Drei Jugendliche aus Deutschland, die einen Freiwilligendienst an der Rudolf-Steiner-Schule in Beirut und auf einer sozialtherapeutischen Farm in Baalbek ableisteten, sind in einer dramatischen Rettungsaktion aufgrund der anhaltenden Kampfhandlungen im Libanon aus dem Land ausgeflogen worden.
Marie Pfister, Tabea von Verschuer und Matthias Galle waren zunächst nach Ausbruch der Kampfhandlungen innerhalb des Libanons an verschiedenen Orten in Sicherheit gebracht worden. Nachdem ein in der Nähe des Sommercamps der Rudolf-Steiner-Schule gelegenes Dorf bombardiert wurde, entschloss sich die libanesische Partnerorganisation der „Freunde“ FISTA, die zwei dort arbeitenden Sozialdienstleistenden in einem evangelischen Gemeindezentrum in Beirut unterzubringen. Von dort wurden sie mit Unterstützung der deutschen Botschaft in einem Buskonvoi zum Flughafen nach Damaskus gebracht, wo bereits zehntausende Flüchtlinge aller Nationen auf Ausreisemöglichkeiten warteten.
Ein weiterer Sozialdienstleistender wurde von einem syrischen Mitarbeiter von FISTA über Schleichwege ebenfalls nach Damaskus gebracht, nachdem Straßen und Gebäude im Umfeld von Baalbek bombardiert worden waren und die Gefahr bestand, dass die Flucht nicht mehr möglich sein würde.
Die drei Jugendlichen wurden vom Team der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e. V. nach 16-stündiger Flucht in Damaskus empfangen und am nächsten Tag über Italien nach Stuttgart ausgeflogen. Dort trafen sie unter großem Medieninteresse mit der Gruppe libanesischer Schüler der Rudolf-Steiner-Schule Beirut zusammen, die seit dem Ende des Unesco Friedensfestivals in der Karl-Schubert-Schule in Stuttgart Asyl gefunden haben, da eine Rückkehr der behinderten Kinder in den Libanon aus Sicherheitsgründen zur Zeit ausgeschlossen ist.
Die erfolgreiche Evakuierungsaktion wurde von den Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners e. V. in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt, den deutschen Botschaften in Beirut und Damaskus und der libanesischen Partnerorganisation FISTA geplant und durchgeführt. Der 15-köpfige Krisenstab war etwa eine Woche rund um die Uhr im Einsatz. Über die „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e. V.“ leisten zurzeit etwa 400 Jugendliche einen Freiwilligendienst in anthroposophischen Einrichtungen in über 50 Ländern der Erde.
Notfallpädagogik
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