Boden und legitime Existenzmöglichkeit. Heutzutage sind die meisten Einwohner aus anderen Gegenden arbeitsuchend hergezogen.

Im Vorort Plottier enstand vor zwei Jahren der kleine Kindergarten “Aike” (“Bote”). Neben einem improvisierten Fussballfeld liegt das kleine angemietete Häuschen, in dem sich nun 20 Kinder und zwei Kindergärtnerinnen täglich treffen.

Alles begann mit einem wöchentlichen Malkurs für Kinder. Bald erwachten in den Eltern Fragen nach einem Waldorfkindergarten. Nachdem eine Anfrage aus dem fernen Neuquén im Waldorfseminar in Buenos Aires eingetroffen war, wurde das erste berufsbegleitende “Fernseminar” eingerichtet.

Fünf- bis sechsmal im Jahr fliegen nun zwei Dozenten nach Neuquén, um an einem verlängerten Wochenende jeweils eine neue Studienepoche einzuleiten. Die 20 Lehrer und Eltern meistern dieses Studium unter grossen Opfern. Mühsam sparen sie für die Reisekosten und das Honorar – die gesamte Inlandsregion ist am ärgsten von der argentinischen Krise betroffen. Es war eine große Hilfe, daß die Freunde der Erziehungskunst in der ersten Zeit die Reisekosten eines Dozenten decken konnten. Nun aber muss auch diese Anstrengung selber erbracht werden.

Die Eltern hoffen gleichwohl auch schon auf eine Waldorfschule. Dafür müssen grössere Räumlichkeiten gemietet werden, und wie überall im Lande ist nicht mit staatlicher Hilfe, wohl aber mit behördlichen Unannehmlichkeiten zu rechnen. Dennoch beflügelt die kleine Gruppe echter Pioniergeist, und man kann ahnen, dass sie es trotz allem schaffen werden!

weiter nach Süden: Bariloche 

Wenn wir noch 400 km nach Südosten reisen, kommen wir nach Bariloche. Reichliche Schnee- und Regenfälle ermöglichen einer großen Vielfalt von Blumen und Bäumen das Wachstum. Die schöne Landschaft mit ihren Bergen und Seen macht diesen Ort zu einem Touristenzentrum. Viele mitteleuropäische Einwanderer und ehemalige Großstädter sind hier ansässig geworden, während die Ureinwohner größtenteils in Armenvierteln oben auf den kärgeren Bergen wohnen.

Vor einem Jahr entstand auch hier ein kleiner Waldorfkindergarten: “Mandala”. Zuvor hatten sich etwa 40 Menschen zusammengefunden und ebenfalls um ein “Fernseminar” gebeten. Eine Studentin war bereits Kindergärtnerin und begann mit einer Spielgruppe, die sich bald zum Kindergarten entwickelte. Mit außergewöhnlicher Hingabe und Freude betreut sie die Kinder, und die Eltern arbeiten tatkräftig an dem Ziel, in den nächsten Jahren mit dem Schulaufbau zu beginnen.

... noch weiter: El Bolsón 

Noch weitere 200 km im Süden liegt das fruchtbare Andental El Bolsón. Ein gütiges Mikro­klima ermöglicht eine ertragreiche biologische Landwirtschaft, vor allem Kirsch- und Mandelbäume, aber auch Gemüse.

1998 begannen hier einige Eltern aus Unzufriedenheit mit dem Schulsystem, ihre Kinder selbst zu unterrichten und gründeten die kleine Schule La Escuelita. Kurz darauf begegneten sie der Waldorfpädagogik, und so begann 2002 ein weiteres “Fernseminar” mit 42 Studenten, wobei die Dozenten hier zusätzlich die schon arbeitenden Lehrer betreuten und unterstützten.

Man kann nur staunen, was diese Menschen fast ohne Geld, jedoch mit echtem Pioniergeist bereits fertiggebracht haben. Zum Beispiel, dass die Miete auf einen symbolischen Wert festgelegt wurde, weil sie den Besitzer mitbegeistern konnten. Oder dass am Bau des Kindergartens Menschen aus aller Welt (Russland, USA, Schweiz, Holland, Spanien, Mexiko, Costa Rica, Perú, Chile), Teilnehmer eines Naturbaukurses, unentgeltlich mitarbeiteten. Dass fast am Ende der Welt eine so buntgemischte Menschengruppe für das Wohl der Kinder so freudig und intensiv zusammen tätig war, kann nur ein gutes Omen sein.

Dies war nur einen kleiner Blick auf die Initiativen im fernen Patagonien. Wie aber kann man das Leben und Ringen, die oftmals schwer bedrückende wirtschaftliche Situation, die mangelnde Infrastruktur, die allgemein herrschende Unsicherheit wiedergeben? Und wie andrerseits auch die grossen Freuden, die z.B. manchmal ein kleinster Fortschritt eines der Kinder erzeugt, die Begeisterung der Begegnung, die Gastfreundschaft und vieles mehr? Patagonien ist eine Reise wert! Vielleicht wollen Sie es selber einmal “direkt” erleben. Es lohnt sich wirklich.

Úrsula Vallendor

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