Im Namen der Adivasi

Indien: 1990 wurde Samata in Indien als Nichtregierungsorganisation anerkannt, deren Einsatz in Andhra Pradesh (Südindien) bis heute den „tribal people“ oder Adivasi gilt. Neben juristischer Unterstützung kommt dem Bildungsprogramm eine besondere Bedeutung zu. Der Aufbau und die Förderung von Schulen innerhalb der verschiedenen Dörfer sowie die Existenz einer Modellschule, die ein mögliches Ziel für Freiwilligendienste ist, sorgen dafür, dass die Adivasi eine grundlegende Schulbildung erwerben können.

Mit ersten Menschen oder auch ersten Siedlern kann Adivasi übersetzt werden, das Wort also, mit dem sich die indigene Bevölkerung Indiens selbst bezeichnet. Sie ist im Sinne einer Kleingesellschaft organisiert, innerhalb der sich wiederum kleinere Menschengruppen einzelnen Stämmen zugehörig fühlen. Im Laufe der letzten Jahrhunderte haben unterschiedlichste äußere Einflüsse bewirkt, dass die Adivasi immer mehr von ihren Heimatgegenden verdrängt bzw. vertrieben wurden. Vom indischen Kastensystem ausgeschlossen, stehen die Adivasi gesellschaftlich auf unterster Stufe und entsprechend schutzlos sind sie den Machenschaften derer ausgeliefert, die ihre Gebiete beanspruchen, um wirtschaftliche Interessen zu befriedigen.

So entstand Samata aus dem Impuls heraus, den Adivasi eine Stimme zu verleihen und ihre Rechte zu vertreten. Ein Erfolg von historischem Wert gelang der Organisation 1997, als der oberste Gerichtshof Indiens nach langem Ringen endlich verfügte, dass die sogenannten „fifth scheduled areas“, das Land, auf dem die Adivasi leben, nicht verkauft oder weitergegeben werden dürfen. Trotz wiederholter rechtlicher Verstöße ist das Urteil von enormer Bedeutung, das landläufig als Samata Urteil bekannt geworden ist.  

Waldorfinspirierte Modellschule

Das Bildungsprogramm gehört zu den tragenden Säulen von Samatas Arbeit. Die Förderung von Schulen in den vielen verschiedenen Dörfern wird von einer Modellschule in Sagar Nagar inspiriert. Hier wurden Ideen der Waldorfpädagogik aufgenommen, um den Kindern Hilfen an die Hand zu geben, ihre kulturelle Identität zu stärken. Somit erhalten sie im schulischen Kontext die Möglichkeit, die Wissensschätze ihrer Traditionen und Kultur kennenzulernen.  

Als Lehrerinnen für die unterschiedlichen Schulen werden junge Mädchen ausgebildet, die selbst gerade die Schulzeit erfolgreich absolviert haben. Mit Hilfe von Fortbildungen werden sie in das Unterrichten eingeführt und von Freiwilligen, die im Rahmen eines sozialen Jahres in Indien sind, unterstützt.   Mit vereinten Kräften werden immer wieder beeindruckende Projekte realisiert. So entstanden u.a. neue Tische für die Schulklassen und ein Solarofen, so dass nun mit Hilfe der Sonne gekocht werden kann, aber auch Ideen für neue Epochen beispielsweise zu lokalen und nationalen Landschaftsbildern und Pflanzenwelten.

 

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