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Adresse

Waldorfschule Stellenbosch
P.O. Box 603
Stellenbosch 7599
Südafrika
Tel./Fax: 0027 21 880 1039
E-Mail
AP: Lucille Valentine (engl.), E-Mail


Rhythmisches Tun
Spiel in der Pause
Zeichnen (1.Kl.)
Kerzenziehen, Herbstbasar
Gartenarbeit
Südafrika - 3/2007

Waldorfschule Stellenbosch

Die Waldorfschule Stellenbosch begann Anfang 1993 als Kindergarten „Honeybush“ und dann 1996 als eigentliche Schule. Stellenbosch liegt in einem fruchtbaren Teil Südafrikas, wo es im Winter viel Regen gibt, der allerdings auch einen Teil der Straße wegschwemmt... Überall im Umkreis gibt es Farmen, die Wein und Gemüse anbauen. Stellenbosch selbst ist eine schöne historische Stadt mit einer langen Geschichte der Weinherstellung. Sie hat eine bekannte Universität und ist unter Touristen sehr beliebt.


Unser Kindergarten begann ursprünglich
als Initiative interessierter Eltern in den Räumen einer anderen Schule. Von da zog er zunächst nach Jonkershoek, einem in einem Tal gelegenen Teil von Stellenbosch. Im Jahr 2000 zog die Schule dann nochmals um und ist seitdem in gemieteten, ehemaligen Farmgebäuden untergebracht – am Rande einer vielbefahrenen Straße, aber geschützt durch umstehende Bäume. Inzwischen konnte die Schule Land erwerben, wo die Schule hoffentlich bald eine dauerhafte Unterkunft finden wird.

Jahr für Jahr kam nach dem Beginn eine neue Klassen dazu, und heute haben wir 117 Kinder von der Spielgruppe bis zur 7. Klasse. Die meisten Kinder lernen dann an anderen Schulen weiter, da die Waldorfschulen in Kapstadt (die eine Oberstufe haben) zu weit weg sind.

Wir freuen uns sehr, daß 2005 und 2006 die ersten Schüler, die mit uns sieben Schuljahre durchlebt haben, ihre Ausbildung an Schulen im Umkreis beenden konnten. Keiner war überrascht, doch jeder freute sich, daß alle diese jungen Menschen einen sehr guten Abschluß bekamen.

Die Hälfte unserer Familien kommt aus dem näher zum Meer gelegenen Somerset West. Dieser Ort ist deutlich kommerzieller geprägt, obwohl seine Einwohner gerne von einem „Dorf“ sprechen.

Einige der Gründungseltern sind noch immer mit der Schule verbunden, darunter der Vater von Brisco, Mr. McDonald. Er kam auf recht besondere Weise zu uns: Mit dem Fahrrad kam er ans Tor und sagte, er habe gehört, dies wäre die Schule für seine Kinder... Das war alles!

Wir unterrichten die Kinder auf Englisch, daneben unterrichten wir natürlich auch Xhosa oder Afrikaans, die Muttersprache vieler Kinder.

Als nicht-staatliche Schule bekommt die Waldorfschule keine staatliche Unterstützung. Und so hat sie leider wenig Möglichkeiten, Kinder aufzunehmen, deren Eltern das Schulgeld von monatlich 1400 Rand bzw. ca. 175 Euro nicht bezahlen können.

Leider existieren auch 15 Jahre nach dem Ende der Apartheid noch vielfältige soziale Barrieren. Obwohl alle Kinder unserer Schule erst später geboren wurden, leben viele noch immer unter Bedingungen, die oft durch ihre Hautfarbe vorbestimmt sind. Eine unabhängige Schule wie unsere kann ihnen eine bessere Erziehung bietet – und damit die Möglichkeit, ihr Leben zu verändern.

Wir haben derzeit drei Kinder, die eine Patenschaft suchen. Wir haben sie aufgenommen im Vertrauen darauf, daß wir Hilfe für sie finden werden. Zwei von ihnen sind die Kinder von Mr. McDonald – Brisco und seine kleine Schwester Vumile. Sie kommen aus der Township Kayamandi (s.u.). Sobald wir für diese Kinder Paten gefunden haben, können wir drei weitere bedürftige Kinder aufnehmen.

Lucille Valentine

Die Township Kayamandi

Kayamandi ist ein Wort der Xhosa-Sprache und bedeutet „angenehmes Heim“ – eine ziemliche Ironie, sind doch die Townships die Slumviertel und Armensiedlungen in Südafrika. Die Townships wurden meist während der Apartheid gegründet, als man die Schwarzen in solchen Vierteln ansiedelte, um sie von den Weißen zu trennen. Auch Kayamandi entstand in den 60er Jahren – vor allem für schwarze, männliche Wanderarbeiter, die auf den umliegenden Farmen tätig waren. Heute leben hier über 20.000 Menschen auf einer Fläche von unter einem Quadratkilometer (zum Vergleich: Berlin hat 3,4 Millionen Einwohner auf 890 Quadratkilometern, das sind pro Quadratkilometer nicht mal 4.000 Einwohner).
Noch 1996 gab es in der ganzen Siedlung kein fließendes Wasser. Auch heute noch muß man Wasser im wesentlichen von öffentlichen Pumpen holen. In den etwa 4000 Hütten, die aus einfachsten Materialien (Holz, Wellblech, Plastik) gebaut sind, leben meist jeweils 5-7 Familienmitglieder auf engstem Raum miteinander. Über die Hälfte der Menschen hat höchstens eine Grundschulausbildung. Ein sicherlich ähnlich hoher Anteil hat überhaupt keine (regelmäßige) Arbeit und höchstens 100 Euro pro Monat zum Leben. Doch auch in Südafrika werden alle Dinge immer teurer...