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Liebe Leserin, lieber Leser,

vielleicht haben Sie nach diesem Sommer noch nicht das Gefühl, doch der Herbst beginnt – und unser Herbst-Rundbrief ist da. Wir hoffen, daß wir Ihnen mit unserem neuen Konzept regionaler Schwerpunkte noch bessere Einblicke in die weltweite Waldorfbewegung geben können und Sie die Hefte über Ostasien und Südosteuropa mit Interesse gelesen haben.

Afrika ist nun das Thema dieses Rundbriefs. Ein Kontinent voller zunächst lebendiger, hoffnungsvoller Kinder – und voller Armut und Elend. Schon die Verhältnisse in Osteuropa und hier vor allem in Rumänien – angedeutet in manchen Berichten des letzten Rundbriefs – bringen uns an den Rand unseres normalen Vorstellungsvermögens. Weit jenseits liegen die Verhältnisse für zahllose Menschen in Afrika.

In mancher Hinsicht eine Sonderrolle nimmt Südafrika ein, wobei sich auch die Waldorfbewegung mit 16 Schulen ganz überwiegend hier konzentriert. Es gibt weit ärmere, krisengeschüttelte Länder südlich der Sahara, und doch steht Südafrika auch 12 Jahre nach der Apartheid vor überwältigenden Problemen. Jahrzehntelange Unterdrückung führte zu einem sich fortpflanzenden Klima der Gewalt, das durch die absolute Armut und Arbeitslosigkeit von fast 60% unter der schwarzen Bevölkerungsmehrheit nur noch angeheizt wird. Mit allein 19.000 Morden jährlich übertrifft Südafrika noch die neunmal größere USA.

Vor allem die Frauen und Kinder tragen das Leid. Jährlich werden in Südafrika 55.000 Vergewaltigungen angezeigt, und die Dunkelziffer ist noch 20-30x höher. Das bedeutet: Jede dritte Frau wird schon als Kind wenigstens einmal vergewaltigt, meist von einer ganzen Gruppe von Männern, Jugendlichen oder sogar anderen Kindern. Viele betrachten Mädchen und Frauen als Freiwild bzw. Eigentum. Sogar kleine Kinder und Babys werden Opfer – aufgrund des verbreiteten Glaubens, Sex mit jungfräulichen Mädchen könne Aids heilen! Und bei alledem sind Vergewaltigungen nur die Spitze des Eisberges der Gewalt, von der natürlich auch Jungen betroffen sind.

Die wenigen Waldorfschulen können zunächst nur heilende Tropfen auf den glühenden Stein des Hasses geben, doch es geht immer um den einzelnen Menschen. Jedes Kind, dessen Lebensfreude und mitgebrachten Begabungen nicht verschüttet werden, sondern mit Hilfe liebevoller Erzieherinnen und LehrerInnen aufblühen können, kann an einem neuen Afrika bauen.

Wir wünschen Ihnen eine gute Reise beim Entdecken des schwarzen, nein des Regenbogen-Kontinents!

Holger Niederhausen