In Kolumbien gibt es kaum Touristen, aber jährlich 30.000 Morde. Viele Menschen flüchten vor der Guerilla aus den Dörfern in die Städte. Bogota hat vielleicht 10 Millionen Einwohner, etwa die Hälfte ist unfaßbar arm. Im Stadtteil "Sierra Morena" unterstützt das Projekt "CES-Waldorf" durch eine vielfältige Sozialarbeit Kinder, Jugendliche und ihre Familien.
Kolumbien liegt im Nordwesten Südamerikas und ist etwa 12-mal so groß wie Österreich und dreimal so groß wie Deutschland. Das Land ist bekannt für exzellenten Kaffee aber auch für seinen Ruf als großer Drogenexporteur. Die ständigen Auseinandersetzungen zwischen illegalen bewaffneten Gruppen und staatlichen Sicherheitskräften haben zur weltweit größten Zahl von „Binnenflüchtlingen“ geführt. Die Ursachen der Konflikte sind vielseitig.
Mitte des 20. Jahrhunderts begann die Abwanderung in die Städte auf Grund von Parteienkonflikten zwischen Liberalen und Konservativen. Am 9. April 1948, der Tag, an dem der Freiheitsheld Gaitán ermordet wurde, begann die sogenannte „Violencia“, das heißt die „Zeit der politischen Gewalt“. Die Antwort darauf ist die Militärdiktatur des Generals Gustavo Rojas Pinilla, die im Mai 1957 unblutig endet. In den 60er Jahren entstehen die ersten Guerillabewegungen – die „Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ (FARC) und bald darauf das „Nationale Befreiungsheer“ (ELN).
Tausende Familien verlassen ihre Heimatorte und organisieren sich in den Bergen. Die Gewalt äußert sich nunmehr als Auseinandersetzung zwischen Guerilla-Gruppen marxistisch-leninistischer Ausrichtung und den offiziellen Streitkräften. In der Regierungsperiode 1982-86 kommt es zu ersten Friedensverhandlungen mit den Guerillagruppen, die zur Demobilisierung der Guerillaorganisationen „Bewegung 19. April“ und „Volksbefreiungsheer“ führen.
Zur selben Zeit konsolidieren sich illegale Truppen rechter politischer Ausrichtungen zur Wahrung der Interessen von Großgrundbesitzern und Industriellen (sie erhalten seitens des Staates keinerlei Unterstützung und werden ihrerseits von Guerillagruppen bedroht). Diese Truppen nennen sich „Vereinigte Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens“ (AUC) und sind heute unter der Bezeichnung „paras“ (=Paramilitärs) bekannt. Sie bestehen unter anderem aus ehemaligen Mitgliedern der offiziellen Streitkräfte.
Historisch betrachtet wurde Kolumbien aus der Gewalt geboren, „ernährte“ sich immer von Gewalt. Auch heute noch ist Mord und Vertreibung von Bauern, die in die Städte kommen, um dort in den Elendsvierteln Unterschlupf zu suchen, an der Tagesordnung. Es herrscht eine Atmosphäre von Verwahrlosung, Schutzlosigkeit und Ausgrenzung.
Heute hat Kolumbien etwa 44 Millionen Einwohner, 45% der Bevölkerung lebt in Armut. Von der Gesamtzahl der im Land Vertriebenen ließen sich ungefähr 2,2 Millionen in Bogotá nieder.
Der interne bewaffnete Konflikt, der Drogenhandel und das organisierte Verbrechen belasten die Menschenrechtssituation enorm. Dazu kommen Beschränkungen beim Zugang zur Justiz, Ungleichheit vor dem Gesetz und Diskriminierung. In Bogota angekommen lassen sich die Menschen an den Rändern der Stadt nieder und vergrößern dadurch die bereits bestehenden Elendsgürtel.
Ein Teufelskreis: Arbeits- und Wohnungslosigkeit, schlechte Ernährung und Ausbildung, Alkoholismus, Drogensucht, innerfamiliärer Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung führen zu Verzweiflung und auch Selbstmord. Die Elendsviertel sind Rekrutierungsfelder für illegal bewaffnete Milizen, Guerilla, Selbstverteidigungsgruppen und Paramilitärs.
