Ein eigenes Gebäude für „Prerana“ in Hyderabad

Ein kleiner Bericht über den Weg der Waldorfschule "Prerana" zu einem eigenen Gebäude.

Jeder Tag beginnt mit einiger Erwartung und endet mit einer Erfahrung. Dies fasst gleichsam in einem Satz unsere Reise vom ersten Ziegelstein zum fertigen Gebäude zusammen.

Im Leben geht es nicht darum, sich in guten Zeiten die Hand zu reichen, sondern sie in kritischen Situationen festzuhalten. Obwohl wir alle wissen, dass der Wandel das einzig Bleibende im Leben ist, hat der Mensch von Natur aus einen Widerstand gegen Veränderung. Und so war es, als wir nach neun Jahren den Umzug in ein eigenes Gebäude überlegten, die größte Herausforderung, die Menschen zu überzeugen, eine solche Veränderung zu akzeptieren.

Wir verstehen, dass die Basis unserer Schule der Standortvorteil war, da unsere Lehrer und Schüler weitgehend aus der direkten Umgebung kamen. Die örtliche Veränderung bedeutet also auch soziale und psychologische Veränderungen.

Aber kommen wir zu den positiven Aspekten. Unter Bundesstaat Andhra Pradesh ist weithin als das IT-Zentrum des Landes bekannt – und erst recht unsere Stadt Hyderabad. Wir entschlossen uns, einen Platz zu suchen, der genau im Zentrum dieses Gebietes lag.

Entwicklungsländer wollen jeden verfügbaren Quadratmeter nutzen. Grünes Land wird in einen Beton-Dschungel verwandelt, gewaltige Felsen, die die Prüfungen der Zeit überstanden haben, werden in Staub verwandelt, um Millionen von Quadratmeter an Lebensraum zu schaffen. Wir sind überzeugt davon, dass die Waldorfpädagogik den Kindern Frische bringen und ihnen helfen kann, die Freuden des Heranwachsens und der Nähe zu den Elementen der Natur zu entdecken. Effektives Lernen ist nur in einem freudevollen Geist möglich.

Eine lebendige, atmende Institution wie unsere, muss ihren Ort aus logistischen und administrativen Gründen fast über Nacht ändern. Was für viele andere ein Problem gewesen wäre, war für uns in der Waldorfschule eine Herausforderung – eine Entschlossenheit, uns von dem inneren Feuer inspirieren zu lassen, statt uns von den äußeren Umständen entmutigen zu lassen. Die Verwandlung des Traumes in eine Realität war kein einfacher Prozess. Stein um Stein, Schicht um Schicht musste alles in einer Zeitspanne entstehen, die Bauingenieure für ein Wunder halten würden.

Eine Mutter liebt das erste Lächeln ihres Kindes, den ersten Schritt, das erste Wort. Ein Künstler liebt den Beginn seines Schaffens – es ist die Schönheit des Schöpferischen. So war es auch mit unserer Schule, wo unsere Kinder ein entscheidender Teil jedes Entwurfs sind. Sie konnten ihren Traum leben, konnten sehen, wie Ziegel und Mörtel Leben gewannen, Form annahmen und eine zweite Heimat entstand. Feste Gebäude sind keine Institution. Es ist die Gemeinschaft, die bereit ist, das Notwendige zu erkennen und zu tun.

Wertvolle Zeit und Energie, die hätte dazu verwendet werden sollen, Strategien zu formulieren, floss in die Überwindung finanzieller Hindernisse. Doch dank unseres unbezwingbaren Willens ließen wir uns auch durch die größten Hürden nicht abschrecken. Ein Vorhaben dieser Größe steht immer vor verschiedensten Schwierigkeiten: Besorgte Eltern, Bürokratie, Konstruktions-  und Witterungsprobleme... Wir sind alledem und noch vielem anderem voller Mut begegnet.

Im gegenwärtigen Bildungssystem in Indien geht es nur um Disziplinierung und um eine Ausbildung, die dazu führen soll, dass die Kinder sich ordentlich an die Welt der Erwachsenen anpassen. Von jedem Kind wird erwartet, dass es in allen Lebensbereichen gleich gut ist, egal, was seine Fähigkeiten, Neigungen und Talente sind. Die Freude am Lernen wird verschüttet zugunsten äußerer Anreize und Zwänge. In diesem Umfeld ist die Waldorfpädagogik ein Hauch frischer Luft und gibt den einzigartigen Privilegien der Kindheit viel größeren Freiraum.

Indira Varma (übers.)

 

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Kontakt

Perana Waldorf School
Mount Banjara High School
Road No. 14
Banjara Hills, Hyderabad
Indien


Tel.: +91 40 2354 5930
prerana_mbanjara@yahoo.com