Suche
Navigation
WOW-Day
Kolumbien: Sozialzentrum für ehemalige Straßenkinder
In Kolumbien gibt es kaum Touristen, aber jährlich 30.000 Morde. Viele Menschen flüchten vor der Guerilla aus den Dörfern in die Städte. Bogota hat vielleicht 10 Millionen Einwohner, etwa die Hälfte ist unfaßbar arm. In manchen Stadtteilen verweigert sogar die Polizei Patrouillen. Zur allgemeinen Kriminalität kam vor allem in der Vergangenheit der Schrecken der "Todesschwadrone". - WOW-Day-Spenden unterstützen hier ein Sozialprojekt...
1988 beschloß die damals 24-jährige Maria Antonia Zerate, genannt Totis, ihr Leben den Ärmsten der Armen zu widmen. Sie machte sich mit den Lebensumständen der Menschen bekannt, die auf der Straße leben. 1994 begann Totis dann mit einer Handvoll Mitarbeiter, sich um etwa 50 Familien zu kümmern, die in dürftigen Schuppen neben einer stillgelegten Bahnlinie mitten in der Stadt hausten. Sie machten mit den Kindern Ausflüge, arrangierten Feste und übten kleine Schauspiele ein.
Die Polizei aber wollte die Stadt mit Hilfe von "Todesschwadronen" von unerwünschten Elendsquartieren "reinigen". An einem Septembertag im Jahr 1997 wurden die Menschen von 300 Polizisten umringt, die die Hütten zerstören wollten. Totis und andere Hilfsorganisationen stellten sich in letzter Minute dazwischen und erregten so viel Aufsehen, daß die Medien kamen. Nach vielen Verhandlungen konnten die Menschen im Winter 1998/99 in die neue Siedlung "Sierra Morena" im Süden Bogotas umziehen.
Neue Hoffnung für 50 Familien
Die "Sierra Morena" unterschied sich bald sehr durch ihre Farben, Blumen und steinbelegten Wege und Höfe von den umliegenden Häusern. Doch die eigentliche Arbeit begann nun erst. Würden diese armen Menschen es schaffen, nicht bald wieder auf der Straße zu landen? Zunächst waren die meisten nicht einmal imstande, ihre Wäsche zu waschen - ihr ganzes bisheriges Leben hatten sie ja vor allem den Gedanken gehabt: Rette dich und finde Essen!
Doch irgendwann begannen die meisten Familien, ihre zwei kleinen Räume zu pflegen und schön "einzurichten". Viele Jugendliche fingen an, an eine Ausbildung zu denken und entwickeln wirkliche Lebensziele. Die Kinder wurden offener und vertrauensvoller, bei Streitigkeiten gab es keine Gewalt mehr, wie es früher "normal" gewesen war.
Im Juni 2001 wurde ein richtiger kleiner Kindergarten für zunächst 30 Kinder eröffnet. Im Juni 2004 begann dann mit Hilfe von WOW-Day-Spenden ein Sozialzentrum seine Arbeit. Hier gibt es nicht nur Hausaufgabenbetreuung, sondern auch eine Bibliothek sowie Räume und Werkstätten für Musik, Plastizieren, Weben und Malen für rund 150 Kinder und Jugendliche.
Das ganze Projekt liegt mitten in der ärmsten Gegend von Bogotà. Furcht herrscht an jeder Ecke. Der Bürgermeister hat die Zone zum "Notfall" erklärt, weil es so sehr an Erziehungszentren für die Kinder fehlt und Hunger und bewaffnete Gewalt so allgegenwärtig sind.
Mehr Infos:
Homepage
Ausführliche Infos über das Projekt (6/2009).
Bericht aus Bogota mit den Arbeitsbereichen des Sozialzentrums (1/2008).
Kontakt
Corporación Educativa y Social Waldorf
Carrera 18 A # 101 - 42 - Of. 501
Bogotá D. C.
Kolumbien
Tel.: 0057 1 621 8132
E-Mail: helgo(at)cable.net.co (Helmut von Loebell)
Homepage: www.ceswaldorf.org.co