Die Tätigkeit von CES-Waldorf in Ciudad Bolivar (Bogota) erfolgt inmitten der beschriebenen Verhältnisse von Armut und Gewalt. Der Stadtteil liegt an den Hängen der im Südwesten von Bogotá gelegenen Berge. Hier breitet sich einer der größten Elendsgürtel des ganzen Landes aus. An die zwei Millionen Menschen leben in diesem größten Stadtteil für Vertriebene.
Nach Regierungsangaben leben hier 75 % der Haushalte in Armut, 25 % in extremer Armut, das heißt von 1 US$ täglich. Angesichts der fehlenden schulischen Ausbildung und Arbeitsmöglichkeiten hängen hier 120.000 Jugendliche herum. Sie haben keine Beschäftigung und sind Gewalttätern aller Art ausgeliefert oder werden selbst zu neuen Mitgliedern der Unterwelt.
Das Fehlen von realen Überlebensmöglichkeiten bestimmt daher auch das Leben der 120 von 146 Familien, die um unsere Hilfe angesucht haben. Angst ist das tägliche Brot: Angst, das Haus zu verlassen. Angst entführt, bedroht, geschlagen zu werden. Angst, keine Arbeit zu finden. Angst, en Kindern kein Essen mitbringen zu können. Angst, den Blick zu heben. Angst, zu verlangen, was einem von Rechts wegen zustünde. Angst, vom (Ehe-)Mann vor den Kindern geprügelt zu werden. Angst, den eigenen Namen zu sagen, denn er könnte von falschen Ohren gehört werden. Angst, wegen fehlender Schulbildung nicht richtig sprechen zu können.
In diesem Umfeld ist eine gesunde Entwicklung der Zivilbevölkerung fast unmöglich. In den Kindern kann kein Glauben an die Zukunft gedeihen. Eltern fühlen sich machtlos, können ihre Wünsche nach einem besseren Leben nicht verwirklichen. Das wenige Geld muss für Medikamente, den Schulbesuch der Kinder, für Miete und Lebensmittel ausgegeben werden.
Das Niveau der Schulbildung und der beruflichen Ausbildung ist niedrig. 17% der Erwachsenen sind Analphabeten, 42% haben eine Volksschule besucht, 34% sind bis zur zweiten Schulstufe gekommen. Die Hälfte der Familienväter ist arbeitslos. Manche sind Hilfsarbeiter.
CES-Waldorf wurde 2001 unter anderem von Helmut von Loebell gegründet und ist eine gemeinnützige Organisation, die ein erzieherisches, künstlerisches und kulturelles Programm umsetzt. Kinder und Eltern lernen hier Möglichkeiten kennen, mit ihrer dramatischen Lebenssituation umzugehen. Die hier angewandte Pädagogik ist von der Waldorfpädagogik inspiriert und wird durch Helmut von Loebell aufgrund seiner Arbeit in verschiedenen Waldorfschulen kontinuierlich weiter verfolgt.
CES-Waldorf ist heute ein Schulzusatzprojekt. Es findet in den schulfreien Stunden des Tages statt und ist darauf ausgerichtet, Schülern grundsätzlich zu ermöglichen, den Schulunterricht zu erfassen. Gleichzeitig ist es ein Projekt, das auf die Komplementierung der familiären Erziehung ausgerichtet ist, was deshalb so notwenig ist, weil die Familien meist nicht vollständig sind und vorhandene Elternteile nur minimale Schulbildung haben und selbst in der Regel Opfer von Gewalt sind.
Die Geschichte von CES-Waldorf beginnt 1997 mit dem Prozess der gewaltfreien Wiedereingliederung einer Gruppe von 36 obdachlosen Familien in die Gesellschaft. Sie lebten in miserablen Hütten entlang der Eisenbahnschienen, die durch die Hauptstadt Kolumbiens führt. Streetworker, die damals schon mit H. von Loebell arbeiteten, konnten den Bulldozereinsatz abwehren, eine gewaltlose Übersiedlung der Bewohner nach Sierra Morena und ihr Recht auf Wohnungen erwirken. Man organisierte Ausweispapiere und Kredite für Billig-Fertigbauhäuser. Die Menschen wurden vom Team in die grundlegenden Erfordernisse eines geordnetes Lebens eingeführt – mit besonderem Augenmerk auf Regelmäßigkeit und Leben in der Gemeinschaft. Die Kinder bekamen Nachhilfeunterricht.
