Im Jahr 2007 konnten wir 3,8 Mio Euro für die Arbeit von Schulen, Kindergärten, Seminaren und heilpädagogischen Einrichtungen im Ausland weiterleiten. Besonders hervorzuheben sind die Finanzierung von Bauten der Sloka Waldorf School in Hyderabad/Indien (230 T€), der Waldorf School Windhoek/Namibia (136 T€) und des Kindergartens in Windhoek (77 T€). Die Mbagathi Waldorf School in Nairobi/Kenia hat 65 T€ erhalten und konnte damit u.a. einen neuen Schulbus finanzieren, die Tashi Waldorf School in Kathmandu/Nepal konnte mit 51 T€ unterstützt werden. Im Bereich der Heilpädagogik, Sozialtherapie und Sozialarbeit wurden 361 T€ aus vorrangig privaten Spenden zur Finanzierung der Arbeit in der Favela Monte Azul verwendet. Rund 560 T€ flossen in die ko-finanzierten BMZ-Projekte zum Aufbau der Sozialtherapie in Bukarest und Simeria/Rumänien und des Kindergartens in Barão de Grajaú im Nordosten Brasiliens.

Der Anstieg unserer Zuwendungen ins Ausland um rund 200 T€ wurde nur durch vermehrte Spendeneinnahmen möglich. So haben wir im Jahr 2007 die Zusammenarbeit mit Stiftungen intensiviert, die mit 1,8 Mio € knapp die Hälfte der Mittel im Internationalen Hilfsfonds zur Verfügung gestellt haben. Im Jahr 2006 haben sich zwei GroßspenderInnen in sehr hohem Maße finanziell engagiert, der summarische Rückgang der Einnahmen von Einzelspendern im Jahr 2007 ist allein darauf zurückzuführen. Sehr glücklich sind wir über die gestiegenen Zuwendungen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das im Rahmen der ko-finanzierten Projekte 75% der entstehenden Kosten übernimmt.
97,6% der eingehenden Spenden im Internationalen Hilfsfonds sind zweckgebunden für bestimmte Projekte im Ausland. 2007 erhielten wir 94 T€ (dies entspricht 2,4% der Spenden) für unser Konto 2000. Dies ist der Internationale Hilfsfonds ohne Zweckbindung, aus dem unser Vorstand direkt auf Hilfsanfragen aus dem Ausland reagieren kann. Den größten Teil dieser freien Spenden (75 T€) erhielten wir von Einzelspendern.
Bisher hatten wir die Freiwilligendienste als Teil des Internationalen Hilfsfonds dargestellt. Ab dem Jahr 2007 haben wir uns für eine dreiteilige Darstellung der Mittelherkunft und -verwendung entschieden, um der unterschiedlichen Qualität der eingehenden Mittel gerecht zu werden. Traditionell unterscheiden wir zwischen Zuwendungen für die internationale Schulbewegung, die wir zu 100%, d.h. ohne Abzug von Verwaltungskosten, weiterleiten, und Zuwendungen und Erträgen, die der Finanzierung unserer Arbeit dienen. Der Spender bestimmt von Anfang an, wofür seine Spende bestimmt ist und so setzen wir das Geld ein.
Die Freiwilligendienste erfordern eine Umstellung in unserer Buchhaltung. Die Unterstützung der Einrichtungen im Ausland erfolgt nun nicht durch die Überweisung von Spenden, sondern durch die Mitarbeit eines Freiwilligen. Die Unterstützerkreis-Spender wollen einen Freiwilligendienst von Jugendlichen ermöglichen, auch die staatlichen Zuwendungen sind für den Freiwilligendienst allgemein bestimmt. Viele der damit verbundenen Ausgaben für Seminare, Reisekosten, Sozial-, Kranken- und Unfallversicherungen entstehen im Inland, gehören aber dennoch nicht in unseren Vereinshaushalt. Andere Ausgaben gehören in unseren Vereinshaushalt, z.B. die Gehälter unserer Mitarbeiter, sollen aber auch aus den Unterstützerkreisspenden und anderen Zuwendungen finanziert werden. Bei Eingang dieser Zuwendungen steht noch nicht fest, welcher Anteil für den Haushalt und welcher Teil für Versicherungen etc. verwendet werden muss. Der Haushaltsbeitrag der Freiwilligendienste an der Arbeit des Vereins wird am Jahresende ermittelt und umgebucht. Dieser neuen Qualität der Zuwendung wollen wir durch die separate Ausweisung der Freiwilligendienste Rechnung tragen.
In der Rubrik „Arbeit des Vereins“ ist unser Haushalt dargestellt. Die Ausgaben sind gegenüber dem Vorjahr um 25% gestiegen. In Karlsruhe arbeiten inzwischen 32 Mitarbeiter (inkl. 10 Aushilfen) im Bereich der Freiwilligendienste. Die neuen Mitarbeiter machten sowohl die Anmietung und Renovierung neuer Räume erforderlich, als auch die Einrichtung von Arbeitsplätzen und eine neue EDV-Anlage.
Die Kosten verteilen sich zu 73% auf Karlsruhe (Freiwilligendienste) und zu 27% auf die übrigen Aufgaben der Freunde. In Berlin liegt die Mitarbeiterzahl konstant bei 6 Mitarbeitern (inkl. 2 Aushilfen).
Der rechnerische Kostenanteil für die Arbeit der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners im Verhältnis zu den Mitteln des Internationalen Hilfsfonds lag im Jahr 2007 knapp unter 8%. Das Adjektiv „rechnerisch“ ist hier von großer Bedeutung, denn die Finanzierung von Internationalem Hilfsfonds und Arbeit des Vereins sind ja klar voneinander getrennt.
2007 konnten wir eine Rücklage in Höhe von 7,4% der Ausgaben bilden. Die freien Rücklagen des Vereins konnten so auf 326 T€ erhöht werden, dies entspricht einem Viertel der Jahresausgaben für die Arbeit des Vereins. Wir werden versuchen, weitere Rücklagen zu bilden, um für eventuelle Haftungen aus ko-finanzierten Projekten vorbereitet zu sein und der Verantwortung für 38 Mitarbeiter gerecht zu werden, die die Durchführung der Freiwilligendienste und Spendenweiterleitungen für die Schulen, Kindergärten, Seminare, heilpädagogischen und sozialtherapeutischen Einrichtungen, die der Erziehungskunst Rudolf Steiners verbunden sind, gewährleisten.
Der vorliegende Bericht ist ein kurzer Blick auf 19.577 Buchungen im Jahr 2007. Jede dieser Buchungen spiegelt eine reale Handlung wieder, insofern ist die Buchhaltung eine besondere Art der Geschichtsschreibung. Vor jeder Reisekostenabrechnung war eine Reise, vor jeder Spendenbescheinigung war ein Geldgeschenk. Es ist unmöglich, alle Vorgänge des ganzen Jahres in einem Bericht zusammenzufassen. Aber ich stehe Ihnen sehr gerne für Fragen in unserem Berliner Büro zur Verfügung.
Eleonore Jungheim