Methoden

Mal- und Zeichentherapie

Wenn Erlebnisse, Gedanken und Gefühle nach belastenden Erlebnissen nicht verbalisiert werden können, ist es wichtig, alternative Ausdrucksmöglichkeiten zu finden.

Zeichnen, Malen und Formenzeichnen fördern den Heilungsprozess. Sie können helfen, dem eigentlich Unbeschreiblichen kreativen Ausdruck zu verleihen und so einer Bearbeitung zuzuführen. So sind z.B. Kinderzeichnungen kindliche Tagebuchnotizen. In ihnen wird nonverbal artikuliert, was verbal vom traumatisierten Kind nicht ausgedrückt werden kann oder will. Durch den alternativen Ausdruck des Zeichnens können Bewältigungsprozesse traumatischer Erfahrung eingeleitet werden. Das Malen in Nass-in-Nass-Technik kann blockierte Energien wieder in Fluss bringen. Auch das Malen mit Fingerfarben ist geeignet, emotionale Probleme zum Ausdruck zu bringen und zu verarbeiten. Durch Malen lassen sich gestaute Energien lösen und Traumata transformieren.

Formenzeichnen bringt die Lebenskräfte in Fluss, stimuliert die Blutzirkulation und löst Krämpfe. Je nach Form wirkt es auch beruhigend, Form gebend und festigend. Formenzeichnen hilft, sich zu ordnen und zu orientieren. Durch die rhythmischen Bewegungen des Zeichnens konzentrieren sich die Gedanken. Diese Übungen wirken auf den Nerven-Sinnesbereich entängstigend.

Erlebnis- und Zirkuspädagogik

Durch erlebnis- und zirkuspädagogische Methoden können Selbstvertrauen und Erfolgserlebnisse geschaffen werden. In Gruppenübungen, in denen die einzelnen Teilnehmer auf das funktionierende Zusammenspiel der Gruppe angewiesen sind, kann das Vertrauen in Andere gestärkt werden. Auch die einzelnen Kompetenzen können erfahrbar gemacht werden, indem der Person bewusst gemacht wird, dass ihre Kompetenzen wichtig sind und von anderen honoriert werden. Darüber hinaus kann die Konzentrationsfähigkeit beispielsweise durch das Balancieren auf einem am Boden liegenden Seil geübt werden, und auf spielerische Art und Weise werden soziale Kompetenzen neu aufgebaut. Auch geht es um die Pflege der oft bei Naturkatastrophen schwer beeinträchtigten Basalsinne, u.a. durch Seilspringen und Kneten.

Kleinkindpädagogik

Für Kinder bis zu ca. sieben Jahren ist es sehr wichtig, ihnen durch einen möglichst regel- und gleichmäßigen Tagesablauf Orientierung und Sicherheit zu vermitteln. Freilassende Beschäftigungen wie das Freispiel wechseln sich ab mit geführten Beschäftigungen, wie zum Beispiel der Reigen, der Morgenkreis oder das gemeinsame Einnehmen einer Mahlzeit. Durch eine bildhafte Ansprache werden die Phantasiekräfte der Kinder angeregt. Vielfältige Sinneserfahrungen stärken ihr Körpergefühl und ihr Selbstbewusstsein. Kinder in diesem Alter verfügen über die Fähigkeit, alles in ihrer Umgebung nachzuahmen. Auf diese Weise können sie spielerisch Lernen. Durch Wiederholungen werden die erworbenen Fähigkeiten gefestigt und gute Gewohnheiten angelegt.

Plastisch-therapeutisches Gestalten

Beim plastischen Gestalten geht es darum, in der Auseinandersetzung mit dem Material verschüttet kognitive, emotionale und affektive Potentiale freizusetzen und in äußere Formgebung und Gestaltung zu übersetzen. Beim Modellieren, Kneten und Plastizieren wird mit taktilem Material gearbeitet, z.B. Stein, Speckstein, Holz, Tonerde, Bienenwachs u.a. Das traumatisierte Kind erlebt sich beim Gestalten als selbstwirksam und erfährt am Material, dass es Veränderung bewirken kann.

Eurythmie

Traumatisierte Kinder haben in der Regel jede Freude an Bewegungen verloren. Gerade Bewegung aber kann zu einem guten psychischen Befinden beitragen. Sport, Spaziergänge, Wanderungen, Tanz, Gymnastik sind deshalb wichtige Elemente in der Stabilisierungsphase der Traumabewältigung. Eurythmie als sichtbare Sprache ist in besonderem Maße geeignet, äußere Bewegung mit innerem Ausdruck zu verbinden. Die Eurythmie setzt Sprache, Musik und Gebärden in speziell gestaltete Bewegungsabläufe um. Jedem Vokal und Konsonanten entsprechen dabei besondere Bewegungen. Eurythmistische Übungen werden mit dem ganzen Körper, mit Armen und Beinen, Händen und Füßen ausgeführt. In der Therapie werden entsprechend dem diagnostizierten Krankheitsbild einzelne Gesten intensiv geübt. Ziel ist es, spezifische Formkräfte des Organismus, die durch die Krankheit verloren gingen, wieder zu aktivieren und vegetative Organprozesse zu beeinflussen. Die Übungen wirken anregend, stärkend und regulierend auf die rhythmischen Vorgänge im Organismus – auf Herz und Kreislauf, auf Stoffwechselvorgänge, auf Beweglichkeit und Gleichgewicht (Wennerschou, 1996; Kirchner-Bockholt, 1997).

 

Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.

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