2001 wird ein Haus angemietet, in dem der erste Kindergarten mit 26 Kindern geführt wird. Unterernährung, Arbeitslosigkeit, Misshandlungen und sexueller Missbrauch sind die größten Probleme. Ab 2002 wird das Programm auf Schulaufgabenbetreuung und Familienberatung ausgeweitet. 2004 kann das auf sieben kleinen angekauften Grundstücken neuerbaute CES-Waldorf-Zentrum eröffnet werden.
Nach und nach kamen weitere Aufgabenbereiche für das wachsende Team hinzu: Workshops für Kunsterziehung, Theater, Schreiben, Lesen, Handarbeit, Mathematik und Musik finden statt. Der Bereich der Sozialarbeit mit den Familien der Kinder wird zur tragenden Achse. Wegen massiver Gesundheitsprobleme der Kinder wird ein Arzt angestellt. Ein Gemeinschaftsgarten, an dem 30 Eltern mitarbeiten, wird mit Hilfe des städtischen botanischen Gartens angelegt. Eine Logopädin erkennt frühzeitig Lernstörungen und behandelt sie. Es werden Ausflüge mit kulturellen, ökologischen und pädagogischen Zielsetzungen unternommen.
Seit der Gründung bis heute hat CES-Waldorf rund 400 Familien existentiell geholfen. Staatlicherseits wird das Projekt erstmalig 2008 mit wenigen Prozenten des Monats-Budgets unterstützt.
CES-Waldorf kümmert sich insbesondere um die Folgen der Gewalt: vor allem Resignation, Depression, soziale Verarmung, Konfliktanfälligkeit und weitere Gewalt. Kognitive und persönliche Entwicklung stehen im Vordergrund. Beobachtet und gefördert wird schwerpunktmäßig die Entwicklung zwischenmenschlicher Beziehung und die soziale Verfassung der Kinder.
Das Team besteht aus Kunstpädagogen und Lehrkräften, Sozialarbeitern, Therapeuten und einem Arzt. Künstlerische Aktivitäten ergänzen die ärztliche, pädagogische und soziale Arbeit. So wird sichergestellt, dass Ideen und Gefühle Ausdruck finden und dass auch die Beziehungen zwischen Kindern und deren Familien Begleitung, Beratung und Nachbearbeitung erfahren.
CES-Waldorf wirkt mit seinen Aktivitäten auf Erziehung, Ernährung und Rechtskenntnis ein – besonders für jene Familien, die Opfer von Drohungen und Angriffen waren, die ihre materiellen Grundlagen und emotionalen Beziehungen verloren haben und sich in einer Situation menschlicher Gefährdung befinden.
Die Kinder kommen auf Wunsch ihrer Eltern oder auf eigenen Wunsch. Für die Aufnahme werden Kinder und Jugendliche vorgezogen, die von ihren Eltern hinausgeworfen, misshandelt oder verlassen wurden, die in ihrer Entwicklung eingeschränkt sind, denen es an Zuwendung fehlt, die unter körperlicher und geistiger Armut leiden, Lern- und Verhaltensstörungen aufweisen oder einfach am Leben kein Interesse mehr haben.
Die Kunstlehrer wenden spezielle Lerntechniken an. Speckstein-Formen fördert Vorstellungskraft und diszipliniertes Arbeiten. Handarbeiten und Malen gibt die Möglichkeit, sich nützlich zu fühlen, Willenskraft zu entwickeln und sich mit eigenen Fehlern auseinander zu setzen. In der Musik erleben die Kinder, wie sie sich durch das Hören der eigenen Stimme wiederfinden. Individualität und Fähigkeit zur Teamarbeit wird gefördert. Das Erleben der Kunst und der künstlerischen Tätigkeit wird zum Werkzeug der sozialen Veränderung.
Lesen, Schreiben und Rechnen sind machtvolle Mittel gegen die soziale Ausgrenzung. Diese Fertigkeiten fördern das Selbstwertgefühl und das Gefühl, anderen ebenbürtig zu sein.
CES-Waldorf wird sich künftig intensiv mit der Vertiefung der Entwicklungsprozesse jener Kinder befassen, die Hilfe verweigern und deshalb gefährdet sind. Die Motivation zur Beendigung der Schulausbildung und Weiterbildung ist wesentliches Ziel. Mittelfristig ist geplant innerhalb von CES-Waldorf auch Berufsausbildung (Landwirtschaft, Handwerk) anzubieten.
