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Eigentlich eine Friedensinitiative...

Erziehung bedeutet immer Dialog - Dialog setzt Begegnungsfähigkeit voraus - Begegnungsfähigkeit basiert auf dem Bedürfnis nach Kommunikation – Kunst ist Kommunikation... Die Ausbildung zu WaldorflehrerInnen, KindergärtnerInnen und HeilpädagogInnen in Zagreb macht es sich zur Aufgabe, gerade auf Grund der besonderen kulturellen und zeitgeschichtlichen Verhältnisse im ehemaligen Jugoslawien diesen Thesen zu entsprechen. Sie versteht sich als eine Institution, die den Boden für die Pflege des Dialogs bereiten will.

Während der Balkankriege, als die Forderung nach politischer Autonomie der verschiedenen ethnischen Gruppen in aller Dramatik gestellt und erkämpft wurde, stellte sich gleichzeitig die Frage nach den dafür notwendigen kulturellen, sozialen und psychologischen Voraussetzungen. Wie können diese geschaffen und veranlagt werden?

Aus dem dringenden und existenziellen Bedürfnis vieler Menschen in Kroatien und Bosnien, eine neue, zukünftige Begegnungsebene zu finden, bot sich die Waldorfpädagogik an, die in ihrem Grundduktus eine allgemein menschliche, also weder national noch kulturell determinierte Pädagogik ist. Sie hat weltweit bewiesen, dass sie eine Pädagogik des Dialogs sein kann, die zur multisozialen, multiethnischen und multikulturellen Begegnung befähigt.

So wurden im Jahr 2000 in Zagreb der Verein Kultur und Pädagogik und die Pädagogische Hochschule Janusz Korczak gegründet, welche eine Ausbildung auf Grundlage der Waldorfpädagogik anbieten. Der dreijährige berufs- und studienbegleitende Lehrgang begann im September 2000 mit 80 Studenten. Gemäß der Intention - Bildung und Erziehung im Dialog - unterrichten und arbeiten im Ausbildungskollegium Universitätsprofessoren, Künstler, Lehrer und Dozenten für Waldorfpädagogik aus Kroatien, Österreich, Deutschland, der Schweiz und Tschechien zusammen.

Nach dem Abschluss des ersten Kurses im Sommer 2003 schloß die Universität Zagreb eine Vereinbarung mit der Pädagogischen Hochschule Janusz Korczak und bietet nun die von dieser durchgeführte Waldorflehrer- und Waldorfkindergärtner-Ausbildung an.

Dem Ziel, eine Begegnungsplattform zu schaffen und den Dialog als ein die Ausbildung konstituierendes Element zu pflegen, sind wir damit wieder einen Schritt näher gekommen und wieder einmal hat sich gezeigt, wie hierbei den Sozial-Künsten (Eurythmie, Tanz, Chorsingen, Sprachgestaltung und Spontantheater) eine ganz besondere Bedeutung zukommt.

Dass dieses Ausbildungsmodell gewollt und angenommen wird, zeigt sich daran, dass wir inzwischen nicht nur StudentInnen aus Bosnien, sondern auch aus der Republik Srpska, aus Montenegro und Slowenien haben und regelmäßig gemeinsame Intensivkurse mit der Wiener Schwesterinitiative „Zentrum für Kultur und Pädagogik“ veranstalten, in welcher auch slowakische StudentInnen eingeschrieben sind.

Tobias Richter