Freunde aktuell Nr. 38 - 7/2008
Inhalt:
Patenschaften gesucht!
Hilfe nach dem Erdbeben in China
Nana Göbel – Reise in China
Hilfe für Schulen in Tansania und Indien
1.000 Waldorfschulen weltweit
Neue Waldorfinitiativen
Neues Vorstandsmitglied
Neue Mitarbeiterin in Berlin
Patenschaften gesucht!
Ein wachsender Bereich, der immer mehr als die vorhandene Hilfe braucht, sind unsere Bildungs-Patenschaften. Kennen Sie Schulklassen oder Menschen, die gerne eine Patenschaft übernehmen möchten? Jede Hilfe ist willkommen. Viele Waldorfschulen wollen auch Kinder aus bedürftigen Familien aufnehmen und brauchen dazu Ihre Hilfe! Wir haben von 20 Schulen aus verschiedenen Ländern Anfragen für über 100 Kinder, für die wir noch keine Patenschaft vermitteln konnten. Wir hoffen sehr, dass sich viele weitere Menschen und Schulklassen für diese individuelle Form der Unterstützung begeistern. Sie können es auch gerne weitersagen.
Hilfe nach dem Erdbeben in China
Das große Erdbeben vom 12. Mai, bei dem Zehntausende Menschen starben und unzählige andere obdachlos wurden, hat auch zwei Kindergartengebäude der Waldorfschule in Chengdu zerstört. Ende Juni konnten wir einen Spendenaufruf für die erste chinesische Waldorfschule verschicken.
Die Schule organisiert nun den Wiederaufbau dieser beiden Kindergartenhäuser und hat bereits das eingefallene Dach im Hauptgebäude neu gedeckt. Wir hoffen sehr, dass wir genügend Spender finden können, die den Wiederaufbau möglich machen – und eventuell sogar weitere Entwicklungsschritte der Schule.
Ein kleines Freiwilligen-Team unseres Arbeitsbereichs „Pädagogische Nothilfe“ unter Koordination von Bernd Ruf reiste im Juni nach China, um mit Kindern und Lehrern zu arbeiten. Schwerpunkt dieser Arbeit war die Vermittlung von im Alltag einsetzbaren Methoden, die den Kindern bei der Bewältigung von Traumata helfen.
Nach Überwindung anfänglicher Schwierigkeiten, Zugang zum Erdbebengebiet zu bekommen, gelang es den Therapeuten und Pädagogen, vielen, vielen Menschen durch Gespräche und Therapieangebote zu helfen und den Lehrern in den Zeltschulen Perspektiven für den Unterricht mit stark traumatisierten Kindern zu geben.
Einen ausführlichen Bericht finden Sie auf unserer Homepage!
Nana Göbel – Reise in China
Im Juni hatte ich die wunderschöne Gelegenheit, zweieinhalb Wochen etwa zwölf Waldorf-Kindergartengruppen und die kleine Schule in China kennen zu lernen. Erst vor vier Jahren wurde der erste Waldorfkindergarten in diesem Land begründet. Mittlerweile gibt es bereits in vielen großen Städten einzelne Waldorfgruppen. Die meisten werden als Family-Kindergarten im Erdgeschoss von Häusern in Vorortsiedlungen betrieben.
Neben der Arbeit mit den kleinen Kindergruppen geht aus diesem pädagogischen Impuls auch eine breite sozialpädagogische Wirksamkeit aus. Die drei meistgelesenen Internetseiten zu Erziehungsfragen im Kleinkindalter werden von Waldorferzieherinnen bzw. der Waldorfpädagogik verbundenen Müttern gestaltet.
In China, einem Land, in dem die Erziehung der Kinder von allerhöchstem Interesse ist und in dem ein großer Teil der Kommunikation und Information über die neuen Technologien erfolgt, haben solche Internetseiten die größte Verbreitung. Eine unserer Kolleginnen aus Beijing, die ihre Erfahrungsberichte aus der Arbeit mit Kindern im Erdbebengebiet auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat, hatte in den ersten Tagen bereits 30.000 Zugriffe. Insofern wird Waldorfpädagogik in diesem Land auch über den gewohnten Rahmen hinaus anregend und das Wohl der Kinder fördernd wirken.
