Weitere Schritte für eine Waldorfschul-Initiative in Äthiopien

Nachdem in Hawzien im Norden Äthiopiens durch tatkräftige Initiative des Ehepaars Roenpage schon 2006 ein Kindergarten aufgebaut werden konnte, setzt sich nun eine Waldorfschülerin für die Mittel zur Gründung einer Waldorfschule ein.

Batam Amasegenallu! (Vielen Dank!). Mit diesen Worten möchte ich mich an allererster Stelle ganz herzlich bei allen Schülern bedanken, die am WOW-Day teilgenommen haben. Für Hawzien sind mehr als 4.500 € zusammengekommen (in diesem Jahr fast ausschließlich durch die Mittelstufe der Freien Waldorfschule Chiemgau), mit denen viel erreicht werden kann. Zum Beispiel rückt die Nachmittagsschule in greifbare Nähe!

Das Ziel unserer Arbeit ist eine Waldorfschulgründung in Äthiopien. Es soll eine kleine Schule werden, die mit der Zeit und dem Land wächst. Am Anfang stellen wir uns vier Klassen in sechseckigen landestypischen Gebäuden vor, angepasst an den vor knapp vier Jahren erbauten Waldorfkindergarten.

Wir haben die Hoffnung, durch eine Waldorfschule die schönen Seiten der äthiopischen Kultur zu schützen, andere zu verhindern... Momentan ist es noch so, dass die Kinder eine wirklich wunderbare Kindergartenzeit haben, um dann in der örtlichen staatlichen Schule (mit 50 und mehr Kinder pro Klasse) oft gewalttätige Erziehungsmethoden erleben zu müssen!

Da man sich im Lande über die Wichtigkeit von Bildung noch nicht so im Klaren ist, versuchen wir, durch eine „Nachmittagswaldorfschule“ einen sanften Übergang zu schaffen. Durch einen solchen „Schulanfang“ lernen die Dorfbewohner Hawziens „Waldorf“ langsam kennen.

Mein Ziel ist es, einer Schule beim Aufbau zu helfen, bis sie fest verwurzelt ist, sich selber finanzieren kann und möglicherweise irgendwann in der Lage ist, andere Waldorfprojekte in Äthiopien zu fördern. Durch einen freien und am Menschen orientierten Erziehungsstil können die Kinder lernen, sich ihre eigene Meinung zu bilden, das Land und sich selbst eigenständig weiterzubringen und so nicht durch die Hungerhilfe der westlichen Welt  entmündigt zu werden...

Das Geld das bisher gespendet wurde, ist ein erster großer Meilenstein auf dem Weg. Sehr geholfen hat auch eine große Spende der Schülerfirma „Steinbrücke“ in Berlin – und künftig wird das Schulprojekt auch von den regelmäßigen Einkünften des neugegründeten Schülercafés in Prien unterstützt. Da der Weg zur Waldorfschule in Äthiopien aber noch weit und von vielen anderen Meilensteinen gepflastert ist, freuen sich die Kinder dort auf Eure weitere Unterstützung!

Magdalena Bächtle

Rundbrief - 3/2010 

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Projektnummer: 4250