Waldorfschule Vilnius
Nachdem die ersten litauischen Pädagogen Waldorfpädagogik studiert hatten, wurde 1995 die Waldorfschule Vilnius gegründet. 2001 gab es in sieben Klassen 93 Schüler, in der Folge kräftigte sich das Wachstum, und Ende 2006 hat die Schule 12 Klassen mit 196 Schülern. Die erste Klasse machte im Frühjahr 2007 ihr Abitur.
Litauens Hauptstadt Vilnius liegt gut 1.000 km von Berlin entfernt und hat 580.000 Einwohner. Die Universität von Vilnius wurde 1579 gegründet und ist eine der ältesten in Ost- und Nordeuropa.
1989 fuhren zwei Dozenten der Pädagogischen Hochschule von Vilnius und ca. 10 Eltern und Lehrer nach Tallinn und Moskau, um Waldorfpädagogik zu studieren. Danach folgten Reisen nach Deutschland und Besuche von Dozenten aus Deutschland und Dänemark.
Aus diesen Anfängen heraus entstand die Waldorfschule Vilnius, die am 1.9.1995 mit einer ersten Klasse eröffnet wurde. Jedes Jahr kam eine weitere Klasse hinzu, die allerdings nicht immer voll war. 2001 gab es in sieben Klassen 93 Schüler. In den letzten Jahren kräftigte sich das Wachstum, und heute hat die Schule 12 Klassen mit 196 Schülern und nach unten zunehmend volleren Klassen. Im Frühjahr 2007 legt die Gründungsklasse ihr Abitur ab - es sind die ersten sieben litauischen Waldorf-Absolventen.
Weg in die Selbständigkeit
Lange Zeit waren die Grundschul- (1-4) und die übrigen Klassen in zwei verschiedenen staatlichen Schulen untergebracht. Aktivitäten aller Eltern und Lehrer führten 2004 dazu, daß das litauische Bildungsgesetz geändert wurde: Es gewährleistet nun den Eltern die freie Wahl der Ausbildungsform für ihre Kinder. Damit war eine Vielfalt von Schulformen und deren Eingliederung in das litauische Schulsystem garantiert.
Die Waldorfschule Vilnius konnte ihren Weg in die Selbständigkeit beginnen – als freie Schule, die nicht mehr Teil einer staatlichen Schule ist. Am 2.3.2006 wurde sie schließlich als eine vom staatlichen Lehrplan unabhängige, selbstverwaltete Waldorfschule anerkannt. Als Institution der Öffentlichen Hand erhält sie weiterhin staatliche Zuschüsse, bisher 46% (26% für Lehrergehälter - leider nur die üblichen Deputate, keine Eurythmie, zwei Fremdsprachen ab 1. Klasse usw. - und 20 % der Sachkosten).
Anfang 2007 verhandeln wir noch immer über die Höhe der Finanzierung - und auch über die Übergabe des seit der Gründung genutzten Kindergartens für mindestens 25 Jahre oder sogar als Eigentum.
Der Elternbeitrag pro Monat beläuft sich auf 32 Euro, der durchschnittliche Monatsverdienst in Litauen liegt bei knapp 300 Euro. Der Elternbeitrag bedeutet für die Familien (die oft mehr als zwei Kinder haben) einen großen Aufwand und keine kann ihn ganz bezahlen.
Rita Kaminskaite




