Ohne die tatkräftige Unterstützung, das Engagement und die gemeinschaftliche Arbeit vor Ort der ehrenamtlichen Mitarbeiter würde die Notfallpädagogik nicht bestehen. Die vielseitige Zusammensetzung der Teams aus Ärzten, Psychologen, Pädagogen, Therapeuten und Co. mit anthroposophischem Hintergrund sind der Schlüssel zu einer wirkungsvollen Hilfe für die Menschen.
Notfallpädagogische Kriseneinsätze sind in der Regel zwei- bis vierwöchige Interventionen in Katastrophengebieten (z.B. nach einer Naturkatastrophe oder nach kriegerischen Auseinandersetzungen).
Aufgabenstellung des pädagogischen Kriseninterventionsteams ist die akute pädagogische Erste Hilfe für in Kriegs- und Katastrophenfällen traumatisierte Kinder und Jugendliche. Zielsetzung ist das Leid der Betroffenen durch pädagogisch-therapeutische Maßnahmen zu lindern, um mögliche biografische Spätfolgen zu vermeiden oder abzumildern.
Die Mitarbeit ist ehrenamtlich und kann nicht vergütet werden.
Im Folgenden sind wichtige Fragen, die sich jeder stellen und für sich ehrlich beantworten sollte, aufgeführt. Diese Fragen muss jeder für sich beantworten.
Wichtige Fragen:
Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch, sich seiner Motivation solch einen Einsatz durchzuführen, bewusst zu sein.
Gerade sogenannte „Ersthelfer“ können bei Einsätzen Probleme bekommen, die auf die extremen Anforderungen in Krisen- und/oder Katastrophengebieten zurückzuführen sind.
Überforderung
Gerade bei „Ersthelfern“ kann es passieren, dass sie ihre Ressourcen schnell aufbrauchen und sich wenige Ruhepausen gönnen.
Grenzziehung
Bei unerfahrenen Helfern kann es dazu führen, dass sie sich nicht zu ihrer Arbeit abgrenzen können. Dies kann damit einhergehen, dass Schuldgefühle auftauchen, wenn man auch mal Spaß hat oder es sich gut gehen lässt.
Konfrontation mit Leid
Die Konfrontation mit den Folgen durch kriegerische Auseinandersetzungen oder Naturkatastrophen kann sehr belastend sein. Vor allem das Leid der Personen, mit denen gearbeitet wird, kann sich in eine sogenannte Sekundäre Traumatisierung, also eine Traumatisierung der Helfer umwandeln.
Probleme im Team
Je nach der jeweiligen Situation im Land, kann es sein, dass es nicht möglich ist, seinen eigenen Rückzugsraum zu haben. Teilweise verbietet es auch die Sicherheitslage z.B. abends alleine unterwegs zu sein.
Geduldsübungen
Eine der wichtigsten Übungen bei Kriseneinsätzen ist die der Geduld. Nicht selten beginnt ein Einsatz mit Warten, Warten, Warten. Wenn die Arbeit dann begonnen hat, kann es sein, dass alles umstrukturiert werden muss, teilweise auch aus Gründen, die zunächst nicht ersichtlich sind. Dies erfordert ein hohes Maß an Geduld und Ruhe.
Warten ist eine der wichtigsten Dinge die ein Notfallpädagoge können muss!
Kriseneinsätze sind dadurch gekennzeichnet, dass unvorhergesehene Dinge passieren, umstrukturiert werden muss und Abläufe sich schnell und teilweise unverständlich ändern. Dies fordert Geduld, Ruhe und Anpassung.
Nichtsdestotrotz gibt es eine Art idealtypischen Tagesablauf, der je nach Einsatzspezifika angepasst wird.
Tagesstruktur (Prototypisch)
Auch bei sehr chaotischen und unvorhersehbaren Umständen wird versucht den Tagesablauf hinsichtlich des Morgenkreisen und der Abendbesprechung einzuhalten.
Die Teammitglieder sind für die inhaltliche Ausgestaltung ihrer Arbeit verantwortlich. D.h. jeder muss sich um das für seine Arbeit benötigte Material kümmern. Die Koordination hilft auch im Vorfeld bei der Beschaffung etc., die Initiative muss aber von den Teammitgliedern kommen.
Notfallpädagogik
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