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Beharrlichkeit und Häkelarbeit werden zu Liebe

In Klasse 3 lernten sie, kleine Quadrate zu häkeln – in Klasse 4 machten sie die Erfahrung, zu teilen und zu schenken... Eine Mutter berichtet aus der Handarbeitsepoche an der kleinen Waldorfschule Stellenbosch.

Als die Drittklässler sich vor einem Jahr an ihr letztes Handarbeits-Projekt machten, waren die meisten Kinder überwältigt, wie schwierig es war, das Häkeln zu lernen. Ihre Klassenlehrerin Tina Coombes und einige Mütter, die helfen wollten, schauten sich während der ersten Stunde quer durch den Klassenraum an und fragten sich, was sie da in Angriff genommen hatten.

Einige wenige Mädchen konnten schon häkeln – doch alle übrigen Kinder, die sich das Stricken bereits sicher angeeignet hatten, fühlten sich nun, als würden sie ihre Finger verknoten, mit einer einzigen seltsamen Nadel, immer bemüht, sie auf dem Faden zu halten. Die Frustration wuchs rasant.

Tina versicherte den Kindern geduldig, daß sie auf gutem Wege seien, ihre Reise in diese neue Herausforderung zu meistern. Der Garn war extra für die Kinder mit exquisiten Farben gefärbt worden. Die Mütter schenkten jeder Frage der Kinder aufmerksame Beachtung. Und langsam, langsam, wurde die Mühe von einem Fortschritt belohnt, dann von einem nächsten...

Zunächst häkelte jedes Kind ein gut aussehendes Lesezeichen oder ein großartiges Haarband. Und dann trat ihre wirkliche Aufgabe in den Vordergrund... Sie schlugen vor, Quadrate zu häkeln (das war auch unsere Idee), die sie dann zusammenfügen würden, um eine Decke zu machen.

Fröhlich machten sich die Kinder an die Auswahl verschiedener Farben – andere als die, mit denen sie zuvor so mühsam gearbeitet hatten... Und dann hatten sie schließlich nach viel Beharrlichkeit genug Quadrate, Rechtecke und einige überraschende Dreiecke angesammelt – unter Mithilfe einiger Mütter –, daß sie sie nun zusammenfügen konnten.

Das Geschenk

Es war ein kühler Herbstmorgen [Frühlingszeit auf der Nordhalbkugel], als die Viertklässler (die sie nun waren) die waldorfinspirierte Kinderkrippe der benachbarten Blauklippen-Farm besuchten, wo Kinder und Babys der Farmarbeiter betreut wurden. Mit großem Stolz präsentierten die Kinder ihr Werk der Liebe – ein Kaleidoskop gefärbter Baumwolle, eine mollige Bettdecke für eines der Babys.

Die Frauen der Kinderkrippe sagten, daß sie auch Bettdecken für die Puppen bräuchten, und die Mütter zeigten ihnen kleine, mit Regenbogengarn gehäkelte Puppendecken. Sofort wurden diese nach echter afrikanischer Art gewickelt – schon saßen die Puppen sicher auf den Rücken der Mädchen. Und ab ging es zum fröhlichem Spiel mit den Kindern der Waldorfschule, während es die Puppen sicher und warm hatten...

Margaret Laubser (übersetzt hn)