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Anfänge im Herzen der Philippinen

Seit 1981 träumte ich davon, aus der Megastadt Manila wegzuziehen. Als mein Mann Jim Sharman und ich 1996 einen Sohn bekamen, wurde dieser Traum intensiver – er sollte die Natur erleben, während er aufwächst. Doch die einzige Waldorfschule des Landes befand sich in Manila...

Ich fand meinen Weg zur Waldorfpädagogik, nach einer Fortbildung über biodynamische Landwirtschaft mit Nicanor Perlas – diesem wunderbaren Kämpfer für eine bessere Welt.

Zuerst schien es meinem Mann und mir genug, daß unser Sohn die Manila Waldorfschule besuchen könnte. Doch als wir uns in die Waldorfpädagogik vertieften, fühlten wir, daß diese Erziehung sich ausbreiten müßte.

Nach mehreren Umzugsplänen wurde mir zuletzt im Herzen des Landes ein Stück Land angeboten, das zuvor meinem Vater gehörte. Es liegt im Ort Zarraga, Provinz Iloilo, auf der Insel Panay, fast eine Flugstunde von Manila entfernt. Obwohl ich in Manila aufwuchs, verbrachte ich in meiner Jugend mehrere Sommer in Iloilo City und – durch eine Fügung des „Schicksals“ – das letzte und glücklichste Jahr meiner ganzen Schulzeit. Auch meinem Mann begegnete ich zum ersten Mal in Iloilo, obwohl wir danach sieben Jahre in Manila lebten.

Am Ende bekamen wir die Natur, die wir erhofft hatten... Für zwei Jahre unterrichtete ich meinen Sohn zuhause, bis eine Lehrerin kürzlich ihren Weg zu uns fand – von einer anderen Insel in diesem Land der über 7000 Inseln.

Drei Jahre lang organisierten mein Mann und ich wöchentliche Studientreffen (zu denen oft nur eine weitere Person kam) und mehrere Seminare – teilweise mit Nicanor Perlas, der zufällig von derselben Insel stammt. Dann begannen wir eine „dritte Klasse“ mit vier Kindern: Unser Sohn, sein Cousin und zwei Kinder aus finanziell benachteiligten Familien.

Wir bauen jetzt einen Klassenraum für viele Kinder, die noch den Weg zu uns finden werden... Ermutigt werden wir durch Kontakte mit der Stiftung einer lokalen Mikrokredit-Bank, die den Kindern der mit ihr verbundenen Familien den Schulbesuch ermöglichen möchte. Ende November wollen wir eine Lehrer-Ausbildung mit verschiedenen Modulen beginnen. Dies soll die Basis für eine echte Schulgründung und die Ausbreitung der Waldorfpädagogik in diesem Teil des Landes bilden.

Der Weg vor uns scheint noch immer einschüchternd, aber wir gehen ihn und wissen, daß wir in unseren Bemühungen nicht allein sind. Wenn ich auf meine Biographie schaue – das High School Jahr in Iloilo, die Besuche in Zarranga, die Begegnung mit meinem Mann – gewinne ich eine Zuversicht, daß wir irgendwie am richtigen Ort und auf dem richtigen Weg sind.

Tesa Jalandoni (übersetzt hn)