Nur eines von mehreren AMPO-Projekten: Die Landwirtschaftsschule. Von den 160 Jungen, die bislang in ihre Dörfer als ökologisch geschulte Jungbauern zurückgekehrt sind, ist kein einziger Straßenjunge geworden, alle sind dort, wo sie hingehören: in ihrer Familie. Dort machen sie den anderen vor, wie man ohne teuren Kunstdünger und ohne Insektizide zu guten Ergebnissen kommt und vielen Nachbarn leuchtet es ein.
In diesem Jahr verlassen 21 Jugendliche die Waisenhäuser, dazu noch 15 Mädchen samt ihrer Kinder die Häuser MIA und ALMA. Allesamt bekommen ein Fahrrad und noch weiterhin Unterstützung für ein bis drei Jahre, je nach Ausbildung.
Drei von ihnen gehen auf die Krankenpflegerschule, sieben auf die Grundschullehrerschule. Anderen finanzieren wir noch ein Schuljahr oder sogar, als Ausnahme, ein ganzes Studium! Die anderen sind SchneiderInnen oder WeberInnen, Mechaniker oder Tischler. Sie bekommen von AMPO ihr Perfektionsjahr bezahlt samt Verpflegung und Versorgung mit Medikamenten etc. – Gott sei Dank ist die Firma BONITA unser großer Spender für alle Ausbildungsgänge, sonst wäre das nicht möglich. Herzlichen Dank nach Hamminkeln!
Eine Woche lang beherbergten wir ein Team von vier Spaniern. Zwei von ihnen richteten unsere neue Optikerstation ein. Nun haben wir Maschinen zum korrekten einpassen von Gläsern. Leiter dieser neuen Station ist stolz Kabré Aziz, als Waisenkind bei AMPO großgeworden, heute staatlich geprüfter Krankenpfleger samt Zusatzausbildung als Optiker. Die Station wurde letzte Woche eröffnet, und wir wollten eigentlich ein paar Probetage mit unseren Kindern veranstalten und sehen ob unsere neuen jungen Optiker ihr gelerntes Metier beherrschen. Die afrikanischen Trommeln machten uns einen Strich durch die Rechnung, der AMPO-Ruf hallt weit, und so kam es, dass bereits am ersten Tage 150 brillenbedürftige Menschen vor der Tür warteten. Nur keine Panik! Wir haben sie alle auf die nächsten zwei Wochen eingeteilt, denn jede Behandlung dauert mit Vermessung und eventueller Herstellung eine gute halbe Stunde. Die “Opticiens sans frontieres” sind ungemein freundlich und geübt. Solche Stationen wie bei uns haben sie schon in halb Südamerika, in Indien und Afrika eingerichtet. Letztes Jahr kamen sie auf uns zu. In Bobodioulasso haben sie bereits eine solche Station und nun suchten sie eine verlässliche Struktur für die Hauptstadt. Ja, verlässlich ist AMPO und wir freuen uns sehr über deren Lob und Anerkennung.
Zusammen mit den Optikern kamen auch zwei hochversierte Informatiker. Beide schlugen die Hände über dem Kopf zusammen: allein im Computer unserer Sekretärin fanden sie 46.000 Viren! In erster Linie danken wir dies unseren USB-Sticks. Damit schwirren die Viren von einem Ort zum anderen bei uns. Leider ist wiederum unser afrikanisches Netz so schwach, dass wir vieles nicht schicken können. Nun ging es los: innerhalb von einer Woche gruben wir 350 m Kabel ein, und jetzt ist sowohl unsere Buchhaltung (die monatlich die Ergebnisse nach Deutschland ins Büro schickt), unsere Sekretärin, natürlich die Deutschsektion mit Nicole und auch der Kindercomputerraum direkt online – ein Wunder. Selbst unser Restaurant ist zu einem Cybercafé geworden. Versehen mit Passwort kann hier jeder nun seinen Laptop anschließen – die ersten Kunden sitzen dort seit heute morgen. Wir danken den Spaniern! Einer der Informatiker kehrt Ende August zurück, dann wird das Werk vollendet.
Auf unserer Farm wurden die fertig ausgebildeten Jungbauern in ihre Dörfer entlassen und 80 neue Jungen traten an. Unser Erfolg ist gut ersichtlich: Von den 160 Jungen, die bislang in ihre Dörfer als ökologisch geschulte Jungbauern zurückgekehrt sind, ist kein einziger Straßenjunge geworden, alle sind dort, wo sie hingehören: in ihrer Familie. Dort machen sie den anderen vor, wie man ohne teuren Kunstdünger und ohne Insektizide zu guten Ergebnissen kommt und vielen Nachbarn leuchtet es ein. Ihre Böden sind durch extensiven Gebrauch derselben nämlich müde geworden und sie fragen sich, warum. Viele versuchen es nun wieder mit den althergebrachten Methoden, plus der Anregungen der jungen AMPO-Bauern – sie arbeiten bereits mit den neuen Erkenntnissen der tropischen Landwirtschaft. Dies war zu Beginn meine eigentliche Idee der Landwirtschaftsschule. Nur durch die große Unterstützung der Dr.-Elvire-Engel- Stiftung aus Luxemburg läuft alles, denn die Farm Tondtenga ist ein kostenintensives Projekt.
Ähnlich, aber ein Viertel so groß, soll nun eine neue Einrichtung entstehen. Eigentlich wollte ich ja nichts neues mehr bauen, aber nun wurde uns in Anerkennung der guten AMPO-Taten zur Fluthilfe ein Grundstück am Rande der Stadt vom Staat geschenkt. Nach langem Nachdenken soll dort eine kleine ökologische Farm für 25 Mädchen entstehen, ausschließlich für Gemüsegärten und Hühner- und Kaninchenzucht. Dort sollen auch fünf alte familienlose Frauen wohnen. Diese können gut mitgärtnern und Rat geben, gleichzeitig können sich die jungen Mädchen um die Alten kümmern. So ist die Idee.
Ich weiß, dass Sie fest zu uns stehen, liebe Freunde, unser Kreis vergrößert sich und auch Sie sprechen gut über uns zu anderen. Dies merken wir an unseren vielen neueren Spendern. Seien Sie innig bedankt dafür! Nach wie vor brauchen wir möglichst viel Hilfe in aller Form. Es kommen vor allem so viele Kinder mit ernsten Problemen zu uns.
Allen Segen aus Afrika sendet Ihnen
Ihre Katrin Rohde