Mit Kunstaktivitäten und Spielen wird in den beiden Kindergärten (Stadt/Land) kreative Phantasie geweckt. Kinder lernen, sich ihre eigene Welt zu schaffen und entwickeln erstmals Vertrauen in ihre Umwelt.
Das pädagogische Programm zielt darauf ab, den Willen des Kindes zu stärken, Interesse, Initiative und Bereitschaft für die angebotenen Tätigkeiten zu wecken. So werden die Kinder für die Herausforderungen ihres Alltags gestärkt und für spätere schulische Anforderungen vorbereitet.
Die Kindergärtnerinnen beobachten auch die individuelle Lebenssituation jedes Kindes. Misshandelte und unterernährte Kinder sind oft aggressiv und krank. Sie benötigen mehr Aufmerksamkeit als normale Kinder. Eine Koordinatorin besucht die Familien, bildet Kindergärtnerinnen aus und entwirft Ausbildungspläne für Familienväter.
Der Kindergarten auf dem Landgut „GABENO“ außerhalb von Bogota ist seit 2007 in Betrieb. Die 15 Kinder kommen aus Landarbeiterfamilien oder von allein erziehenden Frauen aus der Umgebung. Sie und ihre Eltern bekommen Unterstützung bei der Lösung ihrer Gesundheits- und Ernährungsprobleme. Für Eltern wird Berufsorientierung sowie Ausbildung in Kunst und Handwerk angeboten. So lernen sie, Spielzeug und Kleidung für die Kinder herzustellen.
Als die Kinder ankamen, waren sie Einzelgänger, schüchtern und unkommunikativ. In nur anderthalb Jahren wurden sie fröhlich, spontan, ruhig und wissbegierig. Sie haben Vertrauen, Ruhe, Lachen und Spielen gelernt. Kurz: Sie dürfen erstmals Kind sein – eine Voraussetzung für ein menschenwürdiges Leben. CES-Waldorf hofft, auf dem Landgut „GABENO“ in Zukunft noch mehr Kinder betreuen zu können.
Der CES-Waldorf-Arzt verfolgt die Wachstums- und Entwicklungsprozesse der Kinder, berät die Familien in Ernährungsfragen, hilft ihnen bei der Eingliederung in das nationale Gesundheitssystem (EPS), berät sie in Gesundheitsangelegenheiten sowohl bei Versammlungen als auch bei Hausbesuchen.
CES-Waldorf plant, allen Bewohnern der Zone diesen Gesundheitsdienst anzubieten. Dazu gehören Vorsorge- und Sensibilisierungskampagnen zu Themen wie Gebärmutterkrebs, Missbrauch von Psychopharmaka, Herzgefäßerkrankungen. Darüber hinaus werden hämatologische Untersuchungen, Funktionsproben bei Nieren und Leber sowie andere Untersuchungen, die sich viele Menschen nicht leisten können, vorgenommen.
Es gilt, Lebensbedingungen der betreuten Familien in materieller, sozialer und zwischenmenschlicher Hinsicht zu verbessern. Öffentliche und private Programme für die Entwicklung von Solidarität unter den Familien, Nachbarn und örtlichen Institutionen werden gefördert. Der Schutz der Menschen vor Gewalteinwirkung, der Zugang zu Sozialleistungen, die Verbreitung und Ausübung der Menschenrechte sind Kernthemen von CES-Waldorf. Mehr als 400 Familien wurden bisher schon betreut.
Außerdem im Programm: Schutzmaßnahmen für Kinder in Gefahrensituationen, Vorsorgestrategien bei Missbrauch und Misshandlung, Verbesserung der Umwelt- und Lebensbedingungen, therapeutische Behandlung in Krisensituationen, juristische Beratung. Die Stärkung nachbarschaftlicher und familiärer Beziehungen wird weiter Hauptanliegen sein, damit sich eine solidarische Gemeinschaft entwickeln kann. Dazu gehören Erwachsenenbildung, Elternschule, Berufsberatung für Jugendliche, Ausbildung von Gesundheitspromotoren sowie die Ausweitung der Gemeinschaftsgärten.
