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Ein wahres Märchen aus Hongkong

Schnellebiges Hongkong! Was zählt, sind akademische Grade und materieller Besitz – nicht ohne Verzweiflung... Familien wachen auf und sehnen sich nach Zeit und Raum für eine natürliche Entwicklung ihrer Kinder.

Bitte einsteigen! Vorbei am Hafen und dem grünen Südchinesischen Meer, dann durch das Labyrinth der Spiegeltürme und überfüllten Straßen, fährt der Bus bergauf nach Victoria Peak.

Lachende Gesichter und die wundervollen Räume unseres Kindergartens begrüßen uns. Heute ist chinesischer Neujahrstag. Wir werden den Löwentanz feiern und aufpassen, daß wir unsere Kaninchen nicht erschrecken. Aber wahrscheinlich knabbern sie ohnehin ganz beschäftigt die Salatblätter, die die Kinder ihnen gaben...

Habe ich Ihnen erzählt, wie alles begann? Nun, hören Sie...

Es war einmal (1992) eine Gruppe von Eltern, die sich mehr als alles andere wünschten, daß ihre Kinder durch Spielen lernen könnten. Sie suchten nach einem Ort für ihre Ideale. Plötzlich kamen sie an ein großes, hohes Tor, das sich öffnete. Sie gingen über die Schwelle zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten. Eine Erziehung, in deren Mittelpunkt das Kind steht...

Sieben Jahre lang waren alle glücklich. Dann fehlte eine neue Inspiration. Eltern gingen und das Haus sah müde aus. In ganz Hongkong begann die Kreativität des kleinen Kindes zu verhungern. „Früh­lern­zentren“ überboten sich mit glänzender Ausstattung, jedes war „größer, besser und schneller“ und produzierte kleine Genies. Dazu kam die Luftverschmutzung, der Lärm. Familien gingen fort...

Eine Frau flog weit über das Meer und viele Länder und kam nach England. Wie anders war es hier: es gab Platz, Parks, Felder! Sie öffnete sich ganz dem, was kommen würde.

Als sie zu einem großen alten Haus kam (Michael Hall School), blieb sie dort eine lange und eine kurze Zeit. Dann schickte man sie zu einem anderen Haus (Emerson College), um mehr zu lernen. Und langsam bildete sich in ihr eine Vision: Ein Waldorfkindergartens in Hongkong...

Sie kehrte zurück und fand mit den Menschen, die geblieben waren, ein heruntergekommenes Haus auf einem Hügel. Die Fensterrahmen waren von Termiten zerfressen, und doch hörten sie schon, wie das Lachen der Kinder die Räume erfüllte.

Sollten sie den Sprung wagen, für den sie viel Mut, Ausdauer und Geld brauchen würden? Es gab nur eine Antwort...

Im März 2002 begann eine Fortbildung mit Dozenten aus verschiedenen Ländern, die vier Erzie­herinnen dieses Jahr abschließen. Bald soll auch eine Schule entstehen. Inzwischen gehören über 150 Familien zu unserer Initiative. Die Waldorfpädagogik faßt langsam Fuß in Hongkong – dem Tor zu China. Doch wir brauchen viel Hilfe, um die guten Anfänge zu vertiefen und zu verbreiten...

Julie Lam (übersetzt hn)