18.03.2011

Tsunami in Japan

Wie geht es den Waldorfschulen nach der Naturkatastrophe vom 11. März?

Mit Betroffenheit, tiefer Sorge und Mitgefühl für die betroffenen Menschen, haben auch wir die Ereignisse der letzten Tage in Japan verfolgt.

Bisher haben uns einige Emails mit Informationen über die Waldorfschulen in Japan erreicht. Es scheint glücklicherweise allen Waldorfschulen gut zu gehen. Laut unseren Informationen sind keine Schüler, Eltern oder Lehrer verletzt und die Schulgebäude sind in Sicherheit. Die aktuellen Nachrichten die wir aus Japan empfangen können Sie unten verfolgen.

Auf der Karte oben, ist die geographische Lage der Waldorfschulen in Japan dargestellt. Dabei ist deutlich sichtbar, dass die Initiativen in einiger Entfernung vom Epizentrum des Bebens, vor der Küste von Sendai, entfernt sind. Beängstigend ist allerdings die Entwicklung der Situation in den Atomkraftwerken. 

Zudem wird von den Freunden der Erziehungskunst gerade ein Notfallpädagogik-Einsatz vorbereitet. Wir bitten Sie um Unterstützung, damit wir den Kindern im betroffenen Gebiet helfen können.

Vielen Dank!

GLS Bank


Konto: 800 800 700


BLZ 430 609 67

Verwendungszweck: “JAPAN”
(Sollten mehr Spenden eingehen als wir für den Einsatz in Japan benötigen oder der Einsatz aufgrund der Sicherheitslage nicht möglich sein, werden wir Ihre Spende für andere notfallpädagogische Einsätze verwenden.)

*NEUE INFORMATIONEN*

14.März: 

Von Yumiko Morikwaka von der Fujino Waldorfschule hören wir, dass die Schule intakt ist und keinen Schaden erlitten hat. Es war der Tag der Abschlussfeier der 12. Klässler, jedoch waren die Schüler  zum Zeitpunkt des Bebens schon Zuhause oder auf dem Weg dorthin. 

15.März: 

"Die Schule steht noch, es hat zwar stark gewackelt (und danach ständig immer wieder schwächer) aber hier in Tokyo sind soweit uns bekannt ist, keine Häuser direkt zusammengestürzt. Auch sind wir weit vom Meer entfernt und somit nicht vom Tsunami betroffen. Manchen Schüler konnten aber an diesem Tag nicht nach Hause fahren, da die Züge nicht fuhren.
Wir mussten die Schüler eine Woche früher in die Frühlingsferien schicken, da die Gefahr von Nachbeben und somit die Gefahr nicht nach Hause zu können, zu groß war. Danach kamen die Probleme mit den Atomkraftwerken. Heute ging man möglichst nicht aus dem Haus wegen der ungünstigen Windrichtung von den Atomkraftwerken. Heute Mittag hat ein Amateur hier etwas erhöhte Zerfallswerte gemessen (4fach höher als der natürliche Wert). Jetzt weht der Wind wieder günstig. Gerade bebt es wieder sehr stark....

Viele Grüße 

Virgilius Vogl und Masayo Toriyama 
Waldorfschule Tokyo Kenji no Gakko"

16.März: 

Gerade haben wir auch Neuigkeiten aus der Kyotanabe Waldorfschule in Kyoto bekommen. Der Schule und ihrer Mitglieder geht es gut, da die Kansai Region nicht vom Erdbeben oder dem Tsunami betroffen ist:

"Als das Erdbeben stattfand, waren wir alle zur Aufführung des Achtklassspiels im großen Saal versammelt und haben nicht einmal eine Erschütterung gespürt. Wir stehen in Kontakt mit anderen Waldorfschulen und es scheint ihnen allen gut zu gehen, auch wenn die Schulen in der Region von Tokio das Beben deutlich mitbekommen haben (…) Die Kinder haben jetzt Frühlingsferien und die Lehrer sind mit dem Zeugnisschreiben sehr beschäftigt. Trotzdem verfolgen wir so oft es geht die Nachrichten im Fernsehen und Internet, da uns das Schicksal der betroffenen Menschen sehr nahe geht und zudem die Situation in den Atomkraftwerken Besorgnis erregt."

18.März:

Heute hat uns eine Email aus der Steiner-Schule in Hokkaido erreicht:

"Unseren Kindern, Eltern und Lehrern geht es soweit gut. Unsere Schule war nicht direkt vom Erdbeben und dem Tsunami betroffen, da wir uns weiter nördlich befinden. Leider ist unser Land aber weiter in einer schlimmen Lage, vor allem in der Region Tohuku. Wir sind zudem alle, trotz unserer günstigeren geographischen Lage, sehr besorgt über die Entwicklungen der atomaren Bedrohung. Wir versuchen aber weiterhin wo es nur irgend geht, den leidenden Menschen unsere Unterstützung zu geben. Wir akzeptieren  unsere Vergangenheit, in der wir es nicht geschafft haben die nukleare Energiegewinnung zu stoppen und beten für das Schicksal unseres Landes. Wir werden auch weiterhin mit Liebe, das beste für eine hoffnungsvolle Zukunft unserer Kinder tun."

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