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Virginias Educare Centre

Virginia verkörpert die Frauen Südafrikas – stark und vorwärtsblickend. Sie ist optimistisch, daß sie fähig sein wird, ihre Visionen und Ziele zu erreichen. Sie hat eine stille Stärke, die sie durch viele Enttäuschungen und Hindernisse trägt, die den Weg zu ihrem Ziel versperren. 

Virginias Haltung scheint ein "Ja, so ist es nun mal, aber jetzt werde ich meinen Weg finden und fortsetzen." Ihre warmherzige Art und ihr fröhliches Lächeln umhüllen die Kinder in ihrer Obhut. Dieses tiefe Interesse an dem Wohlergehen von Kindern war mit das erste, das uns während ihrer Ausbildung auffiel.

Virginia wurde in Matatiele in der Eastern Cape Region geboren, wo sie zur Schule ging und später heiratete. Ihr Mann ging in Kapstadt arbeiten, aber die damaligen Gesetze verboten ihr, mit ihm zu gehen. So lebte sie mit ihren Kindern bei der Schwiegermutter und versuchte mit selbst angebautem Gemüse und dem wenigen Geld, das ihr Mann nach Hause schickte, über die Runden zu kommen.

Als ihr Mann starb, zog Virginia nach Kapstadt. Sie arbeitete als Haushaltshilfe, aber ihr Traum war es, mit Kindern zu arbeiten. Sie liebte Kinder und wollte ihnen ein anderes Leben ermöglichen. 1993 schließlich traf sie mehrere andere Frauen, und zusammen öffneten sie ein Educare Centre. Doch bald gab es Probleme, als sie entdeckten, daß sie nicht dieselben Ziele hatten. Virginia beantragte daraufhin ganz auf sich gestellt ein Haus, das sie 1995 bekam.

Voller Optimismus und Freude zog sie um. Nun könnte sie endlich ihre Träume wahr machen! Sie absolvierte einen Basiskurs für Educare-Erziehung und begann, ein Centre zu planen. Zunächst beantragte sie bei der lokalen Community ein Stück Land, erhielt aber trotz wiederholter Anträge keine Antwort. Also baute sie einen hölzernen Schuppen in ihrem Garten und verwandelte den Hauptraum ihres winzigen Hauses in eine Küche mit einer kleinen Ecke, wo sie die Babys versorgen konnte.

Stolz öffnete sie die Türen ihrer "Siphamandla Educare", und über die Jahre sonnten sich viele Kinder in der Wärme ihrer Fürsorge. ("Siphamandla" bedeutet etwa "das Geschenk der Bevollmächtigung erhalten"). Doch Virginia, wie sie ist, hörte hier nicht auf. Sie gab nie auf, die zuständigen Stellen zu drängen und zu belästigen, ihr Land zu geben, und neue Freunde und Unterstützer für ihr Anliegen zu gewinnen. Und sie kam zu unserem Ausbildungskurs, an dessen Ende sie sagte: "Es gab genug Zeit für die Ausbildung und für das Verstehen. Es war eine gute Ausbildung!"

Schließlich, im letzten Jahr, nach zehn Jahren von Anträgen, Formularen, Interviews, Nachfragen und Drängen, erhielt Virginia ihr Land – und mehr: Die Sozialbehörden werden ihr helfen zu bauen!

Es war noch immer kein einfacher Weg. Das Land war von Leuten besetzt, die ihre Hütten darauf gebaut hatten, und kaum waren sie verschwunden, entstanden über Nacht mehr Hütten als zuvor. Wir konnten ihr helfen, das Land einzuzäunen (Dank an die internationale Kindergartenvereinigung) und einen Wasseranschluß zu bekommen.

Der Bau hat begonnen – ein schönes, geräumiges Gebäude. Virginia ist unglaublich aufgeregt. Sie will eine wunderschöne Umgebung für die Kinder gestalten. Es gibt sehr wenig Einrichtung und keine Möbel. Virginia hat Puppen gemacht, um sie zu verkaufen, und die Eltern jedes Kindes sollen einen Stuhl spenden. "Und Ann", sagt sie und ihre Augen leuchten, "das ist noch nicht alles, ich werde mir über viele andere Dinge Gedanken machen!"

"Und was ist jetzt Dein Traum?", frage ich sie. – "Die Kinder hier für das Morgen erziehen ... und selbst immer weiter lernen!"

Ann Sharfman (übersetzt hn)