Georgien: 1999 begann die „Pädagogische Provinz“ in Saguramo, ca. 30 km von Tbilissi entfernt, mit der Arbeit mit Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen, Verhaltensauffälligkeiten oder psychischen Problemen. 2002 kam es zur Gründung des rechtlichen Trägers „Regenbogen e.V.“. Inzwischen gibt es ein staatlich anerkanntes Kleinstkinderheim („Pädagogische Provinz“ mit acht Plätzen), eine Landwirtschaft und eine Arztpraxis.
Saguramo, ein als Erholungsort sehr beliebtes Dorf, wurde die Heimat der späteren Initiative Regenbogen. Auf teilweise geschenktem, teilweise gekauftem Land konnte ein kleines „Holzschlößchen“ erbaut und die ersten Jugendlichen aufgenommen werden. An Stelle eines Arzthonorars bekam man ein paar Hühner und damit war der landwirtschaftliche Anfang gemacht. Mit der Zeit konnte ein Pferd und ein Entenpärchen gekauft werden, ein Schafbock gesellte sich als ein Geschenk der Menschen aus dem Dorf dazu.
Während sich die Landwirtschaft langsam entwickelte, erst eine Scheune, dann ein Stall gebaut und die ersten Felder bebaut wurden, führte die Fertigstellung eines zweiten Hauses im Jahr 2004 zur ersten dauerhaften Aufnahme von Pflegekindern. Als 2008 endlich die staatliche Anerkennung bewilligt wurde, kamen zwei 6-jährige Knaben, ein 8-jähriges Mädchen und ein 9-jähriger Junge in die Familie hinzu.
Parallel zur Arbeit auf pädagogischer sowie landwirtschaftlicher Ebene entwickelte sich eine Bildungsinitiative, die „Quintessenz“. Neben regelmäßigen Kursen und jährlich wechselnden Seminaren zu bestimmten Themen, gibt es nun auch einen Deutschsprachkurs, der die jungen Menschen, die als Praktikanten nach Deutschland gehen möchten, vorbereiten soll.
Die Arztpraxis, die ebenfalls ein Teil der Regenbogen-Initiative ist, hatte zunächst als Teilzeitpraxis begonnen. Einmal pro Woche finden Sprechstunden statt, die von zwei Ärzten angeboten werden. In Zukunft soll durch die Zusammenarbeit mit einem Partnerlabor die Diagnostik allen Menschen im Dorf zugänglich werden. Es wurde ebenfalls ein Heilpflanzengarten angelegt, der momentan noch Studiencharakter hat.
Die Regenbogen-Initiative ist immer wieder Anlaufstelle für Schulklassen, Besucher und junge Menschen, die ein Landwirtschaftspraktikum absolvieren möchten. Die Kontakte zu anderen Arbeitszusammenhängen, Menschen und Organisationen sind sehr wichtig, da die staatlichen Zuschüsse für die Pflegekinder nicht den Bedarf decken, der durch die alltäglichen Kosten entsteht.