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"...das einzig Richtige für Afrika"

In dem nahe von Togos Hauptstadt Lomé gelegenen kleinen Dorf Adétikopé entstand 2002 das Projekt AVENIR. Zunächst wurde eine biologische Ananasfarm aufgebaut, bald darauf eröffnete ein waldorf-orientierter Kindergarten. Zusammen mit einer geplanten Grundschule soll er Keime für eine "Pädagogik der Zukunft" legen.

Als Basis des Projekts und Zeichen der länderübergreifenden Freundschaft stellten zwei Menschen aus Togo und Deutschland dem Verein AVENIR sechs Hektar Land zur Verfügung. – Keimzelle für ein landwirtschaftliches Projekt mit Ananasplantage als Mittelpunkt. Zahlreiche Freunde und Unterstützer aus dem Waldorf-Umfeld (vor allem Schloss Hamborn und Hiberniaschule) ermöglichten durch symbolischen Erwerb von "Anteilen" den Beginn.

Wer einmal in Afrika war, weiß, dass es eine Geduldsprobe für afrikanische Menschen ist, heute zu pflanzen und erst in 18 Monaten zu ernten. Doch schon heute sind die Dorfbewohner mächtig stolz auf "ihre" Ananas. Die erste Ernte wurde bereits mit Erfolg lokal vermarktet, die zweite steht bald als getrocknete Bio-Ananas für den Export bereit.

Aber noch stolzer sind die Menschen auf "ihren" Kindergarten, der sich äußerlich und "innerlich" von den wenigen anderen Kindergärten unterscheidet, die sich alle gleichen wie ein Ei dem anderen.

Dieser Kindergarten eröffnete im September 2004 unter Leitung der erfahrenen Pädagogin Kafui Hotor, die sich bei einem Aufenthalt in Deutschland für Waldorfpädagogik begeisterte. Schon zuvor hatte sie in einem anderen Dorf einen Kindergarten und eine Schule gegründet, die später von der Katholischen Mission übernommen wurden.

Frau Hotor stand in ihrem Impuls der Waldorfpädagogik schon nahe, bevor sie sie kennenlernte – dies zeigt sich etwa in ihrem individuellen Blick auf jedes Kind oder der Pflege der kindlichen Ehrfurcht vor der geistigen Welt und der Natur. Heute hält sie die Waldorfpädagogik für das "einzig Richtige für Afrika", weil sie an die dortigen Gegebenheiten anknüpfe und zugleich in die Zukunft führe.

Immer mehr Eltern hoffen jetzt auf eine kleine Grundschule, die im September anfangen soll. Die alte Dorfschule mit über 120 Kindern möchte niemand mehr besuchen: Sie ist gefährlich baufällig, die vom Staat nur unregelmässig bezahlten drei Lehrer wechseln monatlich. Ein sehr engagierter Lehrer, der selbst eine reformpädagogische Schule mit vielen Waldorf-Elementen gegründet hat, wird zunächst auch unseren jungen "Erstklasslehrer" betreuen. Vieles kennt er nur vom "Hörensagen" und er würde gern Alternativschulen in Deutschland und Frankreich besuchen, doch schon jetzt ist auch er überzeugt: Es ist genau diese Schulform, die Afrika retten kann.

Mechthild Gruner-Neurohr