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Spendenaufruf
„Das heißt, das Leben ist mit dem Lernen und das Lernen mit dem Leben verflochten. ... So wird klar, dass es ein unwiderrufliches Recht auf Lernen gibt. Das heißt, das Lernen ist näher am Recht zu Leben als irgendein anderes Recht, weil Lernen bedeutet: das Recht zu sein, das Recht zu existieren. Lernen ist unvermeidlich, oder deutlicher gesagt, wenn man Lernen unmöglich macht, verurteilt man damit zum Tode. Und dies ist keine rhetorische Phrase, sondern wir können es im alltäglichen Leben sehen, was passiert, wenn ein Mensch am Lernen gehindert wird: Ganz sicher wird dieser Mensch sterben ...“
Aus dem Vortrag von Prof. Vernor Muñoz zum Recht auf Bildung im Juni 2009 in Oldenburg.
„...wenn man Lernen unmöglich macht, verurteilt man zum Tode...“
(Prof. Vernor Muñoz, UN Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung in Oldenburg 2009)
Bildung ist in aller Munde und das Thema jeden Tag in den Medien. In den politischen Debatten geht es meistens ums Geld – bei uns auch, obwohl wir wissen, dass es primär immer um die Qualität des Bildungsgeschehens gehen muss, um das, was sich jeden Tag im Klassenzimmer abspielt – zwischen allen am Erziehungsprozess Beteiligten. Gute Schule ist vom Engagement aller abhängig, von der Zuwendung, der Sachkenntnis, der inneren Lebendigkeit ... und die sind zunächst unabhängig vom Geld.
Geld ermöglicht, dass Unterricht stattfinden kann. Wenn zum Beispiel die Lehrer an der Waldorfschule in Zagreb seit Monaten kein Gehalt bekommen, weil die staatlich zugesagten Subventionen mit dem Argument der globalen Finanzkrise nicht ausgezahlt werden und das Gesetz kurzerhand gekippt wird, dann ist es schwierig, jeden Tag neu mit Enthusiasmus zu unterrichten.
In den politischen Debatten geht es meistens um Investitionen ins Bildungswesen. Für die meisten Waldorfschulen im Ausland besteht die größere Überlebensfrage darin, überhaupt die Schulen jeden Tag öffnen zu können, also den laufenden Betrieb am Leben zu erhalten. Da Schulvielfalt nur in einigen europäischen Ländern ein wichtiges Gut ist, werden in den meisten Ländern Schulen in freier Trägerschaft nicht staatlich finanziert. Überall sonst leben die Schulen von dem, was die Eltern aufzubringen in der Lage sind. Und wenn Unterricht nicht nur für Kinder der zahlungsfähigen Eltern stattfinden soll, braucht es Freunde, die mithelfen.
Wenn, wie jetzt bei den katastrophalen Stürmen, die über Indonesien und die Philippinen hinweggefegt sind, die Waldorfschule in Manila überschwemmt wurde, dann sind dort zwar glücklicherweise keine Menschen zu Schaden gekommen, aber den Eltern fällt es schwer, neben der Behebung der eigenen Schäden auch noch die Sachschäden der Schule zu finanzieren. Dort wird Hilfe dringend benötigt.
In die kleine Waldorfschule in Guatemala gehen beispielsweise viele Kinder der verarmten indianischen Landbevölkerung, denn die Integration gerade dieser Kinder ist das große soziale Ziel dieser Schule. So ist es auch mit den Kindern aus Waisenhäusern, die in die Hekima Waldorfschule in Dar es Salaam gehen dürfen. So ist es mit den Kindern am Stadtrand von Bogota, die durch das Waldorfzentrum nicht nur Zugang zu Bildung erhalten, sondern auch Zuwendung und Aufmerksamkeit erfahren, die sie sonst nicht erleben. So ist es mit den Kindern, die die erste arabische Waldorfschule in Israel besuchen, die sich aber noch nicht alleine finanzieren kann. Für all diese Kinder eröffnen sich Zukunftsperspektiven, wenn es engagierte und liebevolle Lehrerinnen und Lehrer gibt sowie Menschen in den besser situierten Teilen der Welt, die die dafür notwendige Unterstützung zur Verfügung stellen. Wir sind auf dieser Welt alle miteinander verknüpft, und was an einem Ort geschieht, hat Rückwirkungen auf andere Orte.
So möchten wir Sie mit diesem Aufruf darum bitten, Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, indem wir ihre Schulen fördern dürfen.
Es geschieht dies ganz im Sinne von Prof. Muñoz, der dieses Jahr in seiner Oldenburger Rede unterstrich, wie lebenswichtig der Schulbesuch ist. – Wir haben uns keine Schlagworte ausgedacht oder Geschichten beschrieben, die unter die Haut gehen, sondern wir appellieren an Ihre Bereitschaft, Ihr Augenmerk auf die Situation vieler Waldorfschulen in besonders schwieriger Lage zu richten und finanziell zu helfen. Mit Ihren Spenden können wir Zugang zu einer kindgerechten Bildung, zu Lebensperspektiven schaffen und diesen Kindern eine Chance bieten, später einmal aus dem Armutszyklus auszubrechen.
Mit unserem herzlichen Dank!
FREUNDE DER ERZIEHUNGSKUNST RUDOLF STEINERS e.V.
Nana Göbel, Walter Hiller, Henning Kullak-Ublick, Bernd Ruf und Andreas Schubert
Ja, ich möchte helfen und spenden!
Hiermit erteile ich den "Freunden der Erziehungskunst" eine Einzugsermächtigung:
Vielen Dank!
Selbstverständlich können Sie eine regelmäßige Einzugsermächtigung jederzeit wieder fristlos ändern oder kündigen - eine E-Mail an uns genügt!






