Unsere heilpädagogische Michaelschule begann mit der Arbeit 1995 in einem verfallenen Haus. Es gab Ratten, und der ganze Zustand war schwierig. Nach dem Erdbeben im Jahre 2000 konnten wir u.a. mit Hilfe der „Freunde“ ein Grundstück mit kleinem Haus im Stadtzentrum erwerben und so standen unsere Kinder nicht auf der Straße. Auch dieses Haus war bald viel zu klein. Es gab eine winzige Küche und nur wenige Klassenzimmer: Die unteren Klassen mussten vormittags kommen, die oberen nachmittags, viele Anmeldungen mussten wir ablehnen.
Nun aber ist es schon zwei Jahre her, dass wir unser neues, wunderschönes Gebäude beziehen konnten, das durch ein BMZ-Projekt der Freunde der Erziehungskunst gebaut werden konnte. Das neue Schulhaus hat unserem Schulleben viele Möglichkeiten eröffnet und die Arbeit mit den Kindern sehr bereichert. Den ganzen Tag kann das Sonnenlicht hereinscheinen – in ganz Georgien sind wir die einzige Schule mit solchen Räumlichkeiten für die behinderten Kinder! Alle können zur selben Zeit den Unterricht besuchen, und wir können mehr Kinder aufnehmen.
Im Moment haben wir 90 Kinder und es sind mehr Initiativen als vorher möglich (Therapien, Konsultationszentrum, Oberstufenarbeit, Berufsgruppe u.a.).
Im unteren Stock sind die ersten Klassen (russisch und georgisch) und der heilpädagogische Kindergarten untergebracht. Sehr wichtig ist unser Gymnastiksaal, der über die Krankengymnastik hinaus vielfache Verwendung findet: Bei Regen findet dort der Morgenkreis statt, Theaterspiele und Konzerte werden einstudiert und aufgeführt, und manchmal dient er auch als Ausstellungsraum. Die große Schulküche ermöglicht es der ganzen Schulgemeinschaft, gemeinsam Mittag zu essen.
Im zweiten Stock sind Klassenräume, Handarbeitsräume, Büro, Lehrerzimmer und Massage- und Arztzimmer untergebracht. Es ist das erste Mal in unserer Schulbiographie, dass wir ein eigenes Lehrerzimmer haben, wo die Lehrer Raum zur Vorbereitung, zum Lesen und für kleine Pausen zwischen den Stunden haben – und natürlich für die Konferenzen. Im dritten Stock sind Räume für die Oberstufe, der Eurythmiesaal, das Musikzimmer, die Maltherapie und eine Nähstube für die Großen.
Wir wollen uns noch mal beim BMZ, den Freunden der Erziehungskunst und unserem Freund Friedwart Fahlbusch, der uns sehr geholfen hat, bedanken.
Wir haben aber auch Zukunftssorgen: Die Schulreformen haben viele Veränderungen mit sich gebracht. Die staatliche Hilfe ist nicht ausreichend. Unser Prinzip war es immer, armen Familien zu helfen, denn gerade sie brauchen Hilfe! So brauchen auch wir finanzielle Unterstützung...
Marina Schostak