Hilfe für Schulen in Tansania und Indien
Im letzten „Freunde aktuell“ berichteten wir über die sorgenvolle Situation der Waldorfschulen Hekima in Dar es Salaam (Tansania) und Sloka in Hyderabad (Indien), zu einem eigenen Gebäude kommen zu müssen. Hekima wurde das bisher genutzte Gebäude gekündigt und Sloka war am Ende beengt auf drei Gebäude verteilt. Beide Schulen brauchen außerdem ein eigenes Gebäude, um die staatliche Anerkennung zu bekommen.
Sloka, die 1998 gegründete, älteste Waldorfschule in Indien, hat inzwischen 10 Klassen. Durch das Engagement der Freunde der Erziehungskunst in Zusammenarbeit mit fünf Stiftungen (u.a. die Software AG Stiftung) konnte eine große Zuwendung für den so notwendigen Grundstückskauf gegeben werden. Das sind nicht ganz ein Drittel der insgesamt benötigten Gelder, die von der Schule ansonsten in Indien aufgebracht und zum Teil auch als Bankdarlehen aufgenommen werden.
Hekima konnte mit Hilfe eines Darlehens der Freunde der Erziehungskunst ebenfalls ein Grundstück erwerben. Die für das eigene Gebäude notwendigen rund 200.000 € sind mit Hilfe mehrerer Stiftungen zu etwa zwei Dritteln aufgebracht. Die erste Bauphase ist damit möglich. Der Baubeginn hat sich allerdings durch eine notwendige Bebauungsplan-Änderung, die von der Stadt lange hinausgezögert wurde, verschoben. Die Mühlen mahlen eben langsamer in Dar es Salaam.
1.000 Waldorfschulen weltweit
In den letzten Monaten überschritt die Zahl der Waldorfschulen weltweit die 1.000. Dies nahmen wir zum Anlass, unseren Frühlings-Rundbrief zu einem Sonderheft mit vielen Überblicks-Grafiken, aber auch grundlegenden Aufsätzen zu machen. Wir bekamen zu diesem Heft zahlreiche positive Rückmeldungen und mehrere Menschen und Schulen bestellten weitere Hefte. Leider sind die Vorräte jetzt aufgebraucht, aber natürlich ist der komplette Rundbrief auf unserer Homepage zu finden.
Neue Waldorfinitiativen
Auch in den letzten Monaten sind wieder viele Waldorfinitiativen weltweit gegründet worden. 2007/08 waren es unter anderem Initiativen in Brasilien, Chile, Mexiko (2), Portugal, Italien, Polen, Ungarn (2), Israel (3), Philippinen und Südkorea.
Neues Vorstandsmitglied
Nachdem unser Vorstandsmitglied Bernd Ruf nicht mehr im Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen ist, haben wir der Mitgliederversammlung am 25. April 2008 vorgeschlagen, zusätzlich Henning Kullak-Ublick in den Vorstand der Freunde der Erziehungskunst zu wählen. Diese Wahl ist einstimmig erfolgt. Im September 2007 ist Henning Kullak-Ublick in den siebenköpfigen Vorstand des „Bundes“ gewählt worden und kann künftig die Pflege der Beziehungen zwischen diesen beiden eng verbundenen Organisationen unterstützen.
Neue Mitarbeiterin in Berlin
Nach drei Jahren mussten wir uns leider von unserer Mitarbeiterin Barbara Schiller vorläufig wieder verabschieden, weil sie aus privaten Gründen nach Italien ziehen musste. Auf der anderen Seite freuen wir uns, Olivia Girard als neue Mitarbeiterin begrüßen zu können. Sie besuchte in Sao Paulo die Waldorfschule, kam dann vor sieben Jahren nach Deutschland, machte hier u.a. eine Ausbildung zur Waldorflehrerin und begann im Mai ihre Arbeit im Berliner Büro. Wir hoffen sehr, dass wir mit ihrer Hilfe auch den so wichtigen Kontakt zu den deutschen Waldorfschulen wieder intensivieren können.
Wir wünschen Ihnen eine gute Sommerzeit!
