BMZ: Nordost-Brasilien - Sozialprojekt Fundação Pavel

Unser großer Dank geht an die Freunde der Erziehungskunst und ihrem freiwilligen Mitarbeiter, Herrn Jürgen Bartzsch, die für uns den Antrag für einen Kindergarten und eine Kinderkrippe stellten, und an das BMZ, das ihn genehmigte.

So erfüllte sich dieser Traum 2007 nach einer Bauzeit von nur acht Monaten, die die Freunde der Erziehungskunst mit Rat und Tat, aber auch immer mit Aufmunterungen, begleitet haben. Das ist ein wirkliches Wunder gewesen, denn in unserer Region gibt es keine Facharbeiter, die meisten der jungen Hilfsarbeiter wurden erst während der Bauzeit von unseren Leuten (Ovídio u.a.) ausgebildet – so lernten sie bei uns auch noch einen Beruf...

Im Kindergarten finden vormittags und nachmittags je 20 Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren Platz. Die Kinderkrippe nimmt ganztags 20 Kinder von sechs Monaten bis zu drei Jahren auf. Alle Kinder kommen aus Familien, die am Existenzrand leben, Analphabeten sind und meist vom Schicksal hart gefordert werden. So sind viele Mütter von den Vätern verlassen, alleinerziehend, ohne Arbeit, ohne Geld. Manche von ihnen – verzweifelt in ihrer Not – überlassen ihre Kinder ihren eigenen Müttern und verschwinden in einer Großstadt! Die alten Großmütter haben dann eine besonders schwere Bürde zu tragen und finden bei uns Hilfe. Allmählich finden sie wieder einen Platz in einem sozialen Netz, das ihnen Vertrauen in die Zukunft ermöglicht und sie wieder hoffen lässt. Sie können bald erleben, wie sich ihre Kinder und Enkel positiv entwickeln.

Man muss wissen, dass alle Kinder, die wir aufnehmen, unterernährt sind (physisch und psychisch), viele sind entwicklungsgehemmt. Sie finden bei uns Geborgenheit, liebevolle, verständnisvolle Betreuung, eine humane Pädagogik (dank der Waldorfpädagogik, die wir „einfließen“ lassen können!), gesunde Ernährung, medizinische und therapeutische Betreuung. Wir ermöglichen unseren Kindern das wichtigste Fundament für ihr Leben: eine glückliche Kindheit!

Durch eine gezielte, kontinuierliche Betreuung können wir die Kinder so fördern, dass sie die Einschulung problemlos meistern – so beugen wir durch unsere Arbeit dem verbreiteten Analphabetismus vor. Außerdem ist es vielen Müttern bereits gelungen, eine Arbeit zu finden, seitdem wir ihre Kinder aufnehmen konnten.

Inzwischen hat sich auch in der Nachbarstadt herumgesprochen, dass es in Barão einen „besonderen Kindergarten“ gibt! Wir bekamen Besuch von einer Kindergartengruppe und ihren Erzieherinnen, die nur so staunten über unsere Farben an den Wänden und so manches andere, was bei uns eben „anders schön“ und sehr speziell – muito especial – ist! Hoffen wir, dass noch viele, viele Kinder im Kindergarten „Sonnenblume“ und in der Kinderkrippe „Curumim“ (indianisch: das Kind) einen Platz an der Sonne finden.

Die Hilfe der Freunde der Erziehungskunst erlaubt uns, unseren Kindern die bestmögliche Grundlage der Erziehung zu geben. Danke!

Gudrun Pavel

Rundbrief - 9/2008 

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Projektnummer: 3041