„Wir werden hier persönlich betreut. Nicht wie in der Schule, wo wir 50 Schüler sind und man uns kaum beachtet.“ (Ruth)
„Die Lehrer der CES-Waldorf geben uns immer verschiedene Lösungsansätze.“ (Yeseni)
„Bei schweren Aufgaben haben wir nie Angst zu fragen. Die Lehrer erklären uns alles ruhig und freundlich.“ (Claudia)
„Die Lehrer helfen uns nicht nur bei den Aufgaben, sondern auch bei Problemen zuhause.“ (Olga)
„Wenn wir Fehler machen, helfen uns die Lehrer zu vertehen, dass wir die Sachen nicht schlecht machen sollen.“ (Albeiro)
„Sie sind immer für uns da!“ (Libardo)
„Bei CES-Waldorf merkt man, dass das Lernen gar nicht so schwer ist!“ (Argemiro)
„Ich habe gelernt, dass ich mit den anderen nicht streiten soll, auch wenn sie mich beleidigt haben. Die Lehrer verteidigen mich und helfen wir, das andere Kind zu verstehen und dass wir mit Streiten nicht weiterkommen.“ (Brenda)
„Wenn ich oder meine Familie Probleme haben, halten die Lehrer zu uns.“ (Mary)
„Ich bin beruhigt, wenn die Kinder zu CES-Waldorf gehen, denn die Lehrer helfen mir, ihnen zu erklären, was ich nicht weiß. Ich habe gelernt, mit meinen Kindern zu reden. Ich schlage sie nicht mehr und ich muss auch nicht mehr mit ihnen streiten.“ (Julia, Mutter)
„Als ich so krank war, hat CES-Waldorf mir geholfen, im Spital unterzukommen. Später zuhause konnte ich ruhig sein, denn die Kinder waren beschützt, während ich gesund wurde. So konnte ich beginnen, mein Haus zu bauen und ich habe eine Arbeit gefunden.“(Andrea, Mutter)
„Wenn jemand ein Problem hat, das er nicht lösen kann, helfen die Lehrer von CES-Waldorf immer, sich andere Lösungen vorzustellen. So bin ich weitergekommen.“ (Saulo, Vater)
Im Team sind unter anderen KindergärtnerInnen, KunsterzieherInnen, LehrerInnen unterschiedlicher Fachrichtungen, SozialarbeiterInnen, ein Arzt. Fast alle MitarbeiterInnen haben Universitätsabschlüsse in pädagogischen Fachbereichen. Dem Küchen- und Reinigungspersonal wird ermöglicht, die Grundschule während ihres Einsatzes bei CES-Waldorf zu absolvieren. Alle MitarbeiterInnen, Helmut von Loebell ausgenommen, stammen aus Kolumbien. Die strukturelle Ausrichtung in der Teamführung ist nicht hierarchisch sondern teamgerichtet. Das Team trifft wöchentlich zusammen. Es geht um Grundsatzarbeit in Waldorfpädagogik, aber auch um die Behandlung der täglichen Schul- und Sozialprobleme. Das Team ist über die Jahre sehr gut zusammen gewachsen und hoch motiviert.
Der Begründer
Helmut von Loebell, 1937 in Berlin geboren, seit 1956 in Kolumbien ansässig, seit 1979 auch in Salzburg. Industriekaufmann – eigene Firmen in Bogotá. Er ist (Mit-)Gründer verschiedener (Sozial-)Projekte:
– deutsch-kolumbianische Sozialhilfegesellschaft SCALAS (Schule mit heute 860 Kindern in einem Armenviertel)
– Slum-Kindergarten der deutschen evangelischen Gemeinde ASM mit 230 Kindern
– 13 SOS-Kinderdorf-Projekte mit über 5.000 ehemaligen und jetzigen Kindern und Jugendlichen
– SOS-Kinderdorf – EGA (Escuela Granja Agricola) Guayabal – Ausbildungsprojekt für ökologische Landwirtschaft für Lehrlinge aus ganz Kolumbien
– CES-Waldorf, Sierra Morena, Bogotá
– GABENO: biologisch-dynamischer Gartenbau auf der Hochebene von Bogotá
Helmut von Loebell ist seit über 25 Jahren in der Waldorfschule Salzburg tätig, seit 6 Jahren als Obmann. Darüber hinaus wirkte er mehrere Jahre als Präsident der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Bogotá. Er ist auch Gründer der kolumbianischen SOS-Kinderdorf-Organisation.
Persönliches Motto: „Mein Interesse von früher Jugend an war die Hilfe für vernachlässigte und in Armut lebende Kinder und Jugendliche, wohl basierend auf eigenen Erfahrungen im Nachkriegs-Berlin 1945/1946“