Das Centre for Creative Education (CCE) in Kapstadt unterstützt etwa 6000 Kinder in Educare Centres und ermöglicht ihnen dadurch ein kindgerechtes Aufwachsen. Das CCE ist die wichtigste und bisher einzige staatlich anerkannte Waldorflehrerausbildungsstätte in Afrika - wichtig nicht nur für Studenten aus Südafrika, sondern auch aus anderen Ländern Afrikas.
Am 24. Oktober 2011 erreichte die Freunde der Erziehungskunst ein Eilaufruf. Dem CCE fehlen mindestens 137.000 Euro. Bisher wurde der Haushalt des CCE u.a. durch Zuwendungen des nationalen Lotteriefonds finanziert, die in diesem Jahr ausgeblieben sind. Schon im dritten Monat in Folge kann das CCE die Gehälter an die Dozenten und Mitarbeiter nicht mehr zahlen. „Ich habe immer an unsere eigene Kraft geglaubt, aber aus eigenem Antrieb schaffen wir es diesmal nicht“, so Helen Stotko, die Geschäftsführerin des CCE.
„Im laufenden Haushalt fehlen jetzt die eingeplanten 1,5 Millionen südafrikanische Rand (~137.000 Euro). Das hat das CCE in die schwierigste Lage seit 18 Jahren gebracht.“
Die meisten Menschen leben in Südafrika noch immer unter der Armutsgrenze. Bildung wird so zu einem Luxus statt zu einem grundlegenden Menschenrecht. In den südafrikanischen Townships gehen 75% der Kinder unter sechs Jahren nicht in einen Kindergarten. Oft werden sie aus Angst von den Eltern tagsüber eingesperrt und verbringen die Zeit vor dem Fernseher.
Das Centre for Creative Education in Kapstadt ist die einzige unabhängige Lehrerausbildungsstätte in ganz Südafrika. Mit unermüdlichem Enthusiasmus werden Frauen aus den Townships auf ihre Pionierarbeit als Erzieherinnen in Educare Centres vorbereitet. Die Educare Centres, die oftmals in Wellblechhütten beginnen, arbeiten mit einfachsten Mitteln für die kleinsten Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren und haben ihre Türen für alle Kinder offen, unabhängig von ihrer Herkunft.
"Der Wille zum Schulbesuch hängt eng mit dem Umfeld der Kinder zusammen. Das ist, was wir am CCE machen: Lehrer auf die harsche Welt in den Townships vorbereiten, wo es nicht normal ist, dass Kinder für den Schulbesuch motiviert werden, wo die trostlose Township Umgebung harte zwischenmenschliche Erfahrungen mit sich bringt, wo die jungen Menschen nicht mehr an ihre eigene Zukunft glauben. Unsere Erziehung bringt Würde, Respekt und Zuneigung in ihr Leben", so Helen Stotko.
Das Ausbildungsangebot des CCE ist inzwischen vielfältig. Neben dem Bachelor for Education als Vollzeit- oder Teilzeitstudium, kann man dort den Bachelor of Arts in Eurythmy, sowie das Diplom in Early Childhood Development erwerben.
Nach dem Ausbleiben der Lotteriegelder wurde in den letzten Monaten am CCE eine intensive Krisensicherung vorbereitet. Neben dem Vorstand unterstützen die Dozenten Silke Sponheuer und Joan Sleigh diesen Prozess und suchen nach neuen langfristigen Möglichkeiten.
Darüber hinaus wurde ein ständiger Kontakt zu den Behörden aufgebaut. Unabhängig von der finanziellen Krise hat die Bildungsbehörde in diesem Jahr wieder alle Ausbildungsprogramme des CCE erfolgreich akkreditiert; ein reges Interesse an der Waldorfpädagogik wird nach wie vor signalisiert.
Um für die Zukunft eine stabile Grundlage zu schaffen, wird das CCE zusätzliche anerkannte Angebote für die Lehrerfortbildungen einrichten. Weitere Maßnahmen sind auf den Weg gebracht worden. Und um die Forschungsarbeit anzuregen, möchte das Zentrum mit der University of Johannesburg zusammenarbeiten. Es gibt bereits zwei umfangreiche Forschungsprojekte, die sich mit der Waldorferziehung im Kontext von Südafrika beschäftigen. Außerdem werden zurzeit die Möglichkeiten für Studentenjobs ausgeweitet.
Und schließlich wurde ein „Fundraising drive“ eingerichtet, an dem sich Waldorfschulen, Mitarbeiter, Freunde, Studenten, Schüler sowie die Freiwilligen beteiligen. Alles wird dafür getan, um in Zukunft unabhängig vom Lotteriegeld zu werden.
137.000 Euro werden bis zum Ende des Jahres benötigt. Helfen Sie mit! damit das CCE unter großen Einsparungen zumindest seine Kosten für dieses Jahr decken und das Seminar fortgeführt werden kann.
Mit unserem herzlichen Dank
Nana Göbel, Henning Kullak-Ublick, Bernd Ruf, Andreas Schubert